
- Pierce: Die schwarze Stadt - Arena Verlag
Bei fast allen Büchern begleitet Tamora Pierce in ihren Fantasy-Welten das Erwachswerden von jungen Frauen und vermittelt ihren Leserinnen (und Lesern) mit viel Witz und realistisch anmutenden Abenteuergeschichten: Wenn ihre Figuren Heldinnen sein können – Mädchen, die so normal sind und auch Selbstzweifel besitzen –, dann kannst auch du eine Heldin wie Alanna von Trebond sein.
Tamora Pierce, meist liebevoll Tammy genannt, sieht selbst kaum wie eine kampfgestählte Heldin aus, eher gemütlich-rundlich. Aber mit ihrer Fantasie und ihrem Widerwillen gegen die allgegenwärtigen männlichen Heldenbilder, die regelmäßig zur Jungfrauenrettung aufbrechen, schenkte sie unzähligen Generationen junger Mädchen (und Jungen) zauberhafte Abenteuerromane mit ausgefeilten dreidimensionalen Figuren und Handlungssträngen.
Vita von Tamora Pierce
- Geboren wurde Tamora Pierce (ihren Namen verdankt sie dem Schreibfehler einer Krankenschwester, eigentlich sollte sie “Tamara” heißen) als ältestes Kind der Familie am 13.12.1954 in Connellsville, Fayette County, Pennsylvania. Sie wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, als sie neun war zog die ganze Familie nach Kalifornien.
- Ein Jahr bevor ihre Eltern sich scheiden ließen, bemerkte ihr Vater, wie sie sich selbst Geschichten erzählte und ermutigte sie dazu, diese auch niederzuschreiben. Beide waren schon Star Trek Fans, später machte eine Lehrerin sie mit Tolkiens “Herr der Ringe” bekannt – sehr zur Freude hunderttausender zukünftiger Leser war Tammy von diesem Zeitpunkt an an die Fantasy-Literatur verloren.
- 1969 zog Tammys Mutter mit ihren Kindern zurück nach Pennsylvania. Ein Kulturschock: von der offenen Hippie-Szene hin zu Twin-Sets und Bubi-Kragen. Tamora passte (mal wieder) nicht ganz ins Schema. In der High School war sie aber aktiv: schrieb für die Schulzeitung, sang in Chören und spielte mit Begeisterung in Schulaufführungen mit. Die Karriere als Schriftstellerin hatte sie so eigentlich nicht für sich geplant, sie knabberte stark an einer Schreibblockade. Geschichten in den Welten anderer zu schreiben, Satiren oder Artikel – das ging. Aber etwas Eigenes funktionierte nicht. So belegte sie am College Kurse in Psychologie, Soziologie, verschiedenen Sprachen (Deutsch und Französisch), war stark im sozialen Bereich und in der Arbeit mit Jugendlichen tätig, besuchte Rockkonzerte, hatte einen ausgeflippten Freund und probierte sich selbst richtig aus. Hier war es auch, dass sie ihre Schreibblockade überwand und sogar ihre erste Story verkaufte.
- Nach dem College zog Tammy zunächst nach New York und lebte davon, einige Artikel und Geschichten zu verkaufen. Später zog sie nach Idaho zu ihrem Vater und ihrer Stiefmutter – wo sie als Hausmutter eine Wohngruppe junger Mädchen betreute. Diese inspierten sie zu der Erstfassung des “Song of the Lioness” – der legendäre Roman um Alanna von Trebond.
- Nach aufwändiger Überarbeitung (der Roman war vorher auf Erwachsene ausgelegt) und der Aufteilung in 4 Bände, erschien 1983 ihr erstes Buch.
- Tammy zog nun nach Manhatten und arbeitete als Freelancerin für Film-,Radio-, Buch- und Comic-Produktionen, später auch als Sekretärin – in dieser Zeit lernte sie auch ihren jetzigen Ehemann Tim Liebe kennen. Im Jahr 1992 konnte Tamora Pierce zum ersten Mal stolz von sich sagen, dass sie zu den wenigen Schriftstellern gehört, die tatsächlich von den Tantiemen ihrer Werke leben können. Im Laufe der 1990er fing sie auch an, Conventions zu besuchen (wo man sie auch heutzutage noch oft antrifft), und machte Lesereisen nach England, Canada und sogar Australien. Ihre Popularität – und die ihrer wundervollen Figuren – steigt seitdem ungebrochen.
- Heute lebt Tammy – zusammen mit ihrem Mann und diversen Katzen – in Manhattan. Im Gegensatz zu vielen anderen Autorinnen und Autoren wacht sie nicht irrational eifersüchtig über ihre Figuren. In Erinnerung an ihre eigenen Anfänge als Teenager gesteht Tammy auf ihrer Webseite ihren Fans zu, ihre Figuren und Schauplätze für sogenannte „Fan Fiction“ (Geschichten in der vom Autor entworfenen Welt und meist mit den Hauptfiguren, weitergeschrieben von Fans) zu nutzen – allerdings natürlich unter der Bedinung, keinerlei finanziellen Nutzen daraus zu ziehen.
Tamoras Einstieg in die fantastische Literatur
Für viele waren und sind Pierces Bücher ein erster Kontakt und “Einstiegsdroge” in die Welt der fantastischen Literatur, und viele ihrer heute erwachsenen Fans warten voller Ungeduld auf die deutschen Übersetzungen (bzw. auf die englischen Neuerscheinungen) ihrer neuesten Bücher.
Auch wenn dieses Genre in der Literaturwissenschaft immer gern ein wenig belächelt wird und hier sicherlich viele schlechte Autoren ihr Unwesen treiben, sind die Bücher von Tamora Pierce für Groß und Klein uneingeschränkt empfehlenswert.
Ihre eigene Website ist dezent unübersichtlich, aber gespickt mit liebevollen Informationen zu ihr, ihren Büchern, zahlreichen Projekten und ihren Terminen (Conventions, Lesetouren ect.). Hier kann man auch einiges zu den von ihr in Zukunft geplanten Romanen erfahren.
