
- Beimischung Biosprit - ADAC
Verbraucher von Kraftstoff fühlen sich auch nach dem „Biogipfel“ Anfang März völlig verunsichert. Ihnen wurde der Gebrauch des Biokraftstoffes E10 zum Jahresanfang 2011 trotz einer ungenügenden Information darüber, welche Fahrzeuge diesen Kraftstoff vertragen, aufgenötigt. Viele Autofahrer befürchten Motorschäden und hinterfragen, warum E10, trotzdem gekauft werden soll und E10, trotz viel geringerer Mineralölsteuer,nicht preisgünstiger ist. Trotz aller dieser Verbraucherfragen wird nicht intensiver aufgeklärt. Die Politiker wollen, so wurde beim Benzingipfel Anfang März von Regierung und Industrie sowie Verbänden beschlossen, E10 nicht „vom Markt“ nehmen. Es ist geplant, so teilen Wirtschaftsminister Brüderle (FDP) und Umweltminister Röttgen (CDU) mit, dass die Tankstellenbesitzer und Verbraucher besser über den Sinn und Zweck von E10 informiert werden. Wann das sein soll ist ungewiss. Die Politiker betonen, dass der Biotreibstoff E10 der richtige Ersatz für Rohöl sei und den Umweltschutz unterstütze.
Die Verbraucher fühlen sich von Politik und Mineralstoffgesellschaften allein gelassen
Selbst umweltbewusste Verbraucher sind mit der Art und Weise, wie der Biokraftstoff eingeführt wurde, nicht einverstanden. Aus diesem Grund boykottierten sie am 26..März 2011 den Kauf von E10 zum zweiten Mal. Ihnen kommt es so vor, so wird bei Gesprächen an den Tankstellen klar, als ob ihnen ein Kraftstoff aufgenötig, und eine „Preisabzocke“ betrieben werde.
Hier wird darüber informiert welche Autos E10 vertragen und warum dieser Biosprit bisher noch teurer ist.
Die Forderungen des Kfz-Portals Auto.de
Das Kfz-Portal Auto.de gehört, mit seinen etwa 980.000 monatlichen Nutzern, zu den größten Auto- und Motorradportalen in Deutschland und unterstützt die Verbraucher mit seinem Aufruf zum weiteren Boykott von E10. Trotzdem Esso in der vergangenen Woche testweise die Preise für E10 senkte und erste Raffinerien sich gegen die Umstellung der Tankstellen auf den unbeliebten Biokraftstoff wehren, soll, auf Empfehlung des Portals, auch am Samstag dem 26. März von den Verbrauchern E10 nicht getankt werden. Im Namen der Auto- und Motorradfahrer werden folgende Forderungen gestellt:
Ein Bestandsschutz für Super E5
Eine generelle Preissenkung für E10
Nachholbedarf in der Information der Autofahrer zum Biotreibstoff E10
Eine generelle Haftungserklärung bei Schäden am Auto durch den Gebrauch des Kraftstoffes E10
ADAC informiert zum momentanen Stand von E10 und fordert
Politik und Wirtschaft müssen feststellen, dass zwar eine Bewegung in die Debatte um den E10 Kraftstoff kommt, aber nicht in dem für sie gewünschten Aufwärtstrend. Die Verbraucher sind weiterhin skeptisch und die Ablehnung gegenüber dem weitgehend in seiner Wirkung auf den Motor unbekannten Kraftstoff steigt. Eine Umfrage des ADAC zeigt, dass nunmehr 85 Prozent der Verbraucher E10 rundweg ablehnen und die anderen nicht von einem Nutzen von E10 für die Umwelt überzeugt sind oder erklärten, dass sie, aus Sorge vor Motorschäden, diesen besser nicht tanken. Um die Verbraucher zum Kauf zu animieren, senkte die Mineralölgesellschaft Esso zwar versuchsweise an einigen Tankstellen die Preise für E10. Der Auto Club Europa (ACE) kritisierte dieses sporadische Vorgehen aber als Test der Schmerzgrenze der Verbraucher. Der ADAC beklagt, dass der Treibstoff E5 inzwischen teurer als E10 sei und nur ein Viertel der Tankstellen ihnen E10 anbieten. E5 müsse zu einem fairen Preis verkaufen werden.Sparfüchse sind zusätzlich interessiert, ob und wann sie im Zusammenspiel von Treibstoff mit Leichtlauf-Motoröl Geld sparen können. Noch weitreichender sind die Berechnungen ob kostengünstiger mit Benzin, Biodiesel oder Urin gefahren wird.
Die zusätzlichen Forderungen des ADAC:
Ein Angebot der beiden Treibstoffen E5 und E10
Die Preistreiberei der Mineralstoffkonzerne ,zwischen dem alternativ angebotenen Super Plus und E10, die einen Verstoß gegen den Geist des Benzingipfels der Bundesregierung darstellt, zu unterlassen.
Der Präsident des ADAC, Peter Mayer, kündigt, an gegen Tankstellenbesitzer, die nach der Einführung des Bioantriebstoffes E10 kein Super E5 als Bestandsschutz anbieten, Anzeige beim Kartellamt, zu erstatten.
Wie geht die Umstellung auf E10 voran?
Wie die süddeutsche.de mitteilt, stoppten die Mineralölgesellschaftens Esso und Shell die Umrüstung Ihrer Tankstellen auf E10. In Süd- und Ostdeutschland wird E10 an den meisten Zapfsäulen angeboten. Weiter wird mitgeteilt, dass E10 im Westen und Norden nicht zur Verfügung steht und das werde, nach den jetzigen Erkenntnissen, auch so bleiben, da die dort ansässigen Raffinerien sich, mangels Nachfrage, weigern, ihre Produktion auf E10 umzustellen. Stattdessen wird dort weiter E5 produziert und getankt. Dieses wird in den Verkaufsgebieten von E10, so wird von den Verbänden beklagt, kaum noch angeboten, da viele Tankstellen vom Streit profitieren und als Alternative nur noch das wesentlich teurere Super-Plus zur Verfügung stellen.
Quelle: ADAC, Auto.de, ACE
