Für die Herstellung von Bio-Wein gelten strenge Richtlinien, deren Einhaltung vom Bundesverband Ökologischer Weinbau kontrolliert wird. Verschiedene Siegel von Biohöfen und das offizielle Bio-Siegel der Europäischen Union helfen dem Verbraucher bei der Auswahl. Bisher werden vor allem Rebsorten wie Riesling, Chardonnay und Merlot biologisch angebaut, aber auch mit anderen Rebsorten in Bio-Qualität stehen immer öfter Weine in den Regalen der Weinhändler.
Charakteristika von Wein aus biologischem Anbau
Der wichtigste Unterschied zwischen herkömmlich hergestelltem Wein und Biowein ist die Art des Anbaus der Reben. Wein-Reben sind anfällig für Insekten- und Pilzbefall, um die Ernte zu schützen verwenden Winzer chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel. Wie bei anderen Lebensmitteln auch finden sich Spuren der Insektizide, Fungizide und Herbizide im Endprodukt – im Wein.
Beim biologischen Anbau von Wein wird auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verzichtet, stattdessen pflanzt der Winzer widerstandsfähigere Reben an, denen natürliche Resistenzen gegen Schädlinge angezüchtet wurden. Trotz der besseren Widerstandskraft der Wein-Reben kann auch der Bio-Winzer nicht vollständig auf Pflanzenschutzmittel verzichten, aber er verwendet Mittel auf Naturbasis wie Kupfer oder Schwefel, Extrakt aus Quassiaholz oder Gesteinsmehl.
Die Erträge im biologischen Anbau sind deutlich geringer als im traditionellen Anbau, weil der Bio-Winzer auf mineralische Düngemittel verzichtet. Auch der Anbau von ertragreichen genmanipulierten Reben ist im Bioanbau untersagt.
Aufgrund der aufwändigen Verfahren in der biologischen Landwirtschaft ist Bio-Wein deutlich teurer als herkömmlicher Rebensaft, ob sich die Preisunterschiede auch im Geschmack niederschlagen ist umstritten. Bisher konnten weder eindeutige Unterschiede im Geschmack noch bei der gesundheitsfördernden Wirkung von Wein empirisch nachgewiesen werden. Als verlässliches Unterscheidungskriterium gilt bisher nur der Verzicht chemisch-synthetischer Mittel und die naturnahe Anbauweise.
Naturnahe Herstellung von Wein
Der Bio-Winzer legt besonderen Fokus auf die Gesundheit seiner Rebstöcke, durch Kultivierung werden die Wein-Reben gestärkt. Der Boden wird aktiviert und das Bodenleben unterstützt, dazu wird der Boden mit Nährstoffen angereichert und Nützlinge angesiedelt. Mithilfe solcher Kultivierungsmaßnahmen werden die Wein-Reben auf natürlichem Weg mit allem versorgt, was sie für ihr Wachstum benötigen und vor Schädlingen geschützt.
Die schonende Verarbeitung während der Lese und Kelterung ist ein weiterer Faktor bei der Herstellung von Bio-Wein. Der Winzer ist bestrebt die Konzentration von Sekundäraromen und Gerbstoffen im Most (Weisswein) oder der Maische (Rotwein) so gering wie möglich zu halten. Die Weintrauben werden möglichst wenig mechanisch bearbeitet, Verfahren wie das Schönen, Stabilisieren oder Klären von Wein mit Gelatine, Rinderblut und Metaweinsäure sowie das Anreichern mit Zusatzstoffen wird weitgehend vermieden. So wird gewährleistet, dass die Naturbelassenheit von Biowein auch nach der Kelterung erhalten bleibt.
Gelagert werden Bioweine im luftdichten Edelstahlfass, damit keine Sekundäraromen in den Wein gelangen. Nur Edelreben wie Cabernet-Sauvignon oder Spätburgunder reifen auch in der biologischen Herstellung im traditionellen Eichenfass. Grundsätzlich ist Bio-Wein ein naturbelassener Rebensaft, dessen Geschmack weitestgehend durch das Klima und den Boden, auf dem die Reben gedeihen geprägt ist.
Quelle: ,,In bio veritas“- Wein aus ökologischem Anbau, 2005 ECOVIN Weinwerbe GmbH
Bioland.de
euinfo.de
Ökologischer Weinanbau - Wikipedia
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