Birkenpollen lösen Allergien aus

Schnupfen und Husten im Frühjahr sind oft keine Erkältung

Durch den Klimawandel beginnt der Flug der Birkenpollen immer früher. Alle zwei Jahre - 2008 wieder - schütten die Birken besonders viele Pollen aus. Allergiker leiden

Birkenpollen gelten als eine der Hauptursachen von Heuschnupfen oder allergischem Asthma. Nach einer neueren Untersuchung sind rund ein Drittel der Allergiepatienten gegen Birkenpollen sensibel. Alle zwei Jahre schütten die Birken besonders viele Pollen aus. 2008 ist es wieder so weit. Der Birkenpollenflug erreicht im April seinen Höhepunkt. Menschen, die gegen diese allergisch sind, leiden dann unter Niesen, Augenjucken oder gar Atemnot. Da hilft nur eine frühzeitige Desensibilisierung. Eine spezifische Immuntherapie kann zu einer jahrelangen Besserung, im günstigsten Fall sogar zu einer Heilung führen.

2008 ist ein "Birkenmastjahr"

Nachdem die Birkenpollensaison 2007 verhältnismäßig schwach ausgefallen ist, droht dieses Frühjahr mehr Ungemach. Der Klimawandel zeigt auch bedenkliche Folgen: Vor allem nach dem bisher äußerst milden Winter. Die Vegetation hat früh ihre Ruhephase beendet. Für einige Allergiker hat die Leidenszeit bereits im Januar mit dem Flug der ersten Pollen von Erle und Hasel begonnen. Abhängig vom Wetter und dem Standort ist ab März mit Birkenpollen zu rechnen. Wenn im Mai die Baumpollensaison endet, fangen Gräser und der Roggen an zu blühen. „Heute müssen sich Allergiker zeitiger auf die Heuschnupfensaison vorbereiten als noch vor 20 Jahren“, sagt der Freiburger Medizinmeteorologe Dr. Klaus Bucher vom Deutschen Wetterdienst. Die Pollensaison starte durchweg vierzehn Tage früher. Seit 1994 erreicht die Birke ihr Blühmaximum im Mittel drei Tage früher als in den 13 Jahren zuvor – Auswirkung des Klimawandels.

Vom Heuschnupfen zum Bronchialasthma

Bei Menschen mit einer Pollenallergie reagiert das Immunsystem nach dem Einatmen von Blütenstaub überempfindlich. „In den Birkenmastjahren leiden besonders viele Patienten unter einer Allergie auf Birkenpollen“, sagt Regina Fölster-Holst vom Verband Deutscher Allergologen. „Der Zwei-Jahres-Rhythmus der Birkenblüte spiegelt sich in den Beschwerden der Patienten wider“. Allerdings glauben viele Menschen bei Schnupfen, Niesen und Husten im Frühling, sie hätten sich einen grippalen Infekt – landläufig eine Erkältung – eingefangen.

Fachleute warnen davor, solche Symptome auf die leichte Schuler zu nehmen. Die „allergische Entzündung kann sich auf die Bronchien ausdehnen und zu allergischem Asthma mit pfeifender Atmung, Luftnot und Husten führen“, so Claus Bachert, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immuntherapie. Nur rechtzeitige Behandlung des Heuschnupfens könne verhindern, dass die Erkrankung chronisch wird.

Verbesserung des Allgemeinbefinden

Eine effektive Allergietherapie bekämpft nicht nur die Heuschnupfen-Symptome, sondern verbessert auch die Leistungsfähigkeit und den nächtlichen Schlaf der Betroffenen. Bewährt haben sich kortisonhaltige Nasensprays und Antihistaminika. Bei einer Langzeitbehandlung erhalten die Patienten über drei Jahre hinweg regelmäßig Injektionen mit molekular standardisierten Allergenen. Damit tritt in neunzig Prozent der Fälle eine langfristige Besserung ein. Das Immunsystem reagiert weniger sensibel. Der so genannte Etagenwechsel zum Asthma bronchiale lässt sich so fast immer zuverlässig verhindern.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Horst Schinzel, Valentina Jermakova

Horst Schinzel - Ich bin seit mehr als fünfzig Jahren journalistisch und publizistisch tätig. In den Siebziger Jahren habe ich einen Kleinverlag ...

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