Birnen stammen ursprünglich aus Westasien und wurden aus orientalischen und persischen sowie aus Holz- bzw. Wild-Birnen gezüchtet. Die alten Griechen kultivierten sie als Erste auf dem Peloponnes. Der römische Geschichtsschreiber und Botaniker Plinius berichtete 50 Jahre nach Christus schon von 35 Birnensorten. Er lobte die Frucht wegen ihres hohen Fruchtzucker-Anteils. Und 150 Jahre später verordnete der römische Arzt Gelenus die Birne sogar als Heilmittel, "damit sie den Körper von giftigen Stoffen befreie". Heute gibt es ungefähr 1500 Birnensorten. In Deutschland werden acht Edelsorten bevorzugt angebaut: Frühe von Trévoux, Clapps Liebling, Williams Christ, Gellerts Butterbirne, Köstliche aus Charneu Conférence, Alexander Lucas und Vereinsdechtantsbirne.

Birnenmarmelade und Birnenkonfitüre

Für Birnenmarmelade benötigt man 1 kg Birnen, 1 kg Gelierzucker, den Saft und die Schale einer Zitrone und 1 Stück Vanillestange. Die Birnenstücke werden gründlich zerkleinert, mit Gelierzucker, Zitronensaft, der abgeriebenen Zitronenschale und der Vanillestange vermischt und unter Rühren zum Kochen gebracht. 4 Minuten sprudelnd kochen lassen und anschließend in Gläser füllen.

Für Birnenkonfitüre benötigt man 1 kg Birnen (geschält, geviertelt), 1 kg Gelierzucker, Saft und Schale einer Zitrone, 1 Stück Vanillestange oder 1 Stück Zimtstange und 3-5 Nelken. Die Birnenstücke werden in kleine Scheiben geschnitten, mit dem Gelierzucker und dem Gewürz vermischt und 24 Stunden zugedeckt stehen gelassen. Dann bringt man die Mischung zum Kochen. 4 Minuten sprudelnd kochen lassen und anschließend in Gläser füllen. Ein gestrichener Teelöffel Ingwerpulver oder 4-5 fein gewürfelte Ingwerpflaumen runden den Geschmack der Birnenkonfitüre besonders würzig ab. Anstatt der Zimtstange kann man auch etwas Koriander nehmen.

Birnen mit Geist sind eine besondere Spezialität

Birnen kann man roh mit Zuckerlösung oder gekocht als Kompott einfrieren. Für die Zuckerlösung kocht man 1 Liter Wasser mit 550 g Einmachzucker auf und gibt 1 g Ascorbinsäure (Vitamin C) hinzu, damit die Früchte schön hell bleiben und nicht nachdunkeln. Zuerst werden die reifen, aber festen Birnen ohne Druckstellen gewaschen, geschält, halbiert und das Kerngehäuse entfernt. Anschließend 2-3 Minuten blanchieren (kurzes Kochen in siedendem Wasser), in Plastikdosen oder Aluschalen schichten, mit Zuckerlösung bedecken und einfrieren.

Eine besondere Spezialität sind Birnen mit Geist. Dafür benötigt man 1 kg Birnen, 2 Nelken, 1 Stück Zimtstange, 1 Flasche Birnengeist und 250 g weißen Kandis. Zuerst werden die Birnen geschält, halbiert, das Kerngehäuse entfernt und die Früchte mit ganz wenig Wasser kurz aufgekocht. Anschließend werden die abgekühlten Birnenhälften mit dem Kandis, Nelken, Zimt und Alkohol in ein schönes Glas geschichtet. Dieses verschließt man und lässt die Früchte etwa einen Monat lang durchziehen.

Quelle: "Einmachen - süß und pikant", Ceres-Verlag 1992, ISBN 3-7670-0444-5