Blut im Urin: Ursachen und Diagnose der auslösenden Erkrankung

Roter Urin  - www.pixelio.de  Rolf van Melis
Roter Urin - www.pixelio.de Rolf van Melis
Blut im Urin bedarf einer schnellen, ärztlichen Abklärung, da dies fast grundsätzlich ein Anzeichen für eine Erkrankung der Harnwegsorgane ist.

Blut im Urin kann zwar durchaus auch einmal nach einer extremen, körperlichen Anstrengung auftreten, dies gehört jedoch zu einer eher seltenen Ausnahme. Blut im Urin kann sowohl sichtbar (Makrohämaturie) wie auch unsichtbar (Mikrohämaturie) sein und im letzteren Fall nur über Laboruntersuchungen mittels Teststreifen oder unter dem Mikroskop festgestellt werden.

Gründe für Blut im Urin

Die meisten Ursachen für Hämaturie sind im Urogenitaltrakt zu finden und reichen von einer harmlosen, schnell und einfach zu behandelnden Erkrankung wie einer Blasenentzündung bis hin zu bösartigen Tumoren. Weitere Gründe können sein:

  • Nierenentzündung
  • Nierenbeckenentzündung
  • Entzündung der Harnröhre
  • Blasen- oder Nierensteine
  • Prostatavergrößerung
  • Verletzungen von Blase, Niere, Harnleiter, Harnröhre
  • Fremdkörper in der Harnröhre
  • Bestrahlung, Chemotherapie
  • blutverdünnende, gerinnungshemmende Medikamente
  • Gefäßerkrankungen

Blut im Urin – Abklärung und Diagnose der auslösenden Erkrankung

Die Abklärung der Hämaturie erfolgt etappenweise. Grundstock für weiterführende Diagnostik ist eine ausführliche Anamnese. Schmerzen beim Wasserlassen und häufiger Harndrang in Kombination mit einem Nachweis von Bakterien im Urin weisen beispielsweise auf eine Blasenentzündung hin. Kommen Fieber und klopfschmerzhafte Flanken hinzu, könnte eine Nierenbeckenentzündung der Auslöser sein. Urin- und Blutuntersuchungen stehen nach der Anamnese an erster Stelle. Bei der Sonographie, oder auch Ultraschall genannt, werden Veränderungen der Nieren zuverlässig nachgewiesen. Auch können Tumore oder Nierensteine diagnostiziert werden. Die Blase ist nur mit Hilfe der Blasenspiegelung sicher zu beurteilen. Auf dem Weg dorthin wird auch die Harnröhre begutachtet. Eine Blasenspiegelung dauert nur wenige Minuten und wird meistens ambulant durchgeführt , das heißt, der Patient kann danach nach Hause gehen. Die eingesetzten Geräte sind entweder starr und stabförmig oder flexibel und schlauchähnlich. Röntgenkontrastmitteluntersuchungen werden zur Abklärung des Harnleiterbereiches durchgeführt. Tumore sind durch Kontrastmittelaussparungen erkenntlich, Steine als Schatten auf dem Röntgenfilm oder als Umfließungsfigur . Bei einer Ureterorenoskopie (Spiegelung des Harnleiters) werden die Harnleiter und/oder das Nierenbeckenkelchsystem endoskopisch untersucht. Hierbei können sehr gut Harnsteine entfernt werden. Weiterhin dient diese Untersuchungsmethode, die in der Regel unter stationären Bedingungen durchgeführt wird, zur diagnostischen Abklärung eines Urothelkarzinom im Bereich des oberen Harntraktes. Die Dauer des in Narkose durchgeführten Eingriffes ist abhängig von der Lage und Größe des Steins beziehungsweise der Ausdehnung des Tumors und beträgt in der Regel zwischen zwanzig und neunzig Minuten.

Rot gefärbter Urin durch Medikamente oder Lebensmittelfarben

Einige Medikamente können den Urin rötlich verfärben. Dies kann im Beipackzettel beschrieben sein, ein entsprechender Hinweis kann jedoch auch fehlen. Lebensmittel wie Rote Bete, Rote Rüben und Rhabarber haben auch die Eigenschaft, dem Urin eine rote Farbe und damit den Anschein einer Blutbeimengung zu geben. Wer jedoch diese Nahrungsmittel nicht verzehrt hat und sich unsicher ist, ob eingenommenen Medikamente eventuell dieses Phänomen ausgelöst haben, sollte bei rötlicher Verfärbung des Harns unverzüglich den Arzt aufsuchen.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel niemals ärztlichen Rat ersetzen kann!

Bildnachweis: © Rolf van Melis / pixelio.de

Barbara Kunick-Wünsche, F. Wünsche

Barbara Kunick-Wünsche - Barbara Kunick-Wünsche hat durch ihre Tätigkeiten als Krankenschwester und Heilpraktikerin in eigener Praxis ein umfangreiches ...

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