Blüten und Blätter mit wasserlöslicher Kreide malen

Hortensienblüten mit wasserlöslicher Kreide gemalt - Andrea Fettweis
Hortensienblüten mit wasserlöslicher Kreide gemalt - Andrea Fettweis
Blumenaquarelle mit wasserlöslicher Kreide zu gestalten, ist eine reizvolle Möglichkeit, kontrastreiche Bilder mit spannenden Details zu kreieren.

Sie sind so vielfältig, dass man sie immer wieder festhalten möchte: Pflanzen im Garten oder in der Natur bestechen durch ihre Blütenformen und -farben. Aber auch Blätter können ausgesprochen dekorativ und echte Hingucker sein. Kein Wunder, dass sie für Maler zu den beliebtesten Motiven gehören! Wie man sie interpretiert, in welchem Stil und mit welchen Farben man sie zu Papier bringt, ist reine Geschmackssache. Ein Versuch, Blüten mit wasserlöslichen Malkreiden zu gestalten, soll zur Anregung beschrieben werden.

Welche Farben und welches Papier sollte man verwenden?

Wenn Sie noch nie mit wasserlöslichen Malkreiden gemalt haben, kaufen Sie sich zunächst einige Farben, die Sie gern und oft verwenden. Sie sind nicht allzu teuer und sind es auf jeden Fall wert, zu probieren, wie man seine Ideen damit ausdrücken kann. Für Blätter und Gräser brauchen Sie vor allem Grüntöne, es sei denn, sie möchten Ihr Bild surreal gestalten. Die Farben für die Blüten richten sich nach dem geplanten Motiv. Wenn es aus zarten Tönen besteht, sollten Sie die entsprechenden pastelligen Farben besorgen, da man die kräftigen Farben als Einsteiger nicht so leicht verdünnen kann. Als Malgrund nehmen Sie am besten nicht zu dünnes Aquarellpapier auf dem Block (ab 220 Gramm pro Quadratmeter), das matt sein sollte, damit Sie mit der Kreide auch Details sauber abbilden können. Auf rauem Papier könnte das Bild zu unruhig wirken.

Blumenmotiv mit Kreide auftragen

Suchen Sie sich nun einen Ausschnitt Ihres Motivs aus, der nicht zu viele kleine Flächen enthält. Große Blütendolden, wie die Hortensien im gezeigten Beispiel, lassen sich für den Anfang leichter gestalten. Deuten Sie die Formen der kleinen Blütenteile nur an, sie werden später mit dem Pinsel ausgearbeitet. Im Wesentlichen werden nur die Flächen angelegt und mit Kreide ausgefüllt. Runde Formen malen Sie mit kreisenden Bewegungen. Verzichten Sie zunächst auf Einzelheiten, die beim Vermalen mit Wasser ohnehin nur verwischen würden. Tragen Sie auch nicht zu viele Farben übereinander auf, da diese Mischung hinterher völlig anders aussehen kann, als Sie es vielleicht beabsichtigt haben. Wenn Sie zwei Farben kombinieren, sind Sie auf der sicheren Seite.

Kreidebild von Blüten und Blättern mit Wasser und Pinsel vermalen

Sobald Sie mit Ihrem Bild zufrieden sind, wird es mit Wasser und Pinsel bearbeitet. Hierbei können Sie nun die kleinen Blütenformen gestalten, denn die Kreide verläuft in dem Maße, wie Sie sie mit Wasser benetzen. Lassen Sie auch einige Stellen mit unverdünnter Kreide stehen, um einen reizvollen Kontrast zu schaffen. Arbeiten Sie langsam und beobachten Sie, wie sich das Motiv verändert. Nach dem Trocknen sieht das Bild noch einmal anders aus. Der Hintergrund wird nur angedeutet, indem Sie die Ränder der Pflanzen mit Wasser anfeuchten und die Farbe ein wenig in die weiße Fläche laufen lassen. Wenn Sie das ganze Bild mit Wasser bearbeitet haben, ist ein weiterer Kreideauftrag möglich. Dabei können Sie nun gezielt Akzente setzen, die dem Motiv mehr Tiefe verleihen. Auch diese Details können anschließend wieder ganz oder teilweise mit dem Pinsel vermalt werden. Sie können sie aber auch so stehenlassen, um das Wechselspiel zwischen aquarelligen und kreidigen Stellen wirken zu lassen.

Lesen Sie auch Malen mit Aquarellkreiden und wie man Blumen und Blüten in der Nass-in-nass-Technik malt.

Andrea Fettweis, Ernst Fettweis

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