Blutgrätsche im Kommunalwahlkampf

Zweikampf - Torsten Bogdenand - pixelio.de
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Der NFV-Kreis-Vorsitzende Enno Cording setzt für den Kommunalwahlkampf offizielles Briefpapier des Fußballverbands ein.

Was im Fußball eindeutig verboten ist und mit einer roten Karte geahndet wird, scheint einem Funktionär des Niedersächsischen Fußballverbands (NFV) im Kommunalwahlkampf durchaus legitim zu sein. Die Rede ist von der Blutgrätsche. Der NFV-Kreis-Vorsitzende Enno Cording des Kreises Oldenburg-Stadt, hat in den Schlussminuten des Niedersächsischen Kommunalwahlkampfes scheinbar zu irregulären Mitteln gegriffen und sein Amt missbraucht, um Werbung für die „Wählergemeinschaft für Oldenburg“ (WfO) zu machen.

Wahlkampf mit Briefpapier des Fußballverbands

Cording der Spitzenkandidat der Wählergemeinschaft im Wahlbezirk IV/Nordost ist, hat auf offiziellem Briefpapier des Fußballverbands Werbung für sein politisches Amt und seine Wählergemeinschaft gemacht und dieses Schreiben dann auch noch über den Verteiler des Spielausschussvorsitzenden des NFV-Kreisverbandes verschickt. In seinem Schreiben bemängelt Cording „dass der Sport und besonders der Fußball im Rat und in den Ausschüssen schlecht vertreten ist.“ Auf mehreren Seiten macht Cording Werbung in eigener Sache. Er schreckt auch nicht davor zurück, einen Musterstimmzettel mit zu verschicken. Auf dem Musterstimmzettel wurden bereits die drei Kreuze an der aus Cordings Sicht einzig richtigen Stelle gemacht. Zeitgleich wurde die ebenfalls auf dem Musterstimmzettel aufgeführte Piratenpartei durchgestrichen.

Spitzenkandidaten der Wählergemeinschaft macht seinen eigenen Musterstimmzettel ungültig

Nicht genug, dass Cording durch sein Handeln gezeigt hat, dass er offenbar nicht weiß, dass man durch das Wegstreichen einer Partei auf einem Stimmzettel diesen ungültig macht, er hat auch gegen den Paragrafen 3 der Satzung des NFV verstoßen. In diesem Paragrafen steht nämlich geschrieben, dass der NFV „parteipolitisch, religiös und rassisch neutral“ sei.

Das sein Amt beim NFV nicht so recht zu seiner politischen Funktion passen könnte, sieht Cording nicht so. Weitere Mitglieder des NFV-Kreisvorstandes, Vereinsvorsitzende, Obleute und Trainer sind Mitglieder der Wählergemeinschaft und das angeblich mit Wissen des NFV-Verbandes. Die Verwendung des offiziellen Briefpapiers inklusive des offiziellen Logos des NFV zum Zwecke des Kommunalwahlkampfs, soll laut Cording ein Versehen gewesen sein. Er hätte lediglich einen privaten Brief an ein paar Bekannte verschicken wollen, dies aber nicht absichtlich auf NFV-Papier. Dass er Wahlwerbung machen wollte, bestreitet Cording indes nicht. Nur die Art und Weise sei unglücklich gewesen.

Ein Fußballspieler der in einem Spiel die Blutgrätsche einsetzt und damit die Verletzung seines Gegenspielers in Kauf nimmt, mag im Nachhinein gegenüber dem Schiedsrichter auch von einem Versehen sprechen. Dennoch wird der Spieler für sein grobes Foulspiel die rote Karte sehen. Eine rote Karte sollte nun auch NFV Präsident Karl Rothmund zeigen. Denn durch sein Verhalten und dem Verstoß gegen Paragraf 3 der Satzung, hat Cording dem Verband einen Imageschaden zugefügt.

Quelle: huntereport.de

Marc Herrmann, Marc Herrmann

Marc Herrmann - Mein Name ist Marc Herrmann. Ich wurde 1974 in der wunderschönen Stadt Kiel in Schleswig-Holstein geboren, lebe jedoch seit 2000 aus ...

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