Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) ist eine typische Zivilisationskrankheit, weil ganz bestimmte Faktoren zu dieser Krankheit führen. In 95 Prozent aller Fälle liegt eine genetische Veranlagung vor, kombiniert mit einer ungesunden Lebensweise. Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, Übergewicht, Stress, Rauchen und Alkohol begünstigen die Entstehung besonders. Jeder fünfte über 50 Jahren und jeder vierte über 65 Jahren leidet an zu hohem Blutdruck.
Bluthochdruck gilt als „stiller Killer“
Bluthochdruck hat lebensbedrohliche Folgen: Durch die Schädigungen, die er verursacht, gilt er bei rund 40 Prozent aller Todesfälle von Menschen unter 60 Jahren als Auslöser und Verursacher. In Deutschland sterben damit mehr Menschen an den Folgen der Gefäß schädigenden Krankheit als an Krebserkrankungen.
Ein lange bestehender und weil unentdeckt auch unbehandelt gebliebener Bluthochdruck schädigt die Blutgefäße. Kommt es in der Folge zu Verengungen, werden Organe geschädigt, weil sie nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden.
Besonders tückisch aber ist, dass nur etwa die Hälfte der Betroffenen von ihrem Leiden wissen, denn man spürt zu hohen Blutdruck nicht oder hat sich im Laufe der Jahre an seine Auswirkungen gewöhnt: an den roten Kopf bei Anstrengung oder Aufregung oder an den morgendlichen Kopfschmerz. Erst später treten Beschwerden auf, die einen dazu bringen, seinen Arzt aufzusuchen: Luftnot, Sehstörungen, Übelkeit oder Druck, Enge oder Schmerzen im Brustbereich.
Zu den lebensbedrohlichen Folgen von Hypertonie zählen Herzinfarkt (Todesursache Nr. 1 in Deutschland), Schlaganfall, Herzmuskelschwäche, Nervenschädigungen wie Demenz und Nierenversagen.
Wissenswertes über den Blutdruck
Das Herz treibt den Blutkreislauf an und versorgt so alle Gewebe und Organe im Körper. Der Transport des Blutes geschieht mit Hilfe des regelmäßigen Pumpdrucks. Dieser schwankt zwischen einem Höchstwert (systolischer Druck), der entsteht, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht, um Blut in die Schlagadern zu pressen. Der Minimalwert (diastolischer Druck) entsteht, wenn sich der Herzmuskel danach wieder entspannt.
Die Höhe des Blutdrucks ist abhängig von der Herztätigkeit und von der Muskelspannung in den Blutgefäßen. So schlägt z.B. das Herz bei körperlicher Anstrengung schneller, damit alle Organe besser versorgt werden können – die Folge ist ein hoher Blutdruck. In Ruhestellung sinkt er wieder ab. Er ändert sich aber auch im Laufe eines Tages: So ist er vormittags und am späten Nachmittag am höchsten, nachts am niedrigsten.
Aktiv werden gegen einen unsichtbaren Gegner
Um dem heimlichen Killer erfolgreich das Handwerk zu legen, muss man ihm erst einmal auf die Spur kommen. Das gelingt mit regelmäßigem Messen des Blutdrucks – stets im Ruhezustand. Man spricht von einem normalen Blutdruck, wenn die Werte zwischen 120/80 und 129/84 liegen. Zwischen 130/85 und 139/89 gelten sie als hoch-normal und erst, wenn auf Dauer 140/90 überschritten sind, liegt Bluthochdruck vor. Wer Diabetes mellitus oder ein schwaches Herz hat, für den gelten bereits hoch-normale Werte als gefährdend.
Die Werte lassen sich auf unterschiedliche Weise ermitteln durch
- drei Einzelmessungen beim Arzt
- fünf morgendliche Messungen zu Hause
- eine 24-Stunden-Messung mit einem tragbaren Gerät
Die letztgenannte Methode liefert besonders zuverlässige Ergebnisse, weil hier über einen langen Zeitraum regelmäßig gemessen und daraus ein durchschnittlicher Wert errechnet wird.
Zu hoher Blutdruck muss auf jeden Fall ärztlich behandelt werden. In leichten Fällen lässt sich schon durch eine gesündere Lebensweise viel erreichen, meist aber empfiehlt der Arzt Blutdruck senkende Medikamente. Allerdings genügt es nicht, allein eine medikamentöse Therapie durchzuführen. Nur eine konsequente Umstellung der Lebensumstände kann auf Dauer den Blutdruck erfolgreich senken. Menschen mit Bluthochdruck sollten
- sich mehr bewegen und sich ausgewogen sportlich betätigen
- gesund ernähren: Obst, Gemüse, Ballaststoffe, pflanzliche Fette und hochwertige Öle verwenden und ganz wichtig: salzarm
- das Rauchen aufgeben
- den Alkoholgenuss reduzieren
- Stressfaktoren verringern
- Entspannungstechniken erlernen
- bei Übergewicht unter ärztlicher Kontrolle abnehmen
Mit einem Blutdruckmessgerät können Betroffene regelmäßig (möglichst täglich) ihren Blutdruck kontrollieren. Fachgerechte Beratung zum Kauf eines geeigneten Gerätes, erhält man in Sanitätsfachhandel oder Apotheke, denn es gibt Unterschiede zwischen Handgelenk – und Oberarm-Messgeräten. Und nicht jede Ausführung eignet sich für jeden: Bei älteren oder an Diabetes erkrankte Menschen zum Beispiel ist die Oberarmmessung meist genauer als am Handgelenk. Die Deutsche Hochdruckliga e.V. vergibt Gütesiegel für „Blutdruckmessgeräte für die Patientenselbstmessung“, die besondere Zuverlässigkeit und Messgenauigkeit aufweisen.
