
- Blutdruckmessgerät - www.pixelio.de Rainer Sturm
Eine Standarduntersuchung beim Arzt ist die Messung des Blutdrucks, doch kaum ein Patient versteht genau das Procedere der Messung und die Hintergründe der Aussage: „Ihr Blutdruck ist zu hoch“ und die Bedeutung und Zusammenhänge von unterem und oberen Wert, auch diastolischer und systolischer Blutdruck genannt.
Was ist Bluthochdruck?
Um diese Frage zu beantworten, muss man erst einmal wissen, was überhaupt ein Blutdruck ist. Blut muss ständig in Bewegung sein. Damit es alle Gefäße bis hin zu den kleinsten Kapillaren und damit alle Organe erreichen kann, ist Druck notwendig. Das Herz hat die Funktion einer Pumpe und ist für den Transport des Blutes durch den Körper zuständig. Zum Zeitpunkt des Blutausstoßes hat sich das Herz maximal zusammengezogen und das Blut in die Gefäße gedrückt. Es erfolgt eine ganz kurze Zeit der Erschlaffung des Herzmuskels, in der dieser wieder mit Blut gefüllt wird, welches beim nächsten Pumpstoß wieder ausgeworfen wird. Wie hoch oder auch niedrig der Blutdruck ist, kann mit dem jedermann bekannten Blutdruckmessgerät einfach und schnell festgestellt werden, welches grundsätzlich zwei Messparameter anzeigt, einen oberen, systolischen und einen unteren, diastolischen Wert. Als systolischer Wert gilt der, der bei der maximalen Füllung der Gefäße besteht, also dann, wenn sich das Herz zusammengezogen und mit dem Schlag das Blut in den Kreislauf gepumpt hat. Der diastolische Wert zeigt den Gefäßdruck in der Entspannungsphase an, in der die Herzkammer wieder mit Blut gefüllt wird. Diese zwei Phasen laufen in der Regel sekündlich oder aber auch bei körperlicher Betätigung in Bruchteilen von Sekunden ab und sind gut durch die Messung der Pulsfrequenz zu beurteilen, wobei ein Ruhepuls von 60 bis 80 Schlägen als Normbereich gilt. Der Blutdruck wird in der Messeinheit mmHg (mm Quecksilbersäule) gemessen und gilt als zu hoch, wenn dauerhaft Druckverhältnisse herrschen, die das Herz-Kreislaufsystem negativ beeinflussen und schädigen.
Blutdruck: normal, leicht erhöht und hoch – was bedeuten die Werte?
Bei körperlicher Ruhe gilt ein Blutdruckwert als optimal, der 120/80 mmHg nicht überschreitet. Als normal gilt noch ein Wert von nicht mehr als 129//84. Ein grenzwertiger Normalwert sind Werte von 130-139/85-89 mmHg. Von einem leicht erhöhten Blutdruck wird gesprochen, wenn die Messwerte zwischen 140-159/90-99 mmHg betragen. Höhere Werte werden als mittelgradig erhöhter Bluthochdruck bezeichnet und liegen im Bereich 160-179/100-109 mmHg. Eine schwere Hypertonie hat Werte von mehr als 180/mehr als 110 mmHg. (Quelle: Internisten im Netz)
Ein einmalig hoher Wert ist nicht aussagekräftig
Eine Feststellung von Bluthochdruck ist zwar einerseits durch das unkomplizierte, einfache und schnelle Verfahren recht leicht, jedoch bei einer einmaligen Messung nicht aussagekräftig. Nicht wenige Menschen sind beim Arztbesuch so aufgeregt, dass sie nur in der Praxis einen erhöhten Blutdruck haben. Dieses Phänomen wird deshalb als Praxishypertonie oder salopp als „Weißkittel-Hochdruck“ bezeichnet. Der Blutdruck ist grundsätzlich aber auch außerhalb der Arztpraxis erheblichen Schwankungen unterworfen und reagiert auf sowohl körperliche wie auch seelische Belastungen. Eine zuverlässige Diagnose ist daher nur durch mehrmalige Messungen beziehungsweise durch eine 24-Stunden-Blutdruckmessung zu erheben. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, sich ein Blutdruckmessgerät anzuschaffen, um zu Hause den Blutdruck zu kontrollieren. Wenn die Selbstmessung auch im Grunde recht einfach ist, so müssen jedoch einige Regeln beachtet werden, um aussagefähige, richtige Werte zu erhalten. Informationen hierzu im Artikel Bluthochdruck: Richtig Blutdruck messen
Hoher Blutdruck muss behandelt werden
Steht die Diagnose Bluthochdruck, in der medizinischen Terminologie auch arterielle Hypertonie genannt, fest, so muss die Erkrankung auch behandelt werden, denn dauerhaft erhöhter Blutdruck kann Herz, Blutgefäße, Gehirn, Nieren und Augen schädigen und zu Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. In 90 Prozent aller Fälle ist keine Ursache für die Hypertonie erkennbar und es kann nur symptomatisch therapiert werden. Bei den restlichen zehn Prozent entsteht hoher Blutdruck als Folge von anderen Erkrankungen, die hauptsächlich von Nieren und Hormonsystem ausgehen.
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel niemals ärztlichen Rat ersetzen kann!
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