
- Gewürzmischungen - Benjamin Klack
Nach neuesten Erkenntnissen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) soll der aus Ägypten stammender Bockshornkleesamen, der zur Sprossenherstellung im niedersächsischen Bienenbüttel benutzt wurde, die Ehec-Epidemie ausgelöst haben, meldet die "Süddeutsche".
Was aber ist Bockshornklee und wo wird er verwendet?
Bockshornklee(Trigonella foenum-graecum) ist eine Pflanze, die hauptsächlich im Nahen Osten und in Nordafrika, aber auch in Indien und China, angebaut wird. In diesen Ländern wird sowohl die Pflanze selbst als Nahrungs- und Futtermittel verzehrt, sowie auch der Samen der Pflanze als Gewürz zur Anwendung kommt. Der lateinische Name bedeutet übersetzt „Griechisches Heu“, da Bockshornklee im getrockneten Zustand den Geruch von Heu ausströmt.
Bockshornklee und Bockshornkleesamen von der Antike bis heute
Bockshornklee war schon im alten Ägypten und im Orient bekannt als Heilpflanze bekannt. Schon Hippokrates schätzte die vielseitige Pflanze und auch Hildegard von Bingen kannte im 12.Jahrhundert bereits die Wirkung von Bockshornklee und Bockshornkleesamen auf die Gesundheit. Auch in Nordeuropa wurde die Pflanze noch Jahrhunderte später zum Beispiel als Pferdefutter verwendet, die Samen aber dienten Heilzwecken.So wurde der Pflanze eine positive Wirkung bei Haarausfall, Kopfschuppen, Frauenkrankheiten und bei Erkrankungen des Magens, der Milz und des Darms nachgesagt.
Der Naturheiler Pfarrer Sebastian Kneipp empfahl den Samen von Bockshornklee als Pulver in Wasser einzurühren und gegen Fieber und Halsentzündung einzunehmen. Bei der äußerlichen Anwendung sollte Bockshornkleesamen gegen Geschwüre und Geschwülste helfen.
Heutige Verwendung von Bockshornklee und Bockshornkleesamen
In der Naturheilkunde kommen die Empfehlungen von Sebastian Kneipp auch heute noch zum Einsatz.
In der Homöopathie wird aus Bockshornklee eine Tinktur hergestellt, die sowohl innerlich bei Erkältungskrankheiten, wie auch äußerlich bei Wundbehandlungen eingesetzt wird.
Die Veterinärmedizin setzt auf Bockshornklee bei der Behandlung von eitrigen Wunden und Ekzemen und bei der Mast von Schlachttieren sind Bockshornkleesamen ein Bestandteil des Futters.
In der Küche finden Bockshornkleesamen vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. So sind in indischen Gerichten und Würzmischungen Bockshornkleesamen enthalten, auch wird der Samen zum Bestreuen von Brot und anderem Gebäck verwendet. Ebenso zum Würzen von Fleisch und Fleischgerichten kommt Bockshornkleesamen zum Einsatz. Auch in den Currymischungen deutscher Hersteller ist Bockshornklee enthalten.
Fazit: Bockshornkleesamen können als Gewürz überall enthalten sein und eigentlich schaden weder Bockshornklee noch die Samen der Gesundheit. Auch kann eine Verunreinigung von Gewürzen immer wieder vorkommen. Vor nicht langer Zeit wurde bei einer Überprüfung von Paprikapulver Verunreinigungen durch Schimmelpilze gefunden. Ebenso werden immer wieder Schimmelpilze bei der Überprüfung von verschiedenen Teesorten gefunden. Diese verunreinigten Lieferungen werden sofort vernichtet und gelangen natürlich nicht in den Handel.
