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Bonbontag - sozialkritischer Roman von Markus Nummi

Bonbontag - Suhrkamp Verlag
Bonbontag - Suhrkamp Verlag
Werden Kinder nur in asozialen Familien vernachlässigt? Eine verhängnisvolle Geschichte mit überraschendem Ausgang.

Der Finnische Autor Markus Nummi befasst sich in seinem Roman "Bonbontag" mit dem konfliktgeladenen Thema Kindesvernachlässigung. Er berichtet von einem mutigen kleinen Jungen, unsicheren Sozialarbeiterinnen und überforderten Eltern. Die deutsche Übersetzung des Romans stammt von Stefan Moster. "Bonbontag" ist am 19. September 2011 als Suhrkamp Taschenbuch 4276 erschienen.

Tomi und Mirja

Tomi, ein neunjähriger Junge lebt eigentlich bei seiner Großmutter. Sein Vater ist obdachlos und alkoholsüchtig, seine Mutter kümmert sich nicht mehr um ihn. Jetzt liegt auch noch seine Oma im Krankenhaus und Tomi ist total verzweifelt. Seine Freundin, die achtjährige Mirja, hat er auch schon seit längerer Zeit nicht mehr gesehen. Tomi glaubt, dass Mirja von ihrer Mutter eingesperrt wird und hat nur noch eins im Sinn: er möchte Mirja aus ihrem Gefängnis befreien. Aber wie soll er es ohne Hilfe von einem Erwachsenen anstellen? Tomi irrt planlos durch sein Wohnviertel, bis er den Schriftsteller Ari an einer Supermarktkasse kennenlernt.

Ungehörte Hilferufe

Mirja lebt mit ihrer völlig überforderten Mutter Paula allein. Diese ist total mit ihrem Job beschäftigt und reagiert überzogen, als Mirja nach ihrem Vater weint. Paula möchte Mirja einen Denkzettel verpassen und schließt das weinende Kind in der Wohnung ohne Licht und Nahrungsmittel ein. Tomi, der unterdessen die Bekanntschaft mit Ari macht erkennt, dass die Erwachsenen seinen Ruf nach Hilfe nicht verstehen. Obwohl Ari selbst Vater einer Tochter ist, versteht er nicht, was der neunjährige Junge von ihm will. Auch die Sozialarbeiterinnen, die von Tomi um Hilfe gebeten werden, sind überfordert. Tomi muss jetzt wohl die Sache selbst in die Hand nehmen und sich um die Befreiung seiner Freundin kümmern.

Gesellschaftskritischer Roman

Der am 19. September 2011 in Deutschland veröffentlichte Roman "Bonbontag" wird aus vier unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt. Der Leser erfährt das Drama um Mirja einmal aus der Sicht des neunjährigen Jungen Tomi, der sich in seiner Phantasiewelt "Doc Kilmore" nennt. Dann kommt Paula, die überforderte Mutter, zu Wort. Die Perspektive wechselt zwischenzeitlich zu Katri, einer Sozialarbeiterin. Auch der Schriftsteller Ari erklärt seine Sichtweise der Geschichte. Eines ist allen Protagonisten gemeinsam - sie sind in familiäre und berufliche Probleme verstrickt. Die Tage verstreichen und das Drama spitzt sich zu. Der finnische Autor Markus Nummi recherchierte für diesen Roman in Zeitungsberichten und schaute auf die Arbeitsweise der finnischen Kinderfürsorge. Heraus kam ein ergreifender Roman, der sich kritisch mit der Gesellschaft und ihrer Fürsorge für ihre Kinder auseinandersetzt.

Fazit

"Bonbontag" ist ein Roman, der wachrüttelt und dem Leser vor Augen hält, was Kindern in unserer Gesellschaft trotz Einmischung staatlicher Stellen widerfahren kann. Spannend geschrieben und mit aktuellem Bezug, ist dieser Roman ein Muss für Eltern und jeden, der nicht wegschaut, sondern Augen und Ohren für gesellschaftliche Probleme offen hat.

"Bonbontag" von Markus Nummi, erschienen am 19. September 2011 im Suhrkamp Verlag, Taschenbuch, 396 Seiten, 14,95 Euro, ISBN 978-3-518-46276-8

Die Autorin bedankt sich beim Suhrkamp Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Suhrkamp Verlag

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Gabriele Pagenhardt von Mainberg - Vor einigen Jahren war ich für ein Berliner Internet-Magazin im Bereich Veranstaltungs- und Ausflugstipps tätig und für ...

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