Kein global agierender Verbrecher ist vor ihm sicher: James Bond. Die Filme um den 1952 von Ian Fleming erfundenen Geheimagenten 007 beherrschen seit 1962 ("James Bond jagt Dr. No“) die Schlagzeilen. Die zeitlich am längsten bestehende und wirtschaftlich erfolgreichste Reihe der Filmgeschichte begeistert auch durch die Wahl der Frauen an Bonds Seite.

Am 06. November 2008 feiert "Ein Quantum Trost" Deutschlandpremiere: Olga Kurylenko ist "Camille“

Im neuesten Streifen zieht die Ukrainerin Olga Kurylenko die Aufmerksamkeit von 007 auf sich. Als "Camille“ gibt sie Bond wertvolle Hilfestellung bei dessen Kampf gegen eine Verschwörung, die sich der Kontrolle über einen der wertvollsten, natürlichen Rohstoffe der Erde bemächtigen will. Die schöne Camille verfolgt dabei ihre eigenen Ziele und führt James Bond / Daniel Craig zum Kopf der verbrecherischen Organisation.

Kurylenkos Filmographie in der Internetdatenbank Imdb.com zählt erst sechs Produktionen auf, in denen sie seit 2005 mitgewirkt hat. Typisch für die Bond-Filme ist aber, dass sie relativ unbekannten, hübschen und meist jungen Schauspielerinnen einen weltweiten Bekanntheitsgrad verschaffen.

Ursula Andress, Jaqueline Bisset, Jill St. John und eine verzweifelte Hausfrau: Teri Hatcher

So auch der schönen Schweizerin Ursula Andress, die 1962 neben Sean Connery in "James Bond jagt Dr. No“ spielte und durch ihren atemberaubenden Auftritt – im Bikini das Meer verlassend – in Erinnerung geblieben ist. Nahezu unendlich viele Engagements in Serien und Spielfilmen folgten: Unter anderem auch in "Falcon Crest“ mit Jane Wyman. 2005 endet Andress‘ Filmographie mit "Die Vogelpredigt“.

In 85 Filmproduktionen hat Jaqueline Bisset von 1965 bis 2009 mitgewirkt. Die 1944 geborene Engländerin wurde viermal für einen Golden Globe nominiert und hat in der ersten Verfilmung von "Casino Royale“ 1967 in der James-Bond-Reihe mitgespielt. Zahlreiche weitere Engagements – auch in deutschen Produktionen – ließen die Bisset zu einem Weltstar werden.

1940 in Los Angeles geboren, war die Schauspielerin Jill St. John in den USA schon Kinderstar (Debut mit neun Jahren), bevor sie 1971 in "Diamonds are forever“ / "Diamantenfieber“ die schöne Tiffany Case verkörperte. Auch für sie war James Bond ein Karriereturbo, denn die Produktionen, die diesem Engagement bis 2002 folgten, waren hochwertiger als diejenigen zuvor.

Jane Seymour als geheimnisvolle Weissagerin Solitaire hat James Bond in "Leben und sterben lassen“ den Kopf verdreht. Die Liebe zu Roger Moore lies sie ihre Fähigkeit jedoch verlieren und sorgte damit für gefährliche Situationen.

Gefährlich ist es für Teri Hatcher auch heute noch: Mit "Desperate Housewives“ macht die Hatcher als oftmals von einem Fettnäpfchen ins nächste tretende Vorstadtlady derzeit Weltkarriere. In der vierten Staffel ist sie mit Gale Harold liiert und muss die Wisteria Lane nach einem Tornado mit neuem Leben erfüllen. In "Der Morgen stirbt nie“ spielte Hatcher 1997 die Frau des Medienmoguls Carver, die vor ihrer Ehe mit James Bond (Pierce Brosnan) befreundet war.

Aus einer noch von Männern dominierten Welt der Sechziger in die Gegenwart: Die Bond-Girls

Im Zeitalter von "Dr. No“ dienten die Frauen noch als schmückendes Beiwerk und damit mehr dem Marketing und dem Untermauern der Figur James Bond als Frauenheld. Dies auch deswegen, damit das männliche Zielpublikum der actionorientierten Movies wenigstens auf der Leinwand das miterleben konnte, was ihm im zivilen Alltag oft verwehrt blieb: Abenteuer!

Anhand eines Vergleiches zwischen Solitär (1973) und Elektra (Sophie Marceau, 1999) aus "Die Welt ist nicht genug“ wird deutlich, dass die Frauen den Bösewichtern nicht mehr nur zu Hand gehen, sondern sich selbst zum Bösewicht entwickelt haben. Daran wird deutlich, dass die Frauen sich auch innerhalb der Bond-Filme aus der Rolle des Beiwerks heraus emanzipiert haben.

Judy Dench ist als neuer "M“ zwar kein Bond-Girl mehr, aber ein starker, weiblicher Charakter, anhand dessen man sieht, dass die Frauen auch auf der Seite des Guten bei James Bond eine gewichtigere Rolle spielen, als zuvor. Weder Halle Berry, Bond Girl aus "Stirb an einem andern Tag“, noch Eva Green aus "Casino Royal" haben es dagegen geschafft, in Ein Quantum Trost wieder dabei zu sein. Die Vielfalt an weiblichen Charakteren ist es, die die Bond-Filme für Männer neben der Action interessant macht und diese auch für die nach Bonds Nähe schmachtenden Frauen abwechslungsreich gestaltet: Wichtig für volle Kinokassen.

Ein Bond-Girl der ganz besonderen Art und damit unvergessen: Lois Maxwell

In vierzehn James-Bond-Filmen spielte sie bis 1985 die "Miss Moneypenny“ und damit die Sekretärin von "M“; eine Rolle, die heute von Samantha Bond verkörpert wird. Lois Maxwell lebte von 1927 bis 2007, gehörte zu den Gewinnerinnen eines Golden Globe und stand zuletzt 2001 vor der Kamera. Mit ihrer charmanten, selbstbewußten, aber Bond eben auch anhimmelnden Art stand ihr Charakter stellvertretend für all die Frauen aus den Kinosälen: James Bond nah, aber eben nicht ganz nah.

Diana Rigg wurde als frisch Angetraute 1969 schon zu Beginn von "Im Geheimdienst ihrer Majestät“ ermordet und George Lazenby als Bond zum Witwer. Somit war garantiert, dass der Platz an der Seite James Bonds in den Träumen vieler Zuschauerinnen wieder frei war und frei blieb. Bis heute! Durfte Bond deswegen auch nicht wirklich heiraten?