
- Buchmesse Bonn - Stadt Bonn
Die Organisatoren der 8. Bonner Buchmesse hatten in erster Linie den 50. Jahrestag des Anwerbeabkommens mit der Türkei im Auge, als sie das Motto festlegten: „Migration und Mobilität - Arbeiten und Leben in Vielfalt“. Nachdem nun in den späten Herbsttagen 2011 das mörderische Treiben von Neonazis in der Bundesrepublik Deutschland offenbar geworden ist, gewann und gewinnt diese vom 24. bis 27. November 2011 im Bonner „Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ stattfindende Messe neue Aktualität, auch neue Brisanz. „Migration“ also. In einer Podiumsveranstaltung zum Start in die Messe am 21. November hoben nicht wenige der Diskutierenden das zentrale Problem unter dem Stichwort „Migration“ hervor: „Viele Menschen empfinden Vielfalt als Bedrohung.“ Dem soll gegengesteuert werden.
Terrorismus nur auf Islamismus verengt
Der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Bonn, Eckart Wüster, mahnte nachdrücklich, es seien Erfahrungen nötig, die aufzeigen könnten, dass „Vielfalt eine Bereicherung und eben keine Bedrohung“ sei. Und ein Beispiel für Toleranz. So wurden zum Start in diese Messe verschiedene Facetten des Themas „Migration“ beleuchtet. Dazu gehörte die Kritik daran, dass Integration in der Bundesrepublik Deutschland oft einzig auf das Erlernen der deutschen Sprache reduziert werde, oder dass sich die Politik unter dem Stichwort „Terrorismus“ lange Zeit auf den Islamismus konzentriert habe.
Literaturwettbewerb zum Thema Migration
Wie es anders gehen kann, soll im Zuge dieser Messe ein Literaturwettbewerb darstellen, der unter dem Motto „Angekommen“ steht. Er soll besonders Menschen mit Migrationserfahrung die Möglichkeit geben, ihre Erlebnisse, Erfahrungen, Zukunftsvisionen und Fiktionen literarisch zu bearbeiten und einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Zugleich soll hinterfragt werden, ob die Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland „mit der Zuwanderung angekommen ist“ – was heißen soll, ob diese Gesellschaft mit der Zuwanderung von Menschen aus anderen Länder, auch Erdteilen, im Reinen ist. So hieß es in der Ausschreibung poetisch: „Der Mensch wandert, um eine neue Heimat zu suchen. Die Gründe sind so unterschiedlich wie die Menschen und ihre Erfahrungen. Viele von ihnen können sich nur schwer von dem lösen, was sie hinter sich gelassen haben. Aber auch das Neue, das ihnen überall begegnet, muss verarbeitet werden.“
Zum Abschluss „Die Engel von Sidi Moumen“
Es hat seine innere Logik, dass auf dieser Buchmesse – nunmehr zum dritten Male – ein Afrikatag stattfindet; diesmal am 26. November. Thematischer Schwerpunkt ist der so genannte nordafrikanische Frühling. So wird der marokkanische Autor Mahi Binebine aus seinem Roman „Die Engel von Sidi Moumen“ lesen. Und dann soll es fröhlich werden: Am Abend lockt eine Afrika-Party im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.
Die Bonner Buchmesse wird vom Evangelischen Kirchenkreis Bonn, der Evangelischen Migrations- und Flüchtlingsarbeit (EMFA) und dem Bonner Institut für Migrationsforschung veranstaltet.
Ergänzende Informationen: Stadt Bonn
