
- Boxhandschuhe von Example-Sports - www.example-sports.de
Everlast, Top-Ten, Paffen-Sport, Grant, Adidas, Green-Hill, Twins, Uno, Example-Sports, M-Sport oder Reyes – bei den Herstellern von Boxhandschuhen hat der Boxer die Qual der Wahl. Preise und Qualität in Sachen Polsterung beziehungsweise Verarbeitung sind von Fabrikat zu Fabrikat sehr unterschiedlich. Das geht schon bei der Größe der Boxhandschuhe los.
Welche Größen gibt es bei Boxhandschuhen?
Die Größe der Boxhandschuhe wird in Unzen angegeben (1 Unze = 28,35 Gramm). Wie schwer sie sind, variiert nach den unterschiedlichen Anforderungen und Gewichtsklassen. Die gängigsten Größen sind 6 Unzen/171g, 8 Unzen/226g und 10 Unzen/285g. Daneben gibt es Boxhandschuhe noch in Ausführungen wie S (klein), M (mittel) und L (groß). S ist für kleinere Hände empfehlenswert, L für große Hände und lange Finger. Tipp: man sollte unter den Boxhandschuhen immer Bandagen tragen. Bandagen schützen die Knöchel der Faust und können die Passform der Handschuhe innen ausgleichen. Außerdem saugen sie den Schweiß auf. Vorteil: die Boxhandschuhe verschleißen und „müffeln“ weniger.
Warum unterschiedliche Größen bei den Boxhandschuhen?
In Wettkämpfen werden Handschuhe mit 10 Unzen eingesetzt. 6 Unzen und 8 Unzen eignen sich gut für die Gerätearbeit wie zum Beispiel am Sandsack, am Wandpolster oder an der Maisbirne. Denn die Boxhandschuhe schützen die Faust etwas besser als die sogenannten kleineren Ballhandschuhe (spezielle Gerätehandschuhe, deren Polsterung im Vergleich zu Boxhandschuhen weniger aufwändig ist). Boxhandschuhe mit 12 Unzen oder 14 Unzen sind fürs Sparring gedacht und sollen aufgrund ihrer Größe, Dicke und Polsterung die Schlagkraft dämpfen.
Was Boxer beim Kauf von Boxhandschuhen beachten sollten!
Gute Boxhandschuhe haben eine stabile Kunststofffüllung beziehungsweise sind mit Schaumstoff gepolstert (außen: fester Schaumstoff, innen: weicher Schaumstoff). Früher wurde Rosshaar genommen. Teure Rindslederhandschuhe sind nicht unbedingt nötig. Kunststofflederqualitäten reichen völlig aus. Boxhandschuhe gibt es mit Klett- oder mit Schnürverschluss, was auch der Grund dafür ist, dass die Handschuhe bei Kämpfen am Schutzpolster für das Handgelenk mit Tape umklebt werden. Praktischer fürs Training ist der Klettverschluss. Bei Wettkämpfen sind Handschuhe mit Schnürung die bessere Wahl, da diese durch die individuelle Bindung einen festeren Halt bieten.
Der Gebrauch von Boxhandschuhen bestimmter Hersteller sorgt regelmäßig für Skandale
Obwohl die Unzengröße gleich ist, fallen die Boxhandschuhe der diversen Shops und Hersteller sehr unterschiedlich aus. Manche sind härter, weil die Polsterung gleichmäßig an allen Stellen im Handschuh eingearbeitet wurde. Andere tragen den Großteil der Polsterung an der Trefferfläche und wirken damit klobiger und schwerer. In Wettkämpfen führen solche Dinge regelmäßig zu Boxandschuh-Kontroversen unter den Boxern. So lehnte der Amerikaner Kevin Johnson vor seinem Weltmeisterschaftskampf gegen Vitali Klitschko ab, die vom Ukrainer favorisierten Boxhandschuhe der Marke „Grant“ überzustreifen. Auch der Engländer David Haye weigerte sich bei seinem Titelkampf gegen Nikolay Valuev die angebotenen Boxhandschuhe anzuziehen. Im Ring erschien er dann mit einer Viertelstunde Verspätung und den eigenen Gloves. Doch nicht nur die Männer sind pingelig, was die Wahl der Handschuhe angeht. Auch im Frauenboxen gibt es immer wieder Diskussionen. So verlor Ramona Kühne gegen Ina Menzer angeblich durch die Wahl der falschen Boxhandschuhe.
Welche Qualitätsunterschiede gibt es bei den Boxhandschuhen genau?
Unter den Boxern sind die Boxhandschuhe der mexikanischen Firma Reyes berühmt und berüchtigt. Denn die Boxhandschuhe aus Mexiko haben den Schwerpunkt der Polsterung im Handgelenk und weniger Futter hinter der Trefferfläche. Mitunter sind auch die Nähte uneben und schlampig verarbeitet, was im Boxring schnell zu Schnittwunden und Verletzungen führen kann. Im angesprochenen WM-Kampf zwischen Ramona Kühne und Ina Menzer wurden diese Reyes Boxhandschuhe benutzt. Ramona Kühne trug einen knochentiefen Cut und einen Nasenbeinbruch davon. Ina Menzer war bereits nach zwei Runden mit Schwellungen schwer gezeichnet.
Warum tragen die Boxer in Kämpfen nicht immer die gleichen Boxhandschuhe?
Einige Boxveranstalter geben ihren eigenen Kämpfern (Heimboxer) kleine und somit härtere Handschuhe, während der Herausforderer (Gastboxer) etwas besser gepolsterte und damit weniger schlagharte Boxhandschuhe bekommt. Auch die Klitschko-Brüder machen von dieser Praxis gerne Gebrauch. Vitali und Wladimir Klitschko kämpfen bevorzugt mit Boxhandschuhen der Marke Grant. Von diesem Boxartikelhersteller gibt es knappe Modelle mit einer straffen Polsterung, andererseits auch sehr schwammige Handschuhe. Damit einem nicht das letzte Paar in die Kabine gebracht wird, bestehen die Gegner der Klitschkos mitunter auf die ihnen bekannten Hersteller. Denn im Profiboxen ist die Wahl der Handschuhmarke Vertrags- und Verhandlungssache. Allerdings hat der Titelverteidiger in der Regel das Recht zu entscheiden, welche Marke im Meisterschaftskampf eingesetzt wird.
Welche Boxhandschuhmarke wird am meisten gekauft?
International am weitesten verbreitet sind die Boxhandschuhe von Everlast. Die US-Firma bietet sehr gute Handschuhe aus Leder, aber auch sehr günstige Modelle aus Kunststoff an. Bei Everlast muss der Käufer daher genau auf das jeweilige Modell achten. Die Fabrikate können stark variieren.
Die Deutsche Sportfirma Paffen-Sport hat dagegen ausschließlich hochwertige Modelle im Programm, kann aber aufgrund der Qualität durchaus mit den Preisen billigerer Anbieter konkurrieren. Mit Paffen-Sport boxen die Kämpfer von Universum und Sauerland, wobei sich Sauerland im Wettkampf vertraglich an Adidas gebunden hat. Darum lassen diese Promoter mit TV-Verträgen nicht selten den aktuellen Handschuhsponsor auf unkenntliche Paffen-Modelle drucken.
TopTen hat ebenfalls eine gute Profiserie im Angebot, reicht aber im Bezug auf Passform und Bequemlichkeit nicht ganz an Paffen-Sport heran. Green Hill ist beim günstigsten Preis ungeschlagen und unterbietet alle Mitbewerber. Die Qualität stimmt allerdings nur bei den teueren Boxhandschuhen im Programm.
Für Amateurboxer beim Kauf von Boxhandschuhen wichtig:
Damit Boxhandschuhe auch in offiziellen Wettkämpfen getragen werden dürfen, müssen sie von der AIBA lizenziert und mit einem Siegel des Deutschen Boxverbandes für Amateurboxen (DBV) versehen sein. Diese DBV-Marke kann jeder ganz einfach beim DBV für 10 Euro kaufen und selbst auf die Boxhandschuhe anbringen. Zu beachten: Nach den aktuellen Regeln des DBV ist der Veranstalter einer Boxveranstaltung zur Bereithaltung von Boxhandschuhen für die Wettkämpfe verpflichtet. Bei den Profiboxern ist das Verhandlungs- und Vertragssache.
Die Wahl des Boxhandschuhs ist persönlicher Geschmack
Bei der Anschaffung von Boxhandschuhen gelten die gleichen Regeln wie beim Schuhkauf. Sie müssen passen und gut sitzen. Der Daumen sollte etwas beweglich und nicht vollkommen fest angenäht sein. Ansonsten haben die bekannten Marken wie Everlast, Top Ten, Paffen-Sport etc. alle ihre Vor- und Nachteile. Mit den Boxhandschuhen der etablierten Marken kann man dennoch nicht viel falsch machen. Für Freizeitboxer und das Boxtraining zu Hause tun es bereits Schnäppchen ab 30 Euro oder Ballhandschuhe, die preisgünstiger sind.
