Brainstore - die Ideenfabrik

Industriell hergestellte Ideen wie am Fließband

In der Schweiz gibt es die Ideenfabrik Brainstore. Sie entwickelt in einem speziellen Herstellungsprozess Ideen überwiegend für grosse Konzerne und Firmen.

Ist es möglich, Ideen wie am Fließband zu produzieren?

It´s possible. Die Schweizer Ideenfabrik Brainstore, die 1989 gegründet wurde, beiweist dies täglich. Nicht nur in der Schweiz werden Ideen produziert, sondern Brainstore hat auch in Frankfurt und in Long Beach in den USA Zweigniederlassungen. Wer aber benötigt solche Ideen? Überwiegend sind es große Konzerne, die die Hilfe von Brainstore in Anspruch nehmen, zum Beispiel Microsoft, BMW, Henkel, BASF, Migros, Neckermann, Otto-Versand, die Schweizer SBB und Nestle, um nur einige Namen zu nennen. Brainstore hat etwa achtzig fest angestellte Mitarbeiter, weltweit aber über 5.000 Ideenfinder, die je nach Begabung und beruflicher Voraussetzung speziell für die gesuchten Ideen eingesetzt werden.

Wie sieht so ein Ideenfindungstag aus?

Am Morgen betreten Mitarbeiter der Auftragsfirma - an diesem Creative-Day sind es Angestellte einer der größten Autofirmen der Welt - die Räume der Ideenfabrik in Biel. Aus ganz Europa sind Ideenfinder und Fachleute angereist. Querdenker - dies sind junge Leute, die frischen Wind in das Team bringen - sind ebenfalls anwesend. Dieses Creative-Team wird nun gemeinsam nach innovativen Ideen für den Autokonzern suchen. Nach einer kurzen Einführung beginnt die eigentliche Arbeit. In verschiedenen Prozessen werden sogenannte Inspirationen gesammelt. Kreativität ist nun gefragt. Die Anwesenden dürfen keine Scheu vor ausgefallenen und abwegig erscheinenden Methoden zur Ideenproduktion haben.

"Quantität vor Qualität" heißt es am Anfang

Durch geschickt gestellte Fragen, aber auch durch kreative Techniken werden die Teilnehmer immer näher an die Kernfrage herangeführt: Wie soll das Autodach der Zukunft aussehen? Was wünscht sich der Verbraucher? Auf Tischen wird geknetet an anderen gebastelt, doch diese eigenartigen Techniken haben durchaus ihren Sinn. Sie helfen den Anwesenden, näher zu den wirklich guten Ideen zu finden.

Nun steht Qualität ganz oben

Aus den anfänglich teilweise absurden Inspirationen, die immer weiter verdichtet werden, entstehen nun richtig gute Rohideen. Aus etwa 8.000 Inspirationen bleiben nur 700 Rohideen übrig. Doch auch diese können Ähnlichkeiten aufweisen und müssen weiter gefiltert werden. Das IT-Team der Brainstore-Mitarbeiter hat Schwerstarbeit zu leisten. Die meist handschriftlich und teilweise fast unleserlich geschriebenen Rohideen müssen in die Computer eingegeben werden.

Die Ideen werden vom ganzen Team bewertet

Gegen Ende des Tages werden die fertigen Ideen ausgedruckt, an Wänden und Wäscheleinen aufgehängt und vom ganzen Creativ-Team bewertet. Dazu werden Aufkleber benutzt. Die Ideen, die mindestens drei Aufkleber bekommen haben, gehören zu den Siegern. Diese Ideen lassen sich in dieser Form jedoch noch nicht umsetzen, sie sind in ihrem Rohzustand.

Experten und Spezialisten arbeiten die Rohideen weiter aus

Welche Ideen schließlich umgesetzt werden können, bestimmen am Ende des Ideen-Produktionsverfahrens die Fachleute. Denn nicht alles, was als geniale Idee in der Ideenfabrik produziert wird, lässt sich mit dem heutigen technischen Stand schon umsetzen. Brainstore hilft den Firmen, die neue innovative Idee auf dem Markt einzuführen.