
- Geheime Gänge - Rumänisches Fremdenverkahrsamt
Das Dracula-Schloss Castelul Bran (Törzburg) steht an strategisch wichtiger Stelle hoch auf einem steilen Felsen 30 Kilometer südwestlich von Brasov. Grusel und kalte Schauer über den Rücken sind bei der Besichtigung garantiert.
Die Bewohner von Brasov (Kronstadt) erhielten 1377 vom ungarischen König Ludwig dem Großen die Genehmigung, auf dem Dietrichstein am Berg Königstein eine Grenz- und Zollburg, die Törzburg zu bauen. Der ungarische König Sigismund drang 1395 in die Walachei ein und vertrieb Vlad II. Dracul den Fürsten der Walachei.
Schlossgeschichte
Kronstadt schenkte Schloss Bran 1920 Königin Maria von Rumänien, einer Habsburgerin. Nach der Enteignung zu Kriegsende, gab Rumänien Schloss Bran 2006 in einer feierlichen Zeremonie an Dominik von Habsburg, den Enkel von Königin Maria zurück. Der allerdings hatte nichts Eiligeres zu tun als den Versuch zu unternehmen, das Vampirschloss meistbietend zu verscherbeln. Zwar liegen die Gebote von russischen Investoren wie Roman Abramowitsch bei weit über 60 Millionen Euro, doch hat der rumänische Staat noch ein Vorkaufsrecht. Der Dracula-Mythos könnte Rumänien also noch eine hübsche Stange Geld kosten.
Märchengleich und in der Lage ein wenig an Neuschwanstein erinnernd steht es hoch oben auf einem steil aufragenden Felsen inmitten wilder, unzugänglich wirkender Berglandschaft. Schwarze Vögel umflattern unheimlich krähend die Türme des alten Gemäuers. Unwillkürlich vermutet man Fledermäuse hinter der nächsten Zinne.
Geschäfte mit dem Mythos
Tatsächlich wirkt das Schloss mit seinen Türmen und Schießscharten hoch oben auf seinem Felsen abweisend wehrhaft. Von dort oben beherrschte man die Region, ungesehen passierte hier niemand die Straße zwischen Siebenbürgen und der Walachei. Unheimlich ist jedes Knarren der alten Dielen in dem alten Gemäuer, jeder Schatten könnte eine verirrte Fledermaus sein, jede zufallende Tür lässt den Besucher zusammenfahren.
Dermaßen gruselig ist die Törzburg durch den Dracula-Mythos. Das ist beabsichtigt, der Mythos wird gepflegt und die ganze Region lebt von den Schauern, die Besuchern auf den Spuren des Blutsaugers kalt den Rücken hinunter laufen.
Eigentlich ist das im 14. Jahrhundert erbaute Schloss heute Museum, aber es ist der Vampir-Mythos, der die Touristen in Scharen dorthin strömen lässt. Eine ganze Budenstadt am Fuße der Burg vermarktet diesen Mythos erfolgreich.
Mythos und Wahrheit
Dabei hat Vlad II. Draculea, der Sohn des walachischen Fürsten Vlad II. Dracul, der das historische Vorbild des blutrünstigen Romanhelden ist, die Burg wahrscheinlich nie betreten. Den Beinamen Draculea (kleiner Drache) erhielt er, weil er dem Nürnberger Drachenorden angehörte. Die Beschreibungen des Dracula-Schlosses in Bram Stokers Roman allerdings lassen die Törzburg unschwer erkennen: „Da stand das Schloss in all seiner Größe, tausend Fuß hoch auf dem Gipfel eines steil ansteigenden Kegels, von den Bergen rundum durch tiefe Täler getrennt: ein wilder und unheimlicher Anblick!"
Das machte sich in den 1970er Jahren das kommunistische Regime zu Nutze, als es sich für Touristen aus dem Westen öffnete. Flugs konzipierte man die Legende vom Stammsitz der Vampire und die Genossen konnten ein „echtes“ Dracula-Schloss präsentieren, da Bran genauso aussah, wie man sich ein Dracula-Schloss vorstellt.
Von etwaigen Vampir-Eigenschaften ist von Draculas historischem Vorbild nichts überliefert. Blutrünstig allerdings war er durchaus. Seiner Vorliebe fürs Pfählen sollen Zehntausende zum Opfer gefallen sein. Das brachte ihm einen weiteren Beinamen ein: Tepes, der Pfähler.
Weitere attraktive Ziele in Siebenbürgen, dem Land der wehrhaften Kirchenburgen sind Sibiu, Sighisoara und Brasov.
