Brandon Sanderson: Sturmklänge – Rezension des Fantasy-Buchs

Brandon Sanderson: Sturmklänge - Heyne
Brandon Sanderson: Sturmklänge - Heyne
Im Fantasy-Buch „Sturmklänge" entwirft Brandon Sanderson eine Welt mit ungewöhnlichem Magiesystem, das auf Farben und Hauchen basiert.

Brandon Sanderson ist ein Vielschreiber. Nicht nur, dass er mehrere Bücher im Jahr herausbringt, nein er treibt zugleich parallel neue Projekte voran. Mit „Sturmklänge“ kommen die deutschen Leser 2010 bereits in den Genuss des vierten Fantasy-Romans von Sanderson innerhalb eines Jahres. Dabei hält der amerikanische Autor und Freund von Dan Wells die Qualität bislang erstaunlich hoch. Im Mittelpunkt von „Sturmklänge“ stehen Intrigen der Götter, Halbgötter und Sterblichen.

„Sturmklänge“ von Brandon Sanderson spielt in Hallandren

Die Prinzessin Siri wird als Braut zum Gottkönig nach Hallandren gesandt, dem Land, in dem die Zurückgekehrten als Götter verehrt werden. Einer von ihnen ist Lichtsang, der sich aus den Intrigen am Hof der Götter heraushält. Doch in Hallandren rüstet eine mächtige Partei zum Krieg, und Lichtsang muss sich entscheiden, wie er seine Macht einsetzen möchte. Derweil ist Vivenna ihrer Schwester Siri in die Stadt gefolgt und arbeitet ihrerseits daran, das Leben ihrer Heimat zu sichern. Dabei trifft sie auf den geheimnisvollen Vascher, der ganz eigene Pläne zu verfolgen scheint …

„Sturmklänge“ besticht durch ein ungewöhnliches Magiesystem

Wie bereits in seiner Mistborn Trilogie („Kinder des Nebels“, „Krieger des Feuers“ und „Herrscher des Lichts“) hat sich Brandon Sanderson (geboren 1975) auch für „Sturmklänge“ ein originelles Magie-System überlegt. Dieses Mal ziehen die magisch begabten Menschen ihre Kraft nicht aus Metallen, sondern aus Hauchen, die sie freiwillig von anderen Menschen übertragen bekommen müssen. Mit steigender Macht schillern die Magier in unterschiedlichen Farbschattierungen, während Männer und Frauen ohne Hauch grau und blass erscheinen. Doch die Magier können nicht einfach Blitze schleudern oder Kreaturen beschwören, sondern ihre Macht beruht darauf, Dinge zum Leben zu erwecken bis hin zu verstorbenen Wesen. Sanderson erklärt dieses System, indem er die Handlung aus der Perspektive verschiedener Charaktere schildert, die über unterschiedlich viel Hauch verfügen.

Doch nicht nur das Magiesystem ist bei „Sturmklänge“ gelungen. Sanderson lässt die Leser in eine Palastwelt der Intrigen eintauchen, bei der lange unklar bleibt, wer die Fäden in der Hand hält. So bleibt die Spannung lange Zeit hoch, ehe sich die Ereignisse am Ende überschlagen. Unter der hohen Ereignisdichte leidet ein wenig die Entwicklung der Figuren. Die größte Wandlung machen die Prinzessinnen Siri und Vivenna durch sowie der Zurückgekehrte Lichtsang. Dieser sorgt zudem an so mancher Stelle für Erheiterung, mit seiner Selbstironie scheint es sich bei ihm um eine Art Alter Ego Sandersons zu handeln.

Sanderson veröffentlichte das Fantasy-Buch zunächst im Internet

Fans, die Brandon Sanderson bereits länger kennen und regelmäßig seine Internetseite verfolgen, werden zumindest Teile des Originals von „Sturmklänge“ gelesen haben. Denn der im amerikanischen Bundesstaat Utah lebende Fantasy-Autor veröffentlichte bereits bevor das Werk in Druck ging, sein Buch kostenlos im Netz. Wie „Warbreaker“ entstand, schildert Sanderson auf seiner Homepage, ebenso sind dort noch frühere Fassungen abrufbar. Hinweise auf eine Fortsetzung gibt es noch nicht, doch auch wenn die Handlung abgeschlossen ist, gäbe es genügend Ansätze, die Geschichte um die Farbmagier fortzusetzen.

Brandon Sanderson: Sturmklänge. Heyne 2010. Broschiertes Taschenbuch, 768 Seiten. Euro 16 (Österreich 16,50).

Jörn Käsebier - Bei Suite101.de betreute Jörn Käsebier zweieinhalb Jahre die Ressorts Wirtschaft & Geld sowie Sport als Redakteur, solange es ...

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