
- Wehrhafte Kirchenburgen in Siebenbürgen - Rumänisches Fremdenverkahrsamt
Entstanden ist die Stadt im Schnittpunkt wichtiger Handelsstraßen, die von alters her Kleinasien, den Balkan, Mitteleuropa und die Adria verbanden. Wegen seiner schönen Lage am Rand des 967 Meter hohen Tampa wird Brasov/Kronstadt auch das „Rumänische Salzburg“ genannt, andere nennen es das „Prag Rumäniens“.
Womit man Kronstadt auch vergleichen mag, den Reiz dieser Stadt macht die historische Altstadt aus. Das gut erhaltene historische Stadtzentrum ist von Hügeln umgeben und zeigt ein einheitliches mittelalterliches Stadtbild.
Im Süden Siebenbürgens
Gegründet wurde Kronstadt als südöstlichste Stadt in Siebenbürgen Anfang des 13. Jahrhunderts von den Deutschordensrittern als ein Zentrum für die deutschen Einwanderer. Die deutschen Einflüsse spiegeln sich bis heute im Stadtbild wieder. Kronstadt blieb über Jahrhunderte kulturelles und geistiges Zentrum der Siebenbürger Sachsen, die der ungarische König im 12. Jahrhundert in die Region rief. Sie bildeten bis weit ins 19. Jahrhundert hinein die Bevölkerungsmehrheit in Kronstadt.
Immer wieder fielen Tataren und Türken im 1. und 14. Jahrhundert in die Stadt ein. Die Region blieb bis ins 17. Jahrhundert durch ihre Lage an der Grenze zum Osmanischen Reich bedroht. Nach dem Vertrag von Trianon von 1920 kam Kronstadt zu Rumänien und hieß nun Brasov. In der Zeit des Stalinismus wechselte sie noch einmal den Namen und hieß 1951-1961 Orasul Stalin – Stalinstadt. Diese Zeiten sind vorbei, Rumänien ist ein demokratisches Land und EU-Mitglied und die Menschen in Brasov haben ihre Freiheit wieder. Nur Siebenbürger Sachsen gibt es kaum noch, sie wurden deportiert oder wichen dem immensen Druck und wanderten nach Deutschland aus. Nach der Wende 1989 fand die letzte große Auswanderungswelle statt, es fehlte das Vertrauen in die neue Freiheit.
Die Altstadt von Brasov
Im Zentrum der Altstadt liegt der fast dreieckige Marktplatz „Piata Sfatului“. Dort befindet sich das freistehende barocke Alte Rathaus mit seinem fast sechzig Meter hohen Turm. Im Alten Rathaus ist heute das Museum für Geschichte (Muzeul de Istorie) untergebracht. Den Platz dominiert die evangelische Schwarze Kirche (Biserica Neagra) aus dem 14./15. Jahrhundert, die nicht nur das Wahrzeichen von Brasov ist, sondern auch die größte gotische Kirche Osteuropas. Ihren Namen hat die Schwarze Kirche seit 1689, als ihre Mauern durch einen habsburgischen Angriff total verrußten. Sehenswert in der Kirche sind vor allem die Sammlung anatolischer Gebetsteppiche sowie die mit 76 Registern und 4000 Pfeifen größte Orgel Siebenbürgens, die Buchholz-Orgel.
Weitere Sehenswürdigkeiten in der Altstadt von Brasov sind die 1223 errichtete älteste Kirche von Kronstadt, die gotische Kirchenburg St. Bartholomäus und die orthodoxe St. Nikolaikirche (Biserica Sf. Nicolae) aus dem 14. Jahrhundert. Neben dieser Kirche steht die älteste Schule des Landes deren Anfänge in das Jahr 1495 zurück reichen. Daneben prägen spätmittelalterliche Bürgerhäuser das Bild der Kronstädter Altstadt, so das Hirscherhaus am Rathausplatz, aber auch großzügige Bauten des 19. Jahrhunderts.
Mittelalterliches Brasov
Gleichfalls sehenswert sind die Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigungen, darunter die Weberbastei, der Weiße und der Schwarze Turm.
Man fühlt sich ins Mittelalter versetzt in Brasovs Innenstadt, die so sehr an deutsche Städte erinnert mit ihren Stadtmauerresten und engen Gassen. Eng kann man hier wörtlich nehmen, denn Kronstadts engste Gasse, die Strada Sforii ist gerade einmal 1,3 Meter breit.
Sehenswert in Brasov sind auch die Überreste der Zitadelle von 1395 auf dem Zitadellenhügel (Dealul Cetatii). Den schönsten Blick über Brasov hat man vom Tampa, den man von überall in Brasov aus sehen kann. Erreichen kann man ihn bequem mit einer Seilbahn.
Bei so viel Kultur möchte man es nicht meinen, doch liegt Brasov so dicht an unberührten Naturparadiesen und urwaldähnlichen Forsten, dass Braunbären auf Futtersuche noch heute bis an die Stadtränder kommen.
Weitere lohnende Urlaubsziele in Rumänien sind die Schwarzmeerküste und das Donaudelta.
