Brassballett - das tanzende Blasorchester

Brassballett - Brassballett
Brassballett - Brassballett
Eine tanzende Band brachte die Stimmung in den Hamburger Fliegenden Bauten am 22. November 2011 regelrecht zum kochen. Das Brassballett war zu Gast.

Sicherlich haben Sie schon einmal den Klängen einer Brassband gelauscht. Vielleicht waren auch ein paar Tänzer vor Ort und haben dazu getanzt. Wie langweilig. Wie langweilig im Vergleich zum Brassballett. Denn hier machen die Musiker alles selbst, Singen und Tanzen. Da kommen ein paar Musiker in schwarzen Anzügen, schwarzen Lackschuhen, weißen Hemden, roten locker gebundenen Krawatten und Sonnenbrillen auf die Bühne. Die Drum vor dem Bauch, die Becken, wie zwei Flügel, auf dem Rücken. Und dann geht es los, die Bläser folgen mit sexy Hüftschwung und so lässig, dass selbst die Blues Brothers vor Neid erblassen würden: I feel good. Auftakt für ein Konzert der besonderen Art, das Gute Laune pur ist.

Von Johann Sebastian Bach bis Michael Jackson

Musikalisch machen die 11 Musiker, die gleichzeitig auch Tänzer sind, vor nichts halt. Da wird der "beste Produzent aller Zeiten" Johann Sebastian Bach genauso frisch aufgelegt, wie der gute alte Fréderic Chopin, den man an dieser Stelle dann auch gerne mal als "saucool" bezeichnen darf. Ja, so kann man auch junge Leute locker an klassische Musik heranführen. Die Arrangements kommen dabei so neu und anders daher, dass man die Werke kaum erkennt. Und Michael Jackson? Natürlich hat die Band den auch auf Lager. Der King of Pop hätte sicherlich seine Freude an diesem "Who's bad?" gehabt. Die Choreographien sind locker-lässig und zuweilen auch sehr witzig. Da wird dann auch mal ein kleines Insekt erlegt, das sich bald zu einer fetzigen Biene Maja verwandelt und für Lacher im Publikum sorgt.

Als Bonbon ein Heiratsantrag

Das gibt es sicherlich nicht bei jedem Konzert des Brassballetts. Gerade gab es eine kleine Glenn Miller Einlage, da lotst Brassballett-Chef Wassilij einen jungen Mann zu sich auf die Bühne. Axel hat gleich eine tolle Idee, er möchte, dass seine Freundin dazu kommt, und während man sich im Publikum freundlich lächelnd zuraunt "Heiratsantrag," kommt die Auserwählte auch schon auf die Bühne. Ein paar warme Worte, babygefülltes Bäuchlein gestreichelt, Kniefall, die Frage aller Fragen, Kuss und Jubel. Und schon geht's mit "Pigalle" nicht in die Mausefalle sondern in die Pause. Nach der Pause geht es gleich bestens gelaunt weiter. Und so hört man auch im kalten November "I'm walking on Sunshine".

Schnell bindet Posaunist Wassilij das Publikum ein, mit Charme, Witz und Humor: Manamana.

Viel zu schnell vergehen mit diesem großartigen 11-köpfigen Brassballett zwei Stunden von denen man noch lange begeistert erzählen und schwärmen wird. Und so hofft man, diese tanzenden Musiker mögen schnell wieder in Hamburg gastieren.

Benita Brunnert, Benita Brunnert

Benita Brunnert - auch bei Twitter https://twitter.com/#!/BenitaBrunnertseit 2011 Moderatorin, Reporterin Nowo1 TV2009 Freie Redakteurin und Moderatorin ...

rss