Bratislava und Wien. - Was verbindet diese beiden Hauptstädte der EU- Staaten Slowakei und Österreich? Gemeinsamkeiten, die sehr selten anders in einer so großen Vielfalt in Europa zu finden sind. Vor allem aber ihre geographische Nähe. Nirgendwo liegen zwei Hauptstädte in der Luftlinie als auch auf der Mobilität auf der Straße und Schiene so eng beieinander.

Bratislava und die heutige Slowakei im Laufe der Jahrzehnte

In der Vergangenheit gab es zwar Slowaken, nicht aber die Slowakei. Obwohl lang vor der Romerzeit besiedelt, war dieses Gebiet zwischen der Donau und den Karpaten immer Teil mehr oder weniger künstlicher politischer Gefüge. Vorerst war es in die Österreichisch-Ungarische k.u.k. Monarchie integriert, kurzfristig ein Vasall des nationalsozialistischen Hitlerregimes und danach Teil der CSSR - Tschechoslowakei. Seit 1993 ist die Slowakei ein souveräner Staat mit Verfassung, Parlament und einem Staatsoberhaupt. Mit allen Höhen und Tiefen einer nach vielen Jahren Kommunismus jungen Demokratie. Allerdings lernen kleinere Staaten viel schneller sich dem politischen Spielregeln anzupassen als größere Staaten.

Die Burg thront über der Stadt

Der Burgberg und die Burg selbst zeigen, wie architektonisch organisch die Stadt gewachsen ist. Die Gründerzeit beginnt darunter und nach der postmodernen Zeit kommen Schritt für Schritt kubistische Formen vor, dazwischen sind immer wieder Schrägdächer und Giebel zu sehen. Ganz oben schließlich macht sich wieder die eher protzige Formensprache des 21. Jahrhunderts breit. Die Burg ist in fast jedem Teil der Stadt omnipräsent und ganz Bratislava kann man sehen, wenn man oben auf der Burg angekommen ist. Aber die kleinen Details dieser Stadt muss man schon zu Fuß "erwandern".

"Little big City" an der Donau

Bratislava wirbt mit dem Slogan "Little big City". Die Größe im Kleinen, im Unscheinbaren ist ein Leitmotiv dieser Stadt. Mit einem selbstbewussten und doch freundlichen Auftreten ihrer Bewohner birgt Bratislava vor allem viele Schönheiten an der Bausubstanz aus besseren Zeiten. Einige bauliche Sünden aus kommunistischen Zeiten sind natürlich auch vorhanden, werden aber mit viel Geschick so gut als möglich "vertuscht". Das Bild der Altstadt verändert sich von Jahr zu Jahr positiv. Kleine verwinkelte Straßen, vor kurzer Zeit eventuell aufgrund von Bauarbeiten nicht passierbar erscheinen revitalisiert im neuen Glanz.

Der Charme der Altstadt von Bratislava

Bratislava hat derzeit 430.000 Einwohner. Dementsprechend klein ist der Altstadtkern, für Touristen leicht überschaubar und mit einem besonderen Flair. Allerdings sollte man dennoch langsam die kleinen Gassen und Plätze durchwandern, denn viele interessante Details sind nicht auf den ersten Blick erkennbar. Zur Kultur gehört auch die Esskultur. Ein Besuch eines Restaurants mit slowakischer Küche sollte auf einem Besuchsprogramm nicht fehlen - wobei die Qual der Wahl schwer fällt.

Infos:

* Seit Dezember 2007 finden zwischen der Slowakei und den übrigen Staaten des Schengener Abkommens keine Grenzkontrollen mehr statt. Wie bei jeder Auslandsreise sollte man jedoch einen gültigen Ausweis mitführen.

* Tickets für Straßenbahn, Bus oder O-Bus kauft man am besten in der Trafik oder bei Ticketautomaten bei den Haltestellen. Sie gelten für 15 oder 60 Minuten.

* Die Altstadt ist fast gänzlich Fußgängerzone. Parkplätze sind rar, Parkhäuser in der Nähe der Altstadt sind empfehlenswert

Quelle: Falter City Walks