Bremer Klaben – Weihnachtsgebäck und geschützte Marke

Bremer Klaben Weihnachtsgebäck - © Lucy M. Laube
Bremer Klaben Weihnachtsgebäck - © Lucy M. Laube
Der Bremer Klaben gehört zu den Traditionsgebäcken der Vorweihnachtszeit und kommt im Gegensatz zum Dresdner Christstollen ohne Zuckerschicht aus.

Zur Vorweihnachtszeit und zu Weihnachten gehören traditionsreiche Gebäcke wie der Dresdner Christstollen, Aachener Printen und Nürnberger Lebkuchen. Und wie diese ist nun auch der Bremer Klaben nach einem langwierigen Antragsverfahren eine Marke mit geschützter geografischer Angabe – das heißt, Bremer Klaben muss auch aus Bremen kommen.

Was ist Bremer Klaben?

Bremer Klaben ist ein kompaktes, schweres und saftiges Hefegebäck – eine besondere Art Stollen. Gebacken wird er meist ab Anfang Dezember, mitunter auch schon im November. Das tut dem Genuss keinen Abbruch, da Klaben lange haltbar ist. Bis zu drei Monaten kann er problemlos gelagert werden. Das Wintergebäck enthält in seinem schweren Hefeteig reichlich Rosinen, Sultaninen oder Korinthen, Sukkade, Mandeln, Kardamom, Zitronenschale, Rum und eine ordentliche Menge Butter.

Klaben oder Klöben deutet sprachlich an, wie das Weihnachtsgebäck aussieht, klobig nämlich. Klaben bedeutet jedoch "gespalten". Bremer Klaben wird in langen Formen gebacken und zum Verzehr in Scheiben geschnitten. Im Gegensatz zum Stollen bekommt er nach dem Backen keine gebutterte Zuckerschicht verpasst.

Weihnachtsgebäck aus Bremen mit jahrhundertelanger Tradition

Der Bremer Klaben ist ein Traditionsgebäck aus der Zeit der Hanse. Schon 1593 fanden die "Bremer Klavenbecker" urkundliche Erwähnung. Die Verbindungen der Hansestädte, also die Handelsbeziehungen der Bremer Kaufleute, ermöglichten es damals, alle für den Bremer Klaben erforderlichen Zutaten heranzuschaffen.

Da sich der Bremer Klaben großer Beliebtheit erfreut, nicht nur unter Binnen- und Butenbremern, sondern auch bei Touristen, die gern ein Stück Klaben als Mitbringsel einkaufen, wird er vor Weihnachten so reichlich gebacken, dass er auch zu Ostern noch erworben und genossen werden kann.

Klabenanschnitt der Bremer Bäcker-Innung

Traditionell wird im November die Klaben-Saison in Bremens guter Stube, also auf dem Marktplatz, eröffnet. Der Obermeister der Bäckerinnung der Freien Hansestadt Bremen, Wilfried Schnaare, erläutert: "Die Bäckerinnung Bremen stiftet jedes Jahr die ersten Klaben für einen guten Zweck." Am 18. November 2010 waren es stolze 100 Meter Klaben, die beim Klabenanschnitt für einen guten Zweck verkauft wurden. Einen Euro kostete eine Scheibe des gehaltvollen Gebäcks.

Klabenanschnitt 2011: Donnerstag, 17. November ab 11 Uhr auf dem Marktplatz - in diesem Jahr zugunsten des Bremer Bürgerparks.

Bremer Klaben – nun geschützte geografische Angabe

Seit neuestem ist der Bremer Klaben markenrechtlich geschützt, das heißt, als "geschützte geografische Angabe" hat Bremer Klaben auch aus Bremen zu kommen. Schließlich handelt es sich bei dem weihnachtlichen Gebäck eben nicht um Dresdner Christstollen. Diese Entscheidung ist vor allem für die Bremer Klabenbäcker äußerst erfreulich, macht den Klaben als nur in Bremen produzierte Spezialität aber auch als Mitbringsel noch wertvoller. Und – nicht vergessen: De Bremer Klaben is en Gebäck för de Festdaag. Sei es nun Weihnachten oder Ostern. Der Bremer Klaben hält.

Lucy M. Laube, Foto: Marc Mußmann

Lucy M. Laube - Ich liebe es, wenn Menschen auf enthusiastische Weise absurde Dinge verkünden. Diese sammle ich, leider an verschiedensten Orten, so ...

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