
- Breminale 2011 - Festivalplakat - Breminale GmbH
Seit 1987 findet die Breminale, das Kulturfestival entlang des Osterdeichufers in Bremen, beinahe jährlich statt. Breminale – das ist Musik, Theater, Kultur für lau. Im Laufe der Jahre war eine beachtliche Zahl an regionalen und internationalen Künstlern und Künstlerinnen am und um den Osterdeich zu Gast. Das Festivalgelände ist frei zugänglich, wenn es auch im Jahr 2010 erstmals einen eher symbolischen Zaun quer hindurch gab, an dem man spenden konnte, aber nicht musste. Auf jeden Fall gehört die Breminale zu den kulturellen Highlights der Stadt.
Das Programm der Breminale 2011 – swb-Bühne, Flut-Zelt, Weltbühne
Was erwartet die Besucher bei der Breminale 2011? Im Radio Bremen Vier-Zelt sind in diesem Jahr unter anderem dabei: Blow Monkeys, Superimposers, Jupiter Jones, Joy Denalane, Pohlmann und der Bremer Bandcontest "Live in Bremen". Bei Bremen Eins wird Gayle Tufts ebenso mit dabei sein wie Reinhold Beckmann als – ja, als Chansonnier. Blues-Rock und ähnliche Musikrichtungen präsentiert das Nordwestradio: Swamp Cabbage, Three Fall und Miraculo us. Außerdem The Urban Folk Quartett, Zapp4 und die Jon Amor Blues Group. Das Kulturzentrum Lagerhaus präsentiert zusammen mit Funkhaus Europa im Flut-Zelt "lautes bis entspanntes Programm", unter anderem mit Mardi Gras.BB, Punish Yourself, Bandista und Desorden Público. Am Samstag gibt es dort die Kogge Pop Summer Night, am Sonntag musikalischen Nachwuchs.
Hofnarr, Treue, MusikerInnen-Initiative und mehr
Neu dabei ist in diesem Jahr der "Hofnarr". Hier präsentiert die Schwankhalle deutschen und europäischen Pop; mit dabei sind unter anderem Kat Frankie, Johanna Zeul, Chapeau Claque, Olli Schulz, Angelika Express, die Young Punx und Flo Mega. Das Betonschiff Treue bewegt sich erneut die Weser aufwärts, um bei der Breminale anzulegen. Es wird dort eine Bühne auf sowie eine Bühne unter Deck geben – mit dabei Singer/Songwriter wie Signe Tollefsen und Countrytrash von den Cowboys On Dope. Die MusikerInnen-Initiative Bremen veranstaltet einen Jazzsonntag, das Filmbüro einen Super 8-Abend, der Weser-Kurier investiert mit einem Kinderprogramm in die Nachwuchsleser und ist außerdem an Literaturlesungen beteiligt. Zum vierten Mal sind in diesem Jahr Susanne von Essen und Carsten Werner für das künstlerische Programm der Breminale zuständig.
Breminale goes fair und öko und bio dazu
Die Freie Hansestadt Bremen bewirbt sich im Jahr 2011 um den Titel "Hauptstadt des Fairen Handels". Damit soll Bremen "globale Verantwortung" übernehmen, so der gerade zurückgetretene Senator Reinhard Loske (Grüne). Und natürlich geht es dabei auch um Geld. Die Breminale jedenfalls ist mit von der Partie und will fairer, nachhaltiger und ökologischer werden. Regionales Bio-Essen soll es geben sowie Informationen für Besucher und auf der Breminale vertretener Händler und Veranstalter. Dabei kooperiert die Breminale GmbH mit dem Verein Sozialökologie Bremen, der Agentur ProZept und dem Klimahaus Bremerhaven.
Breminale – die Geschichte eines Kulturfestivals
Im September 1987 fand die erste Breminale statt, Nachfolger der Weserlust, die es bis 1983 gab. Aus der Kulturkooperative Bremen e. V. wurde die AG Breminale und später Breminale – Verein zur Förderung der Kultur e. V. Erklärtes Ziel war es, "der Kommerzialisierung der Stadt- und Straßenfeste ein kulturell geprägtes Festival entgegenzusetzen". Doch obwohl die meisten Konzerte und Veranstaltungen bis heute gratis sind, fällt es angesichts der vielen Verkaufsstände und durchaus nicht billigen Getränke- und Essensständen doch schwer, den Kommerz zu übersehen. Gäbe es die Breminale jedoch nicht, würde etwas Wichtiges fehlen in der Stadt – das ist spätestens 2007 klar geworden, als die Breminale wegen fehlender Finanzierung ausfiel und daraufhin ein regelrechter Tumult ausbrach.
Den Bremern gilt die Breminale nicht nur als Kulturfestival, sondern zugleich als Wetterorakel, denn es scheint eine Korrelation zu bestehen zwischen dem Openair-Festival und Nässe. Mal kommt sie von oben, mal von unten, das heißt, die Weser steigt über die Ufer und überflutet die Osterdeichwiesen, oder sie kommt gleich aus allen Richtungen. Doch vielleicht handelt es sich bei diesem Phänomen – von dem es durchaus auch Ausnahmen gibt – ja auch nur um eine sich selbsterfüllende Prophezeiung? Wie auch immer, es kann nicht schaden, rechtzeitig die Gummistiefel bereitzustellen. Sicher ist sicher.
Quelle und weiterführende Informationen:
