
- Brennnesseln in der Küche und Naturheilkunde - Rolf Handke / pixelio.de
Als anspruchlose Pflanze wächst die Brennnessel (Urtica) fast überall in stickstoffreichen Böden. In den meisten Gärten ist sie unerwünscht und wird direkt als Unkraut entfernt. Aber auf Wiesen, an Hängen und Waldrändern kann sie sich in ihren verschiedenen Arten entfalten.
Brennnesseln in der Küche
Brennnesseln enthalten die Vitamine A und C, Eisen, viele Mineralstoffe und ungesättigte Fettsäuren. In der Küche finden die jungen Blätter der Brennnesseln als Gemüse Verwendung. Diese werden wie Spinat in allen Variationen zubereitet. Hierzu sammelt man im Frühjahr die Blätter der jungen Triebe. Auch eine Brennnesselsuppe ist nicht nur sehr gesund, sondern auch schmackhaft. Junge Blättchen können als Salat oder in einem gemischten Salat serviert werden. Für die Zubereitung von Tee über das ganze Jahr, trocknet man die Blätter und bewahrt sie luftdicht auf. Eine Mischung mit anderen Kräutern, zum Beispiel Pfefferminze, ist - nach Geschmack - möglich. Der Tee sollte mindestens 15 Minuten ziehen.
Brennnesseln als Heilmittel für die innerliche Anwendung
In der Heilkunde werden die Blätter, Wurzeln, Blüten und Samen benutzt.
Die Brennnessel wird seit alters her zum Abführen und Entwässern benutzt. Auch gegen Wassereinlagerungen im Körper wird sie eingesetzt. Eine mehrtägige Kur mit Brennnessel Tee aus dem Kraut oder den Blättern entschlackt und entgiftet den Körper und regt den Stoffwechsel an. Dieser Tee hilft auch bei anderen entzündlichen Erkrankungen, wie Rheuma, Gicht und Rippenfellentzündung. Aus der blühenden Brennnessel hergestellter Saft ist harntreibend. Oder, noch besser, aus dem oberen, samentragenden Teil eine Brühe kochen. Ein Tee aus den Wurzeln der Bennnesseln soll bei Prostatavergrößerung helfen. Bei Zahnschmerzen die Blätter der kleinen Brennnessel kauen, das hilft auch bei Magenschmerzen.
Achtung:
Bei Herz- oder Nierenerkrankungen wird von der Brennnessel als Heilpflanze abgeraten.
Äußerliche Anwendungen der Brennnesseln
Durch ihren hohen Anteil an Ameisensäure entstehen bei der Berührung der Brennnessel so starke Verbrennungen, dass die dadurch hervorgerufene Nervenreizung einige Stunden anhält. Es bilden sich Bläschen mit Gewebeflüssigkeit, die sich von der Gewebeflüssigkeit in der Nähe von erkrankten Organen unterscheidet. Sollten bei einer Wanderung starke Rückenschmerzen oder gar Ischias auftreten, kann man die am meisten schmerzende Körperpartie mit Brennnesseln verbrennen, um so zumindest die nächste Unterkunft zu erreichen. Vorher sollte man sich aber sicher sein, dass man auf das Gift der Brennnessel nicht allergisch reagiert. Bei Nasenbluten zerdrückt man die oberen, spitzen, hellen Blätter der Brennnessel auf der Stirn. Einen Auszug aus dem Brennnesselextrakt dem Shampoo zugegeben, kann sowohl gegen Schuppen, als auch gegen Haarausfall helfen. Zur Herstellung einer Essenz schneidet man die Brennnessel klein und lässt sie zwölf Stunden in Wasser ziehen. Diese soll auch Hautunreinheiten beseitigen und vergrößerte Poren wieder zusammen ziehen.
Brennnesseln zur Schädlingsbekämpfung und als Dünger
Zur wirkungsvollen, ökologischen Bekämpfung von Blattläusen kann man Brennnesseln 24 Stunden in Wasser einlegen und damit die Pflanzen besprühen. Am nächsten Tag sind die Blattläuse verschwunden. Für eine dauerhafte Wirkung empfiehlt es sich, das Besprühen regelmäßig zu wiederholen. Das Brennnesselwasser ist auch als Düngemittel gut geeignet.
Quelle:
Dr. med. Berndt Rieger – Traditionelle Europäische Medizin
Heilkunst und Rezepte der Mönche und Kräuterhexen
ISBN: 3-7766-2421-3 Herbig Verlag
Bitte beachten Sie, dass Suite101-Artikel niemals fachlichen Rat – zum Beispiel durch einen Arzt – ersetzen können.
