Brent Weeks: Jenseits der Schatten, Band 3 der Schatten-Trilogie

Brent Weeks: Jenseits der Schatten - Blanvalet
Brent Weeks: Jenseits der Schatten - Blanvalet
Rezension: Mit "Jenseits der Schatten" schließt Brent Weeks seine Schatten-Trilogie ab. Kylar, der Nachtengel, zieht in den entscheidenden Kampf um Midcyru.

Aus dem Kampf eines Assassinen um seine Heimatstadt entwickelt sich die Schatten-Trilogie von Brent Weeks zu einer Geschichte um die Rettung des Landes Cenaria und schließlich der gesamten Welt mit Namen Midcyru. In „Jenseits der Schatten“ wird das Schicksal dieser Welt und ihrer Bewohner entschieden.

Weeks führt seinen Helden Kylar in „Jenseits der Schatten“ in den entscheidenden Kampf

Während Kylar, der unsterbliche Nachtengel, versucht, den Pakt mit dem Wolf zu erfüllen, um seinen Arm zurückzubekommen, muss sich Logan mit seiner Armee feindlicher Heere erwehren, die Cenaria bedrohen. Derweil macht sich seine Rivalin Terah Graesin in die Hauptstadt auf, um ihre Regentschaft anzutreten. Sollte Logan nicht aus dem Krieg zurückkehren, könnte ihr niemand mehr die Herrschaft über Cenaria streitig machen. Kylar will verhindern, dass es soweit kommt und entzweit sich darüber mit seinem Freund Logan, der nicht um jeden Preis herrschen möchte. Doch ihnen bleibt nicht viel Zeit, denn in Khalidor erwächst Midcyru eine neue Bedrohung.

Für den dritten und letzten Band seiner Schatten-Trilogie (nach „Der Weg in die Schatten“ und „Am Rande der Schatten“) hat sich Brent Weeks viel vorgenommen. Die unterschiedlichsten Handlungsstränge muss er in „Jenseits der Schatten“ zusammenführen: den von Kylar, Logan, Momma K, Vi, Dorian, Feir, Solon, Elene, Schwester Ariel und von Durzo Blint, dem wiederauferstandenen Assassinen. Das gelingt Weeks auch, doch zu einem Preis: Einigen der handelnden Personen kann er nur wenig Raum einräumen, was die Figuren an den Rand drängt und manche ihrer Handlungen schwer nachvollziehbar macht. Der Fantasy-Autor konzentriert sich in „Jenseits der Schatten“ auf Kylar, Vi, Logan und Dorian – von ihrem Innenleben erfahren die Leser am meisten. Doch an der großen Entscheidungsschlacht am Ende der Schatten-Trilogie haben alle ihren Anteil.

In „Jenseits der Schatten“ kennt die Magie keine Grenzen

Bis es soweit ist, überrascht Weeks mit einigen Wendungen. Dabei benutzt er allerdings zu oft die magischen Fähigkeiten seiner Figuren – ein Fehler, den viele Fantasy-Autoren in ihren ersten Werken begehen. Weeks setzt der Magie zu wenig Grenzen, sodass sie zu häufig die Protagonisten in die Lage versetzt, übernatürliche Dinge zu tun, ohne einen großen Preis dafür zu zahlen – auch wenn enthüllt wird, dass wenigstens die Unsterblichkeit Kylars ihren Preis hat.

Die Lösung, die Weeks für seine Geschichte wählt, dürfte nicht allen Lesern gefallen. Vertrauen und Liebe sind am Ende die Kräfte, die für den Sieg entscheidend sind, so der konventionelle Ansatz in „Jenseits der Schatten“. Der völlige Triumph bleibt den Helden jedoch verwehrt – in diesem Punkt folgt Weeks Kollegen wie Steven Erikson und Brandon Sanderson.

Auf die Schatten-Trilogie lässt Brent Weeks „Black Prism“ folgen

Brent Weeks hat bereits im Interview angekündigt, eines Tages nach Midcyru zurückzukehren. Zunächst führt er seine Leser jedoch in eine neue Welt. „Black Prism“ heißt sein neues Projekt. „Schwarzes Prisma“ (The Lightbringer) lautet der Titel des ersten Bandes, der in Deutschland im September 2011 erscheinen soll.

Brent Weeks: Jenseits der Schatten. Schatten-Trilogie 3. Blanvalet 2010. Broschiertes Taschenbuch, 704 Seiten. Euro 15,00 (Österreich 15,50).

Jörn Käsebier - Bei Suite101.de betreute Jörn Käsebier zweieinhalb Jahre die Ressorts Wirtschaft & Geld sowie Sport als Redakteur, solange es ...

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