
- Selbst gemachtes Brettspiel - Malefiz - Manuela Käselau
Brettspiele sind oft einfache Spiele, die man altersübergreifend mit der ganzen Familie spielen kann. Da kann es von Vorteil sein, wenn die Spiele robust sind und so groß, dass viele Menschen um das Brett sitzen können und jeder das Brett und die Figuren auch erkennt und greifen kann. Für familienübergreifenden Spielspaß sind gekaufte Bretter daher nicht immer geeignet. Und spezielle aus dem Rehabilitationshandel, mit größerem Spielbrett und größeren Figuren, sind meist sehr teuer.
Mit dieser Bauanleitung für selbst gemachte Brettspiele kann man sich die Spiele nach seinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen gestalten. Der finanzielle Einsatz ist sehr gering, man braucht aber viel Geduld und Zeit. Bekommt dafür dann aber ein Spiel, das man lange benutzen kann und sich auch gut verschenken lässt.
Die Spieleauswahl beim Selberbauen
Es gibt viele Brettspiele, die in Frage kommen für einen Eigenbau: Mensch, ärgere Dich nicht in den Varianten für vier und sechs Spieler wäre so eines oder Mühle, Halma, Malefiz und einige andere. Vorteilhaft ist, dass die Spielfelder dieser Spiele leicht zu konstruieren sind und keine ausgeprägten künstlerischen Fähigkeiten verlangen. Außerdem kann man für diese Spiele die Spielfiguren oder Spielsteine einzeln kaufen.
Material für ein selbst gebautes Brettspiel
Natürlich braucht man ein Brett. Schichtleimholzplatten bieten sich an, da die Oberfläche meist sehr hell und ruhig ist und die Bretter auch nicht so schwer wie Vollholzbretter sind. In Baumärkten bekommt man Schichtleimholzplatten in der benötigten Größe oft als Abschnitt, das schont den Geldbeutel. Ein feines Schleifpapier sollte man aus dem Baumarkt auch mitbringen. Spielfiguren oder Spielsteine beziehungsweise Würfel bekommt man im Bastelbedarf.
Weiterhin braucht man Lineale, Geometriedreiecke, Lochschablonen, eventuell einen Zirkel und einen Bleistift plus Radiergummi, um die Spielfelder auf die Bretter zu konstruieren. Dazu kommen noch Pinsel in verschiedenen Größen und eine Rolle für den Klarlack.
An Lacken braucht man welche in verschiedenen Farbtönen, es gibt sie im Bastelbedarf in kleinen Verpackungen. Hiermit werden die Punkte des Spielfeldes und die Spielfiguren bunt gestaltet. Ein Klarlack dient dazu, das Spielbrett und die Spielfiguren mit mehreren Schichten Lack kratz- und stoßfest zu machen.
Die Konstruktion des Spielfeldes
Das Brett wird zunächst mehrfach mit ganz feinem Schleifpapier angeschliffen, zwischendrin immer wieder angefeuchtet und solange geschliffen, bis die Oberfläche wirklich glatt ist. Anschließend wird mit Linealen, Dreiecken, Schablonen, dem Zirkel und dem Bleistift das Spielfeld auf das Brett übertragen. Man sollte hier wirklich genau arbeiten, Abstände zu den Seiten einplanen und die Mittigkeit des Spielfeldes auf dem Brett beachten. Fehler können zu diesem Zeitpunkt immer noch einfach ausgemerzt werden, indem man den Bleistiftstrich mit einem normalen Radiergummi wieder entfernt. Wenn der Strich tiefer ins Holz gegangen sein sollte, kann man hier auch nochmal nachschleifen.
Nach dem Konstruieren wird das Brett mindestens ein Mal, besser noch ein zweites Mal mit Klarlack dünn überzogen. Dahinter steht die Erfahrung, dass die Farblacke sich sonst eventuell in der Maserung des Holzes verlaufen, was nicht sehr hilfreich wäre. Passiert das, kann man nur noch versuchen, mit einem holzfarbenen Lack zu überdecken oder fängt besser gleich nochmal von vorne an.
Wer schlau ist, versieht auch die Rückseite des Brettes mit einem Spielfeld. Zum Beispiel Mensch ärgere Dich nicht für vier Personen auf der Vorderseite und für sechs Personen auf der Rückseite.
Das Lackieren des Brettes und der Spielfiguren
Mit den Buntlacken füllt man jetzt die Felder aus, die später als Spielpunkte oder Spielstriche dienen. Hier ist Geduld gefragt und Genauigkeit, damit die gelackten Flächen nicht ausfransen und gleichmäßig aussehen. Schön ist, dass man hier zum Beispiel Lieblingsfarben verwenden kann. Wem schon immer das Aufteilen der Spielfarben in schwarz, rot, grün und blau aufgestoßen ist, hat jetzt die Gelegenheit, in Zukunft auch mal in pink, grau oder gestreift spielen zu können.
Mit den gleichen Farben werden auch die Spielfiguren oder Spielsteine gelackt. Man sollte für jeden Spielstein ein Extraexemplar anfertigen, falls später mal einer verloren geht.
Nach dem Trocknen der Buntlacke wird der Klarlack aufgetragen, sowohl auf das Spielbrett als auch auf die Spielfiguren. Wenn Kinder mitspielen, hat sich eine mindestens siebenfache Lackierung des Brettes bewährt, für die Figuren reicht meist auch eine zweimalige Lackierung.
Eigene Ideen zur Brettgestaltung
Natürlich kann man auch mit der gleichen Technik Spiele selber erfinden und entsprechend gestalten. Was spricht dagegen, zum Beispiel Malefiz umzugestalten? Zum 50. Geburtstag werden auf die versperrenden Spielsteine Motive des Lebens des Jubilars gemalt oder geklebt, Babyfotos zum Beispiel, das erste eigene Auto und ähnliches. Und zur Hochzeit kann es doch auch eine Variante sein, wo auf den beiden Hälften des Spielfeldes jeweils Motive der zukünftigen Eheleute zu sehen sind, die sich beim Spielende nicht, wie üblich, in einem Punkt treffen, sondern dort, wo sich zwei Eheringe befinden. Der Fantasie sind hier wenig Grenzen gesetzt.
Wer nach dem Brettspiel Geschmack gefunden hat am Gestalten mit Holz, kann es ja auch mal mit einem etwas anderen Schlüsselbrett versuchen oder mit einem Bilderbrett, um Postkarten und Fotos stilvoll aufzubewahren. Und wer es gerne etwas leichter und schneller zu einem Spiel bringen möchte, dem sei ein selbst gemachtes Memoryspiel zum Hören empfohlen. Ein selbst gemachtes Hörbuch eignet sich auch prima als Geschenk, vielleicht ist das die richtige Idee, falls es mit dem Brettspiel nicht klappt.
