Bridgeclub Porta Praetoria Regensburg lädt zum Schnuppern ein

Eva Pokorny daheim am Bridgetisch - Birke Stahl
Eva Pokorny daheim am Bridgetisch - Birke Stahl
Bridge, Denksport mit sozialer Komponente, erfreut sich auch in Deutschland großer Beliebtheit. In Regensburg gibt es zwei Bridgeclubs mit 90 Mitgliedern.

Der legendäre Schauspieler Omar Sharif bezeichnete es einmal als die zweitschönste Nebensache der Welt. Bill Gates und Martina Navratilova bedauerten, es erst viel zu spät gelernt zu haben. Die Rede ist von Bridge. Bridge ist mehr als nur ein Kartenspiel.

Anerkennung durch das Internationale Olympische Kommitee

Bridge ist Denksport, 1995 erhielt es sogar die Anerkennung durch das Internationale Olympische Komitee (IOC). In Deutschland gibt es doppelt so viele Bridge- wie Squashspieler. Der deutsche Dachverband zählt 29.000 aktive Mitglieder, die Zahl der aktiv spielenden Bridge-Fans wird auf eine Million geschätzt.

Ein fesselndes Spiel

Bridge spielen macht glücklich, denn auch hier werden - wie bei jeder Sportart - Endorphine freigesetzt, weiß Eva Pokorny zu berichten. Die Regensburgerin strahlt nicht ohne Grund, hat sie doch gerade erst mit ihrer Partnerin Sylvia Tuerk ein Turnier gewonnen. Aus gesundheitlichen Gründen früh pensioniert war die ehemalige Sportlehrerin auf der Suche nach einem sportlichen Ausgleich, so schildert Pokorny ihren Weg zum Bridge. Über ein Inserat fand sie Gleichgesinnte, die auch wie sie gern Karten spielten. Eine Bekannte aus dieser Runde nahm Eva Pokorny dann mit zum Bridge. „Das Spiel hat mich so gefesselt und neugierig gemacht, dass ich es unbedingt lernen wollte.“ Das ist acht Jahre her. Seitdem ist sie Mitglied im Club Porta Praetoria, einem der zwei Regensburger Vereine, wo regelmäßig dem Bridgespiel gefrönt wird.

Zeit und Lernwillen erwünscht

„Mit dem Bridge ist es wie mit einer Fremdsprache. Es geht ganz simpel an und wird dann immer mehr und auch schwieriger.“ Die Grundregeln beherrscht man schon nach einer Woche. Dann muss man dranbleiben und üben. Man muss Zeit und Lernwillen mitbringen“, sagt Eva Pokorny. Sie selbst trainiert vier mal vier Stunden in der Woche im Regensburger Club mit ihren ClubkameradInnen oder am Computer. Dabei lässt sie kaum ein Turnier aus und kümmert sich um den Nachwuchs, denn die Dame ist neben Clubpräsidentin Elisabeth Meerwein und Sylvia Tuerk auch zertifizierte Übungsleiterin des Deutschen Bridgeverbands (DBV).

Schach des Kartenspiels ohne Sprachbarrieren

Was sie noch am Bridge fasziniert? „Bridge wird oft als Schach des Kartenspiels bezeichnet. Im Gegensatz zu anderen Kartenspielen kann ein Spielerpaar beim Turnierbridge trotz schlechter Karten am Ende sogar gewinnen.“ Es gibt keine Sprachbarrieren, das Spiel ist für weltoffene kommunikative Menschen wie gemacht. Am Computer spielt die alleinstehende Dame gemeinsam mit Chinesen, Kanadiern und Franzosen, mit Menschen aus aller Herren Länder.

Mannschaftssport, der logisches Denkvermögen und Merkfähigkeit verbessert

Außerdem fördert Bridge das logische Denken und die Merkfähigkeit und wirkt sich positiv auf das soziale Verhalten aus. „Das Schöne an diesem Spiel ist, dass man kein Einzelkämpfer ist, es ist ein Mannschaftssport“, schwärmt Pokorny. Anders als beim Schach ist die kleinste Einheit beim Bridge das Paar, das fördert die Dialogbereitschaft. „Man muss sich auf seinen Partner verlassen können“. In Ländern wie Polen, Frankreich, Israel, Italien oder Holland wird Bridge als Wahlfach in der Schule angeboten. Vereinzelt gibt es ähnliche Projekte auch in Deutschland. Zu wenig findet Pokorny.

Bridge kann jeder lernen - egal wie alt er ist

Jeder, egal wie alt er ist, kann das Spiel erlernen. Bridge fördert nicht nur das Konzentrationsvermögen, sondern hilft auch bei Problemlösungen. Wie jedes Jahr bietet der Bridge Club Porta Praetoria auch heuer wieder einen Anfängerkurs an, natürlich mit Evelyn Pokorny. Interessenten sind am Samstag, 08.Oktober um 16 Uhr in der Puricellistraße 11 zum ersten Schnuppern willkommen. Anmeldungen unter Tel.: 0941/704666.

Über Bridge

  • Mit seiner knapp 500-jährigen Tradition zählt Bridge zu den ältesten Kartenspielen!
  • Erste Wurzeln im England des 16. Jh., Entstehung der Bridge Prototypen: Triumph,
  • Gespielt wird es mit Französischem Blatt mit 52 Karten, wobei Herz als Coeur und Kreuz als Treff bezeichnet wird
  • Bridge ist ein Kampf zwischen zwei Teams (Partnerschaften) Die Partner sitzen einander gegenüber. Eine Partei ist Nord-Süd, die andere Ost-West
  • Jeder bekommt 13 Karten. Wie beim Skat erfolgt zuerst die Reizung, danach wird gespielt
  • Ziel ist, so viel wie möglich Stiche zu machen. Im Gegensatz zum Skat oder Doppelkopf geht es nicht darum besonders hohe Karten beim Stich zu bekommen.
  • Der Spieler, der den Kontrakt (Reizung) angesagt hat, wird zum sog. Alleinspieler. Sein Partner muss alle Karten offen auf den Tisch legen und kann nicht mehr eingreifen.
  • Beim Turnierbridge werden von allen Teams die gleichen Kartenverteilungen gespielt
Birke Stahl, Birke Stahl

Birke Stahl - Seit 2002 Freie Journalistin und Sprachtrainerin2011 Studienberaterin der FernUniversität in Hagen am RZ München2006-2010 ...

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