Bridgekamera-Neuheiten-Vergleich: Nikon Coolpix P7000 vs. P6000

Bridgekamera Nikon Coolpix P7000: HDMI & HD-Video - Nikon Deutschland GmbH
Bridgekamera Nikon Coolpix P7000: HDMI & HD-Video - Nikon Deutschland GmbH
Steckt in der Nikon P7000 gegenüber der guten Nikon P6000 ein Testsieger? Weniger Megapixel, mehr ISO, LCD-Monitor & Weitwinkel-Zoom sowie HDMI & HD-Video.

"I am a Nikon Coolpix", murmelt im Coolpix-Katalog des coolen Herbstes 2010 eine Nikon Coolpix dem Betrachter zu – wie schön, dass sich die Coolpix noch an ihren Produktnamen erinnert, traumatische Erlebnisse wie die ständigen Testniederlagen bei Stiftung Warentest gegen den Erzrivalen Canon können nämlich zu Chip-Amnesie oder anderen Formen der Digitalkamera-Gedächtnisstörung führen. Doch Nikons kompakte Digitalkameras erinnern sich wieder an ihren renommierten Hersteller-Namen und kommen wieder zurück: Im Digitalkamera-Test des Oktobers lag die Nikon Coolpix L110 gleichauf mit der Canon Digital Ixus 300 HS; nun schickt sich das Coolpix-Flaggschiff P7000 an, an der Bridgekamera Canon PowerShot G11 vorbeizuziehen und im Vergleich mit der neuen PowerShot G12 gleichzuziehen. Was steckt neues in der Coolpix P7000, im Nachfolgemodell der Coolpix P6000, die noch im März-Test des Jahres 2009 mit dem guten Test-Qualitätsurteil ("2,4") klar hinter der Canon PowerShot G10 zurücklag?

Anti-Mega-Verpixelung – der CCD-Bildsensor hat 10 Megapixel

Wie Erzrivale Canon tritt auch Nikon mächtig auf die Pixelbremse, während Canon bei der Entwicklung des CCD-Bildsensors der PowerShot G11 die Megapixel (MP) von 15 auf 10 MP reduzierte (CCD: Charge Coupled Device), reduzierte nun Nikon die 13,5 MP der Coolpix P6000 auf 10,1 MP bei der P7000. Der neue CCD-Chip im 1/1,7-Zoll-Format hat dabei die gleichen Dimensionen, die maximale Auflösung von 3.648 x 2.736 Pixel reicht aus für Posterabzüge im Format 60 x 40 Zentimeter bei Online-Fotodiensten, im 3:2-Format sind es noch 3.648 x 2.432 Pixel (siehe Video-Reviews). Wer mehr Megapixel benötigen sollte, sollte sich die Coolpix L110 und Coolpix S8000 ansehen. Trotz Anti-Mega-Verpixelung hat Nikon der etwa 360 Gramm schweren P7000 mehr Rechenleistung namens Expeed C2 gegönnt, die neue Bildverarbeitungs-Engine muss gegenüber der P6000 auch im Video-Modus mehr Pixel verarbeiten.

Neuer TFT-LCD-Monitor und HD-Video-Clips im Stereo-Ton mit 24 FPS

Während man mit der P6000 nur Video-Clips in befriedigender VGA-Qualität mit 640 x 480 Pixel aufnehmen konnte, nimmt die P7000 nun auch wie die Coolpix L110 Videofilme in HD-Video-Qualität mit einer Auflösung von 1.280 x 720 Pixel im 16:9-Format auf, gegenüber der L110 aber nur mit der Bilderflutrate von 24 FPS (HDV: High Definition Video; FPS: Frames per Second, Aufnahmen pro Sekunde). Die mit dem internen oder externen Stereo-Mikrofon vertonten epochalen Meisterwerke der Videokunst können sofort via HDMI-Schnittstelle am HD-tauglichen Fernseher betrachtet und an Bruce Nauman versendet werden (HDMI: High Definition Multimedia Interface). Oder man wirft den Blick auf den neuen alternativlos systemrelevanten TFT-LCD-Monitor der P7000: Während die P6000 nur einen befriedigenden LCD-Monitor mit 2,7 Zoll Display-Diagonale und 230.000 Bildpunkten aufwies, weist der neue TFT-LC-Display eine Diagonale von 7,5 Zentimeter auf (3 Zoll), wobei die HD-Video-Pixel nunmehr auf 921.000 Bildpunkten tanzen können. Das sind genauso viele Bildpunkte wie bei der neuen Nikon-DSLR D7000, aber viermal mehr Bildpunkte als bei der neuen Einsteiger-DSLR Nikon D3100.

Neues Nikkor-Weitwinkel-Zoom-Objektiv mit 7,1-fachen Zoomfaktor

Während die gute Bildqualität der Coolpix P6000 mit einem 4-fachen Nikkor-Weitwinkel-Zoom erreicht wurde, welches ins Kleinbildformat übertragen maximal die Brennweite eines Porträt-Objektivs mit 112 Millimeter erreichte, setzt Nikon mit dem 7,1-fachen Zoomfaktor des neuen Zoom-Objektivs noch einen Blick in die Ferne drauf. Das neue P7000-Zoom beginnt auch bei 6 Millimeter Brennweite, endet aber erst bei 42,6 Millimeter: Umgerechnet in das Kleinbildformat beginnt das neue Nikkor-Zoom mit der Standard-Weitwinkel-Brennweite von 28 Millimetern, endet aber erst bei 200 Millimeter Brennweite als Tele-Objektiv. Natürlich hat es einen VR-Bildstabilisator (Vibration Reduction). Auch die Lichtstärke des Objektivs hat sich verändert, bei der P6000 veriierte die Anfangsöffnung zwischen 2,7 und 5,9, das neue Zoom-Objektiv der P7000m ist mit Blenden zwischen 2,8 und 5,6 im Telebereich etwas lichtstärker. Dabei wurde auch die ISO-Empfindlichkeit des P7000-CCD-Chips gegenüber der P6000 erweitert, der ISO-Bereich bei maximaler Bildgröße beginnt bei ISO 100 und endet nicht bei ISO 2.000, sondern bei ISO 3.200. Darüber hinaus kann im Nachtmodus auf bis zu ISO 12.800 erweitert werden.

Mehr Bridgekamera und mehr Motivprogramme

Etwa 20 verschiedene Motivprogramme erleichtern das ambitionierte Photographenleben mit der Bridgekamera, wenn man nicht manuell mit Tasten und Wahlrädern spielen möchte, sondern einfach nur kurz ein Schnappschuss geschossen werden soll (siehe Video-Review von infoSync). Ansonsten verfügt die Coolpix P7000 als Bridgekamera wie gewohnt semiprofessionelle Merkmale einer Nikon-DSLR: Funktionen wie automatischen oder manuellen Weißabgleich, Blendenvorwahl oder Zeitvorwahl, sowie Active D-Lighting und eine AE-L-AF-L-Taste (AEL: Auto Exposure Lock, AFL: Auto Focus Lock). Die unverbindliche Preisempfehlung der Nikon Coolpix P7000 liegt bei 549 Euro, am 27. Mai 2011 kostet die Bridgekamera im Online-Handel zwischen 380 und 600 Euro.

Weitere Informationen und Bildbeispiele in Video-Reviews

Auf YouTube finden Sie in englischer Sprache bei What Digital Camera einen kurzes 2-minütiges Übersichtsvideo über die P7000: "Nikon Coolpix P7000 First Look"; dagegen bei infoSync das etwa 10-minütige Video-Review "Nikon Coolpix P7000 Review", sowie weitere Video-Demos mit Beispielbildern und Beispielvideos.

Dr. Gerald Albach, Dr. Gerald Albach

Dr. Gerald Albach - Schreiben macht Spaß: mit Licht und mit Worten! Damit ich weiß, worüber ich schreibe, habe ich als Diplom-Biologe in der ...

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