
- Briefkasten - Thomas Max Müller / pixelio.de
Es ist immer wieder das Gleiche: nur Rechnungen oder Werbung im Briefkasten, wenn jedoch zur Abwechslung mal ein persönlicher Brief dabei ist, freut man sich umso mehr. Natürlich könnte man einfach eine E-Mail schreiben, das geht schneller und kostet nichts, aber einen handgeschriebenen Brief zu bekommen, das ist schon etwas Besonderes. Gibt es heutzutage allerdings noch Menschen, die gern Briefe schreiben? Wenn ja, wo findet man die?
Das Letternet
Die Deutsche Post hat eine Initiative gegründet, diese nennt sich Letternet. Man kann sich online registrieren und ein Profil erstellen. Dabei gibt man an, welche Präferenzen man hat und nach welcher Art Brieffreund man sucht. Dazu gehören etwa welche Sprache man spricht, aus welchen Ländern oder Kontinenten der Brieffreund sein soll und welcher Altersgruppe man angehört. Einige Zeit später bekommt man einen Brief von der Deutschen Post zu gesendet, in welchem man einen vorgeschlagenen Brieffreund findet. Außerdem tritt man dabei dem Letternet Club bei und erhält Zeitschriften. In diesen dreht sich alles ums Briefe schreiben. Je nach Ausgabe erhält man Tipps fürs Briefe schreiben, neue Gestaltungsideen oder Artikel über Brieffreunde, die sich schon einmal getroffen haben. Außerdem ist ein Annoncenteil enthalten, wo man nach neuen Bekanntschaften suchen kann.
Internetseiten
Es gibt zahlreiche Internetseiten, bei denen man sich registrieren kann und nach Brieffreunden sucht. Viele von diesen Seiten sind direkt für dieses Thema angelegt, etwa brieffreunde.org oder thestudentsoftheworld.org. Das Verfahren ist einfach: Man meldet sich an, macht Angaben über seine Wünsche und Präferenzen, dann sucht man entweder selbst nach neuen Bekanntschaften oder lässt sich finden. Wer besonders an internationalen Bekanntschaften interessiert ist, der sollte einen Besuch von Interpals nicht scheuen. Dort kann man gezielt nach anderen Leuten suchen und verliert nicht gleich den Überblick, da die Seite sehr übersichtlich aufgebaut ist. Wenn man erst mal verschiedene Menschen kontaktiert hat, kann man sie auf einer Freundesliste speichern. Der Vorteil bei Internetseiten wie dieser ist, dass man sich erst ein wenig kennenlernen kann, indem man Nachrichten schreibt. Man kann sehen, ob man auf der selben Wellenlänge ist und entscheidet sich danach ob man auch wirklich miteinander Briefe schreiben möchte. Ein Großer Vorteil von internationalen Seiten wie dieser ist, dass man mit Muttersprachlern in Kontakt treten kann. Für das Erlernen von Fremdsprachen sind Brieffreundschaften ideal.
Internetforen, Zeitschriften und Magazine
Hier gilt allgemein, dass man gezielt nach anderen Menschen suchen kann, die dieselben Interessen haben und in der selben Altersgruppe sind. Viele Zeitschriften und auch Internetforen enthalten Themen zum Briefe Schreiben. So können sich Kinder und Jugendlich etwa bei Diddl und dem so genannten Käseblatt umschauen oder bei der Zeitung Mädchen. Die meisten Zeitschriften und Magazine sind ebenfalls im Internet vertreten, wobei man dort ebenfalls in den Foren nach Bekanntschaften suchen kann. Andere Internetseiten wie Kleiderkreisel.de drehen sich zwar nicht um Brieffreundschaften, jedoch findet man auch dort Gesuche nach Brieffreunden. Nur muss man außerhalb der für die Seite typischen Foren suchen (hier: Beiträge, die sich nicht um Klamotten, Taschen oder Schuhe handeln). Oft findet man auch Diskussionen über das Briefe schreiben an sich und was andere Menschen davon halten. So kann man erfahren, ob man die einzige Person ist, welche sich für "traditionelle" Briefe interessiert oder ob auch andere "moderne" E-Mails ablehnen.
Friendship Books
All diejenigen, die bereits Brieffreunde haben, kennen möglicherweise die so genannten Friendship Books bzw. Freundschaftsbücher (kurz: FB). Dies sind kleine Büchlein, oft nur aus ein paar Blättern bestehend, welche von Brieffreund zu Brieffreund geschickt werden. Auf der ersten Seite bzw. dem Deckblatt stehen die Adresse des Besitzers und die desjenigen, der das FB angefertigt hat. Jeder der ein FB zugeschickt bekommt, kann seine Adresse eintragen, dazu je nach Belieben das Geburtsdatum, die Sprachkenntnisse oder zum Beispiel Hobbys. Des weiteren gibt es internationale Abkürzungen, wie SNNP (sorry no new pals) oder NPW (new pals wanted), welche man neben seine Adresse schreiben kann, um den Nachfolgern zu zeigen, dass man nach Brieffreunden sucht oder nicht. So kann man selbst andere Leute kontaktieren oder man wird kontaktiert. Wenn das Buch voll ist, wird es an den Besitzer zurück geschickt, sodass man sehen kann, an welchen Orten das kleine Buch schon war. Interessierten ist dieser Artikel zu empfehlen.
