
- Daniel Lopes - Jörg Tilmes
Mit der Meldung, dass die Schauspielerin und Sängerin Brigitte Nielsen an der sechsten Staffel der RTL-Show "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ teilnimmt, titelte die Onlineausgabe der Bildzeitung am 01. Dezember 2011. Die Zeitung will eigenen Angaben nach erfahren haben, dass die Ex-Frau von Schauspieler Sylvester Stallone sich nach an der Höhe der Gage gescheiterten Verhandlungen zur fünften Staffel für die Fortsetzung der Dschungelshow in 2012 mit dem Kölner Sender RTL geeinigt habe: 150.000 Euro soll die Nielsen für die zwei Wochen im australischen Dschungel zugesagt bekommen haben. Andere, so die Bildzeitung, bekämen mit rund 50.000 Euro deutlich weniger. Als weiterer Kandidat steht nach Einschätzung der zuständigen Produktionsfirma der Sänger Daniel Lopes fest, der sich nach seinem Rauswurf bei "Das Supertalent“ 2011 erneut in die Hände des Kölner Senders begeben hat.
Hier: Lesen Sie, wie Brigitte Nielsen am 28. Januar 2012 Dschungelkönigin wurde
Brigitte Nielsen: Vom Hollywood-Star zur Trash-Königin
Die am 15. Juli 1963 im dänischen Rødovre geborene Brigitte Nielsen mauserte sich vom Hollywood-Star zur Trash-Königin, so die Bildzeitung. Keine ganz unzutreffende Beschreibung ihrer Karriere, denn als Model arbeitete sie zunächst mit Designern wie Ferré, Armani und Versace zusammen. Als Schauspielerin gelang ihr 1985 der Einstieg in eine Hollywood-Karriere: Nielsen debütierte in dem Film "Red Sonja“ an der Seite von Arnold Schwarzenegger. Als Mitwirkende in "Rocky IV – Der Kampf des Jahrhunderts“ lernte sie ihren zweiten Mann kennen, Sylvester Stallone. Die Ehe hielt aber weniger als zwei Jahre. Fünf Ehen ist Nielsen insgesamt eingegangen. Auch in "Beverly Hills Cop II“ spielte die Dänin eine Gastrolle.
Titsi und Tatsi im Dschungelcamp
Auf ihrer Seite im Rahmen der Filmdatenbank imdb.de sind zum Zeitpunkt des Entstehens dieses Artikels ganze 31 Produktionen gelistet, an denen Brigitte Nielsen als Schauspielerin beteiligt war: Darunter sogar eine Folge der deutschen Krimiserie "Soko Stuttgart“ und Produktionen an der Seite von Schauspielern wie Udo Kier, Mario Adorf, Horst Buchholz und Ursula Andress. Doch seit dem Jahr 2000 trat sie vermehrt in Reality-Formaten auf, so etwa 2003 im holländischen "Big Brother“ oder dem RTL-Format "Aus alt mach neu – Brigitte Nielsen in der Promi Beauty Klinik“ in 2008: Über diese Reihe wurden ihre mit Titsi und Tatsi bezeichneten Brüste den Deutschen ein Begriff. So meldete die Bildzeitung die beiden ebenfalls als Dschungelcampinsassen.
Es gab kaum eine Talk-Show, in der Nielsen nicht gesessen hätte. Daneben war sie bei "Das perfekte Promi-Dinner“ und bei "Let’s Dance“ 2010 Dauergast in Sendungen des RTL-Konzerns. Somit lag es auf der Hand, dass auch "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ früher oder später auf ihrer Agenda stehen musste. Dass dies aber auch für Daniel Lopes galt, hätte in Fachkreisen niemand erwartet, als er im Laufe des am 29. Oktober 2011 ausgestrahlten Auftritts mit einem Song von Michael Bolton gleichermaßen Publikum wie Jury begeisterte. Doch auf das kurzzeitige Hoch, innerhalb dessen die deutschen Medien den Sänger für ein gelungenes Comeback feierten, folgte mit dem Unterliegen in der sogenannten Battle am 26. November der Rauswurf aus der Show.
Daniel Lopes bei "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!"
Aber sein neues Management brachte ihn ohne Umwege erneut in die Klauen von RTL: Daniel Lopes wurde von der Granada Produktion für Film und Fernsehen GmbH in Köln als Kandidat für die sechste Staffel von "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ in Betracht gezogen, die vom Kölner Privatsender RTL für ab dem 13. Januar 2012 ins Programm genommen wurde. Am 23. November 2011 erhielt Suite101.de per Anruf um 18:14 Uhr die Bestätigung, dass Latino-Star Daniel Lopes schon am Vortag die Eckdaten seines Einsatzes im australischen Dschungel festgezurrt habe. Zweieinhalb Minuten dauerte das Telefonat, aus dem klar erkennbar war, dass Lopes als Kandidat für "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ gesetzt ist.
Der in Brasilien geborene Sänger feierte seine große Premiere vor deutschem Publikum in der ersten Staffel des Castingformates "Deutschland sucht den Superstar“. Dass er für den damals schon als Chef in der Jury sitzenden Musikproduzenten Dieter Bohlen der beste Sänger in der Erstausgabe der Show war, bekam Daniel Lopes noch einmal zu hören, nach dem er bei "Das Supertalent“ 2011 einen erfolgreichen Auftritt hingelegt hatte. Die Zeit zwischen 2002 und 2011 lief für Lopes eher suboptimal: Als Finalist wegen undurchsichtiger Zusammenhänge aus der Show geflogen, hatte er zwar große Absatzerfolge seiner Platten zu vermelden, doch wegen eines eher unglücklichen Händchens mit dem lieben Geld endete er in der Pleite.
Der "Bohlencode" und Daniel Lopes
Die Details dazu sind nicht nur in zahlreichen Presseveröffentlichungen – so auch in der Bildzeitung – zu lesen gewesen, sondern auch im im November 2011 erschienenen Buch "Bohlencode – Die ganze Wahrheit“, das von Gerd Graf Bernadotte veröffentlicht wurde und auch auf die Machenschaften bei DSDS eingeht. Der frühere, langjährige Manager von Thomas Anders und Dieter Bohlen hatte temporär auch mit Daniel Lopes zu tun und das Chaos in dessen Buchhaltungsunterlagen in seinem Buch ebenso beschrieben, wie die sexuellen Vorlieben des Sängers. Lopes erklärte der Bild am Sonntag, dass er 600.000 Euro gehabt und verjubelt habe; 200.000 Euro Schulden sind nach Aussage des Grafen Bernadotte in "Bohlencode – Die ganze Wahrheit“ davon geblieben.
Inwieweit Lopes von der Gage zu "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ Schulden abbezahlen kann oder was ihm die Gläubiger abnehmen, bleibt offen. Fest steht, dass nach Aussagen der Granada gegenüber Suite101.de alle Beteiligten ein gutes Gespräch miteinander geführt hatten, was den Einsatz im Dschungelcamp anginge. Lopes, der bei "Die Alm“ 2004 auf ProSieben schon einmal Geschlechtsteile einer Kuh in den Mund nehmen musste, begibt sich also erneut in den Sumpf von Hohn und Spott und macht damit der Ansicht eines Düsseldorfer Musikproduzenten zufolge jede Chance auf ein seriöses Comeback endgültig zunichte. Aus der Vergangenheit schlau wird er offenbar nicht, denn schon nach "Die Alm“ ging es nicht bergauf mit der Karriere.
