
- Tee zur Teestunde - Rembert König
Nicht nur Großbritannien-Urlaubern ist die britische Teekultur ein Begriff. Dank der Comicreihe „Asterix“ wissen beispielsweise auch Lesefreunde, dass im Vereinigten Königreich nachmittags um fünf Uhr gern mal eine Tasse Tee getrunken wird. Schließlich wird dieser typische Brauch in „Asterix bei den Briten“ auf sehr humorvolle Art und Weise auf die Schippe genommen. Da lässt sich dann auch getrost darüber hinweg schauen, dass die Teekultur der Briten zu Zeiten Cäsars noch gar nicht existierte.
Die Geschichte der britischen Teekultur
Vermutet wird, dass die englische Teekultur sich Mitte des 17. Jahrhunderts zu entwickeln begann. Damals wurde Tee aus China importiert. Der importierte Tee war jedoch zunächst sehr teuer, so dass sich nur die Oberschicht dieses Getränk leisten konnte. Erst eine Senkung der Teesteuer führte dann dazu, dass Tee auch von Mittelschicht und Arbeitern gekauft und konsumiert wurde. Bis dahin wurde vor allem Bier und Kaffee getrunken. Im 19. Jahrhundert war es dann Anna, Herzogin von Bedford, die die Ära des Fünf-Uhr-Tees einleitete.
Sandwiches und Scones zum Fünf-Uhr-Tee
Anna, Herzogin von Bedford, soll Überlieferungen zufolge auf die Idee gekommen sein, in der Zeit zwischen vier und fünf Uhr am Nachmittag eine Zwischenmahlzeit einzunehmen. Neben dem Tee gab es dabei auch Sandwiches, die den Hunger stillen sollten. Da sie zu ihrem Afternoon Tea schon bald Gäste einlud, verbreitete sich dieser Brauch schnell und ist bis heute ein wichtiger Bestandteil der britischen Teekultur. Neben den Sandwiches werden auch Scones gereicht. Dieses britische Gebäck wird oft mit dickem Rahm (Clotted Cream) verzehrt. Derartige Leckereien lassen sich mit typisch britischen Rezepten zum Fünf-Uhr-Tee auch selber machen.
Klassische Teestunde in London oder auf dem Lande erleben
Bei einer traditionellen englischen Teestunde gibt es eine Reihe von Regeln. Wer eine solche Teestunde nach klassischer Art erleben möchte, kann dies vor allem in den hochklassigen Hotels in London tun. Historic-UK empfiehlt in diesem Zusammenhang etwa das Ritz, das Savoy, das Dorchester oder auch das Claridges. Aber auch in kleinen Dörfern, etwa an der Süd- oder Westküste Englands, laden viele kleine Teestuben zum Afternoon Tea, Cream Tea oder auch High Tea ein. Während für Touristen diese traditionellen Teestunden ein ganz besonderes Erlebnis sind, nehmen es viele Einheimische inzwischen nicht mehr ganz so genau mit den alten Regeln. Tee aus Teebeuteln, der früher eher verpönt war, hat sich längst durchgesetzt und auch Kekse aus dem Supermarkt sind gängige Beilagen.
Welche Teesorten gehören zur englischen Teezeremonie?
Zu den bevorzugten Teesorten, die bei einer britischen Teestunde getrunken werden, gehören diverse Schwarztee-Sorten. Assam oder Darjeeling sind besonders gängig, aber auch die Teemischung Earl Grey, die aromatisiert ist (Bergamotte-Frucht), erfreut sich großer Beliebtheit. Es werden zudem auch immer häufiger Grüner oder Weißer Tee getrunken. Und auch Liebhaber von Früchtetees müssen bei einem Großbritannien-Besuch nicht auf ihr Lieblingsgetränk verzichten.
Auch Teepausen, Tanztees und Teegärten gehören zur britischen Teekultur
Tee wird in Großbritannien nicht nur am Nachmittag getrunken. 165 Millionen Tassen Tee trinken die Menschen im Vereinigten Königreich nach Angaben des UK Tea Council jeden Tag. In vielen Büros gehören Teepausen zum Alltag dazu. Die erste Teepause findet dabei meist bereits am Vormittag statt, in der Regel folgt eine zweite am Nachmittag. Teepausen bei der Arbeit haben im Vereinigten Königreich inzwischen eine lange Tradition, denn es gibt sie schon seit mehr als 200 Jahren.
Aber auch in der Freizeit lässt sich das Teetrinken mit anderen Aktivitäten verbinden. So erfreuen sich vor allem im Frühjahr und Sommer die Teegärten großer Beliebtheit. Hier lässt sich der Tee in schönster Atmosphäre genießen und nicht nur Liebhaber von typischen englischen Gärten kommen dabei voll auf ihre Kosten. Nicht mehr ganz so in Mode sind indes die Tanztees. Diese Gesellschaftsveranstaltungen, die es seit dem 18. Jahrhundert gibt, finden heutzutage nicht mehr so häufig statt.
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