British Champions Day in Ascot: Frankel ist zurück

Schwer: Excelebration läuft ebenso wie ... - Marc Rühl
Schwer: Excelebration läuft ebenso wie ... - Marc Rühl
Der neugeschaffene Champions Day des britischen Rennsports feiert 2011 seine Premiere. Frankel und andere Klassepferde sorgen für einen tollen Auftakt.

Der 15.Oktober 2011 ist in verschiedener Hinsicht ein Novum in der Geschichte des britischen Rennsports. Erstmals finden die Champion Stakes nicht mehr in Newmarket, sondern in Ascot statt. Zudem ist das Rennen nun auch in den neu geschaffenen britischen "Champions Day" eingebettet. Der Renntag beendet dabei die gleichnamige Rennserie, die über das gesamte Rennjahr 2011 über alle Toprennen des Vereinigten Königreichs ausgetragen wurde.

Frankel beendet das Rennjahr in den Queen Elizabeth II Stakes

Trotz der Champion Stakes ist der absolute Höhepunkt ein anderes Rennen des Tages. Es handelt sich um die Queen Elizabeth II Stakes, das zweite Gruppe-1-Rennen des Tages. Das Meilenrennen sieht mit Frankel das aktuell wohl beste Pferd der Welt am Start.

Der dreijährige Galileo-Sohn aus dem Besitz von Khalid Abdullah ist immer noch ungeschlagen und gewann nahezu alle seiner Starts im Spaziergang. Nach einem lockeren Sieg beim Debüt als Zweijähriger gegen den späteren Gruppe-1-Sieger Nathaniel siegte er im Vorjahr vor allem in den Dewhurst Stakes (Gruppe 1, 1.400m) in Newmarket, dem wichtigsten Youngster-Rennen Europas.

Daran knüpfte Frankel 2011 nahtlos an. Einem Aufbaustart folgte die für Experten wohl beste Vorstellung in den englischen 2000 Guineas der letzten zwei Jahrzehnte. Der Hengst aus dem Stall von Sir Henry Cecil gewann den Klassiker unangefasst mit sechs Längen Vorsprung, nachdem er unterwegs teilweise mit 15 Längen geführt hatte. Daran schloss sich der Sieg in den St. James Palace Stakes während Royal Ascot an. Zuletzt überzeugt er in den Sussex Stakes auf höchster Ebene restlos, als er den besten älteren Meiler Europas Canford Cliffs locker mit fünf Längen Vorsprung abfertigte.

Excelebration sucht die Revanche an Frankel

Unter normalen Umständen ist Frankel der haushohe Favorit des Rennens. Als einzig möglicher Gegner kommt Excelebration in Betracht. Der Sieger der deutschen 2000 Guineas (Gruppe 2, 1.600m) war bislang zweimal chancenlos gegen den Abdullah-Hengst, gewann aber alle seine weiteren Starts. Zuletzt siegte er völlig überlegen im Prix du Moulin (Gruppe 1, 1.600m) in Paris-Longchamp. Mit weiterer Steigerung könnte er näher bei Frankel sein als bei den bisherigen Starts.

Interessant für eine Platzierung ist die französische Stute Inmortal Verse. Die Dreijährige von Robert Collet ist frische Doppelsiegerin auf höchster Ebene. Dabei bezwang sie zuerst während Royal Ascot in den Coronation Stakes die besten dreijährigen Stuten Europas, ehe sie zuletzt im Priy Jacques le Marois sogar gegen die erstklassige Goldikova gewinnen konnte. Die indirekte Elle über Canford Cliffs und Goldikova zeigt allerdings, dass sie sich weiter steigern muss, um gegen Frankel bestehen zu können. Der Rest des Feldes dürfte es schwer haben. Chancen auf einen vorderen Platz sind aber sicher noch Dick Turpin und Vorjahressieger Poet´s Voice zuzubilligen.

So You Think soll die Champion Stakes nach Irland entführen

Im zweiten Höhepunkt des Tages, den Champion Stakes über 2.000m, steht So You Think im Fokus. Der Neuseeland-Import des Coolmore-Gestüts gewann auf dieser Distanz 2011 mit den Tattersalls Gold Cup, den Eclipse Stakes und den Irish Champion Stakes schon drei Rennen der höchsten Kategorie.

An Ascot hat er allerdings keine guten Erinnerungen. Dort unterlag er in den Prince of Wales´s Stakes Rewilding. Zuletzt lief er als Vierter im Arc hinter Danedream aus schlechter Ausgangslage ein großes Rennen. Er trifft erneut auf Ed Dunlops Snow Fairy, die in Paris knapp vor ihm war und sich damit für die knappe Niederlage in den Irish Champion Stakes revanchierte. Beide sind sicher Sieganwärter, wenn das Rennen nach dem Arc nicht zu früh kommt. Ein weiterer Siegkandidat ist Nathaniel. Der Galileo-Sohn ließ das Pariser Rennen für den Start in den Champion Stakes aus. Der Schützling von John Gosden gewann zuletzt in Ascot die King George VI & Queen Elizabeth Stakes (Gr.1, 2.400m).

Sir Henry Cecil schickt Midday und Twice Over nach Ascot

Ein Duo aus Vorjahressieger Twice Over und der sehr guten Stute Midday schickt Sir Henry Cecil ins Rennen. Die beiden machten zuletzt in den Juddmonte International Stakes den Ausgang unter sich aus. Beide sind nach dieser Vorstellung auch als Sieger denkbar. Den Kreis möglicher Sieganwärter schließt Cirrus de Aigles ab. Der französische Wallach ist serienweise in Gruppe-1-Rennen platziert und hätte einen Sieg auf diesen Level verdient. Chancenreiche Außenseiter im Feld sind Casamento, der zweijährig auf dieser Ebene erfolgreich war, sowie Dubai Prince und Weltenbummler Wigmore Hall.

Der Champions Day wird eingerahmt von drei weiteren Gruppe-Rennen. Auch hier tummeln sich Könner wie Fame and Glory, Opinion Poll oder Dancing Rain, die Siegerin im diesjährigen Preis der Diana (Gruppe1, 2.200m) von Düsseldorf in den Starterfeldern.

Ralph Ammann, Ammann

Ralph Ammann - Ich bin auf Umwegen zum Journalismus gekommen. Als Kind war es mein erster Berufswunsch, aber trotzdem kam erst ein Biologiestudium, bevor ...

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