Die beiden westkanadischen Provinzen British Columbia und Alberta sind ideale Reiseziele für alle, die gerne schöne Landschaften auf Auto-Touren erkunden. Auch für Motorradtouren sind diese Landstriche gut geeignet. Ihre rauen Küstenlandschaften, die durchzogen sind von zahllosen kleinen Inseln, die tiefen Regenwälder entlang der Westküste, aber auch die steil aufragenden Bergketten im Landesinneren, die bis zu den Rocky Mountains in Alberta reichen und die endlosen Weiten der Prärie, über die einst die riesigen Büffel Herden wanderten - all dies macht den Westen Kanadas zu einem abwechslungsreichen Reiseziel voller außergewöhnlicher Erlebnisse.

Die beiden Provinzen sind jedoch so groß, dass es einem Reisenden, den es zum ersten Mal in diese Region zieht, schwer fällt, sich für eine bestimmte Route zu entscheiden. Da ist es gut zu wissen, welches die schönsten Routen durch British Columbia und Alberta sind.

Die schönsten Routen für Auto-Touren durch British Columbia und Alberta

  • Der Icefield Parkway durch die Rocky Mountains von Lake Louise nach Jasper
Sicher eine der weltweit bekanntesten Strecken ist die Route über den Icefield Parkway entlang des Hauptkammes der Rocky Mountains von Lake Louise nach Jasper. Seinen Namen verdankt er dem größten Eisfeld in den südkanadischen Rocky Mountains, das sich vom Athabasca Gletscher aus in die Tiefen der Rocky Mountains erstreckt. Auch wenn sich das Eis dort derzeit zurückzieht, ist der Anblick des Eisfalls vom Besucherzentrum am Athabasca Gletscher noch immer sehr eindrucksvoll.

Aber der Highway zwischen Lake Louise und Jasper bietet noch viel mehr: stille und idyllisch im Wald versteckte Teiche genauso wie große, von Gletschern gespeiste Seen wie den Bow Lake. Beeindruckend ist der türkis-blaue Peyto Lake, der seine auffallende Farbe dem feinen Gletschermehl verdankt, das das Gletschereis vom darunterliegenden Fels abschabt und in den See transportiert, wo es sich im Seewasser verteilt und für seine spektakuläre Färbung sorgt.

Wer sich Zeit nimmt für die gut 250 Kilometer lange Strecke, dem bieten sich nur wenige Schritte abseits der Hauptstrecke viele lohnenswerte Abstecher zu landschaftlichen Highlights, Wanderungen oder kurzen Spaziergängen: ein paar Schritte sind es nur ins Tal des Mistaya Canyon hinunter vom Icefield Parkway, in dem sich der gleichnamige Fluss ein beeindruckendes Bachbett geschaffen hat.

Wanderungen gibt es entlang der Route immer wieder - sowohl kurze Wege als auch Tageswanderungen in die Bergwelt der Rocky Mountains, in denen die Menschenmassen entlang des Icefield Parkway schnell verschwinden. Dies gilt überhaupt für diese Strecke: je weiter man sich von der Hauptstraße entfernt, umso weniger Menschen begegnet man. Abstecher sind außerdem die großen und kleinen Wasserfälle entlang des Icefield Parkway wert: die Panther Falls im Banff Nationalpark genauso wie die Sunwapta Falls oder die Athabasca Falls im Jasper Nationalpark.

  • Auto-Touren durch das liebliche Wein- und Obstanbaugebiet im Okanagan Tal
Mehrere Tage Zeit nehmen sollte man sich für eine Fahrt durch das Okanagan Tal mit seinen Obstplantagen und Weingütern. In den kleinen Städten entlang des Okanagan Sees und seiner benachbarten Seen lässt es sich herrlich entspannen, und in den Weingütern und bei den Obstbauern der Region kann der Genießer so manche kulinarische Entdeckung machen. Denn die Winzer und Obstbauern in British Columbia sind erfinderisch und stellen hervorragende und manchmal auch überraschende Liköre und Obstbrände her.

  • Autoreise durchs wilde Tal des Fraser River nach Vancouver
Ganz anders hingegen wirkt das enge Tal des Fraser River weiter im Westen. Wer hier hin fährt, der sollte steile und felsige Bergwände schätzen, denn diese begrenzen das Bett des Fraser River auf seinem Weg zwischen Lillooet und Hope und engen seinen Flussverlauf stark ein. Der Trans-Canada-Highway, der an seinem Ufer entlang führt, muss sich an viele Stellen an den steil aufragenden Bergwänden entlang winden und bietet wenig Platz für den modernen Autoverkehr. Umso beeindruckender ist die raue Schönheit dieses Tales, dessen engste Stelle zu Recht das "Höllentor", "Hells Gate", genannt wird.

  • Auto-Route auf dem Yellowhead Highway von Jasper nach Tete Jaune Cache
Beeindruckend ist diese Route vor allem wegen eines Berges: des Mount Robson, der mit 3.954 Metern Höhe der höchste Berg der kanadischen Rocky Mountains ist. Wer sich ihm von Westen her nähert, kann schon viele Kilometer vorher seine beeindruckende Größe bewundern. Anders zeigt sich der Berg den Reisenden aus Richtung Osten: ihnen präsentiert er sich erst kurz bevor sie das kleine Besucherzentrum an seinem Fuß erreichen. Die Fahrt auf dieser Route lohnt besonders, wenn genügend Zeit für eine Wanderung auf dem Berg Lake Trail vorhanden ist, die insgesamt vier Tage in Anspruch nimmt. Man muss ja nicht die volle Distanz mit 42 Kilometern wandern, sondern kann nur Etappen des Wegs in Angriff nehmen, wie zum Beispiel die Strecke bis zum schön gelegenen Kinney Lake.

  • Ost-West-Route durch Vancouver Island
Die Route zwischen dem Highway 19 und der Westküste von Vancouver Island führt durch Waldregionen und vorbei an Seen. Sie gehört nicht zu den Hauptrouten der Region und ist daher nicht zu einer breiten Straßenverbindung ausgebaut. Hier stehen dem Autofahrer viele und teils enge Kurven bevor, in denen er immer wieder auf Holzlaster trifft, die ihre Baumstämme zum nächsten Sägewerk transportieren. Entlang dieser Strecke sollte der Reisende ebenfalls ausreichend Zeit für Abstecher und Pausen einlegen, denn unterwegs gibt es immer wieder sehenswerte Wasserfälle und beeindruckende Riesenbäume im Regenwald zu bewundern. An der Westküste Vancouver Islands erwarten ihn schließlich die kilometerlangen Sandstrände des Pacific Rim Nationalparks, versteckte Buchten, vor denen sich die Wellen des Pazifiks brechen, und winzige Inseln, die sich der Brandung des Meeres entgegen stemmen.

  • Autofahrt zwischen Smithers und Prince Rupert über den Yellowhead Highway
Durch Indianerdörfer der Gitk'san geht der Weg vorbei am Hudson Bay Mountain am Skeena River entlang. Einen Abstecher wert ist das Indianer Museum in Hazelton mit seinen Langhäusern und den Totempfählen, die von der Kunstfertigkeit der einheimischen Indianer zeugen. Wer zwei bis drei Tage Zeit eingeplant hat, kann einen Abstecher zu uralten Totempfählen in Kitwanga machen und weiter fahren nach Steward und Hyder in Alaska, um Bären zu beobachten. Oder er folgt dem Lauf des Skeena River, der bis zu seiner Mündung südlich von Prince Rupert immer breiter wird. Ziehen dort die Morgennebel durchs Tal, kann man die Mystik dieser Region ein wenig verstehen.

Die schönsten Auto-Routen von Vancouver ins Innere British Columbias gibt's hier. Empfehlenswert ist dabei auch die Auto-Tour auf dem Sea-to-Sky Highway von Vancouver nach Whistler.

Quelle: eigene Recherchen vor Ort