
- Broadway-Show Wicked - S.Adler
Broadway-Shows und Musicals gehören zu New York wie das Empire State Building oder die Freiheitsstatue. Ein Besuch im Big Apple ist eigentlich erst komplett, wenn man zumindest eine der zahlreichen Shows gesehen hat. Ob Musical-Klassiker wie „Das Phantom der Oper“ oder aktuelle Off-Broadway-Produktionen; in der Stadt mit der bekanntesten Theatermeile der Welt kommt jeder Theater- und Musicalliebhaber auf seine Kosten.
Broadway-Show "Wicked" wird 2003 uraufgeführt
Eines der beliebtesten und erfolgreichsten Broadway-Musicals der letzten Jahre ist „Wicked – The Untold Story Of The Witches Of Oz". Nach seiner Uraufführung in San Francisco wird das auf der Vorlage des gleichnamigen Buches von Gregory Maguire beruhende Stück seit 2003 im berühmten New Yorker Gershwin Theater aufgeführt. Musik und Texte stammen von Komponist und Produzent Stephen Schwartz, bekannt vor allem durch seine Erfolge mit dem Musical „Godspell“ (1971) und der Filmmusik zum Disneyfilm „Pocahontas“ (1995).
„Der Zauberer von Oz“ als Grundlage für den Broadway-Erfolg
Das Buch „Wicked“ und das daraus entstandene Musical erweitern die Geschichte um das neben „Alice im Wunderland“ wohl berühmteste US-amerikanische Kinderbuch „Der Zauberer von Oz“ aus dem Jahr 1900, geschrieben von Lyman Frank Brown.
Die Hauptfigur dieser Geschichte ist die kleine Dorothy Gale aus Kansas, die sich nach einem Wirbelsturm im Land der Munchkins wiederfindet und sich zusammen mit ihren ungewöhnlichen Freunden – einer Vogelscheuche ohne Verstand, einem Blechmann ohne Herz und einem feigen Löwen – auf den Weg in die Smaragdenstadt macht, um dort den Zauberer von Oz zu treffen, der ihr helfen soll, wieder nach Hause zu kommen. Es gibt gute und böse Hexen, geflügelte Affen und jede Menge Magie. Die Musical-Verfilmung des Buches aus dem Jahr 1939 mit Judy Garland in der Hauptrolle ging als einer der ersten amerikanischen technicolor-Filme in die Filmgeschichte ein und hatte auch großen Einfluss auf die Entstehung des Broadway-Musicals „Wicked“.
„Wicked“ erzählt von guten und bösen Hexen
„Wicked“ stellt jedoch keine Fortsetzung der Geschichte der kleinen Dorothy aus „Der Zauberer von Oz“ dar, sondern beleuchtet vielmehr das Leben der berühmt-berüchtigten Hexen von Oz vor und während Dorothys abenteuerlicher Reise. Die Hauptfiguren in Wicked sind Elphaba, die böse grüne Hexe des Westens und die gute Hexe Glinda, die trotz ihrer Unterschiede eine besondere Freundschaft verbindet. Das Broadway-Musical zeigt, wie die beiden Hexen aufwuchsen und welche oft dramatischen Ereignisse und persönlichen Tragödien sie und damit ganz Oz prägten. Es ist eine zeitlose Geschichte über Freundschaft, Liebe und Vertrauen und anders als „Der Zauberer von Oz“ nicht vorrangig an Kinder gerichtet.
Erfolgreich am Broadway und weltweit
Visuell und musikalisch sehr beeindruckend, gehört „Wicked“ eher zu den dunklen Broadway-Shows, allerdings mit einer anrührenden Geschichte und liebenswürdigen Charakteren. Neben den Hauptdarstellern (Idina Menzel und Kristin Chenoweth gehörten zur Originalbesetzung) sind auch die Bühnenbilder und Kostüme mehrfach preisgekrönt und die eigentlichen Stars der Show. Im Jahr 2004 gab es für „Wicked“ gleich drei der begehrten Tony-Awards, den Oscars der Theaterbranche. Es folgten zahlreiche weitere Preise und Nominierungen, unter anderem ein Grammy für das beste Musical-Album. In den Haupt- und Nebenrollen geben sich regelmäßig wechselnde Gaststars die Ehre und machen das Musical zu einem dauerhaften Publikumsmagneten und Broadway-Erfolg.
Mittlerweile läuft das Musical auch erfolgreich in London, San Francisco und Tokio und tourt außerdem regelmäßig durch die USA und Kanada. Seit November 2007 wird die deutschsprachige Version von „Wicked“ in Stuttgart aufgeführt, ab März 2010 wird die Show dann in Oberhausen zu sehen sein. Wer die Gelegenheit hat, sollte sich unbedingt die Original-Broadway-Show in New York anschauen. „Wicked“ ist in jedem Fall ein ganz besonderes Musical-Erlebnis.
