Brotsuppe

Wohlschmeckend und variantenreich

Die Brotsuppe hat auf unserem Speiseplan eine Wiederbelebung verdient.

Brotsuppe ist nicht nur ein Gericht nach einem bestimmten Rezept, sondern ein Sammelbegriff für viele verschiedene und schmackhafte Zubereitungsarten einer Suppe in der altes Brot verwendet wird. Es ist nicht möglich eine geschichtliche oder geografische Zuordnung für die Brotsuppe zu finden. Mit Sicherheit ist die Brotsuppe in dieser oder jener Form so altbekannt wie das Brotbacken und damit liegen die Quellen weit über 2000 Jahre zurück.

Nicht nur Resteverwertung

Brot ist nicht unbegrenzt haltbar oder nur durch etwas verfremdende Methoden zu konservieren. Vor dem eigentlichen Verderb neigt es dazu zu trocknen und damit nicht nur an Frische zu verlieren, sondern schlichtweg hart zu werden. Darin ist wahrscheinlich der Ursprung für die Suppe mit Brot zu finden. Es war und ist nicht unüblich hartes Brot in eine Suppe einzubröckeln, um das Brot damit wieder zu erweichen und somit leichter verzehrbar zu machen. Diese Verfahrensweise ist jedoch von einer Brotsuppe weit entfernt. Auch die vielen Zubereitungsarten, bei denen z.B. angeröstete Weißbrotwürfel in eine Brühe oder Suppe gegeben werden, finden hier keine Betrachtung. Hinter all diesem Tun steht jedenfalls nicht, wie häufig betont, das Essen für die armen Leute, sondern der Ausdruck der Ehrfurcht vor dem Brot (Sinnbild für die gesamte Ernährung) und die Sorgfalt der Hausfrau umsichtig mit den Vorräten zu wirtschaften.

Wo wird Brotsuppe gekocht und gegessen?

Wie bereits betont, kann man die Brotsuppe kaum einer bestimmten Region zuordnen, denn sie ist in vielen Ländern bekannt. Unterschiedlich sind meistens nur die Zutaten zum Festlegen der Geschmacksrichtung und zur Verfeinerung. Die Unterschiede in der Bezeichnung sind dann eher im Vorhandensein ortsüblicher Zutaten zu finden, die unterschiedliche Suppen entstehen lässt.

Rezept für Brotsuppe

Ca. 200 Gramm altes bis hartes Brot werden in Scheiben geschnitten und gewürfelt. Diese Würfel werden in 1,5 Liter kaltem Wasser eingeweicht. Das Quellvermögen des Brotes ist unterschiedlich und es kann auch etwas mehr Wasser genommen werden. Ein gewisser Teil des Wassers verkocht zusätzlich noch. Zuviel des Guten führt jedoch zu einer zu dünnen Suppe. Eine Prise Salz, sowie 10-20 Gramm Butter werden hinzugegeben. Je nach Belieben kann eine Scheibe oder ein paar Spritzer Zitrone hinzugefügt werden. Nach ca. einstündiger Einweichzeit aufsetzen und 20-30 Minuten leicht kochen lassen. Häufiges Umrühren verhindert das Anbrennen. Anschließend durch ein Sieb geben oder mit dem Stabmixer pürieren. Zur Verfeinerung wäre es möglich etwas Leinöl, Milch oder Sahne hinzuzugeben. Ebenfalls könnten 2-3 geschälte und klein geschnittene Äpfel oder Birnen oder auch z.B. 100 Gramm Rosinen mitgekocht werden und so die Brotsuppe vervollständigen. Wer es etwas kräftiger möchte, kann auch angebratene Speckwürfel und ein paar gebräunte Zwiebelringe in die fertige Suppe geben, die dann natürlich nicht bereits fruchtig-süß ausgerichtet sein sollte. Oft empfohlene Würzen sind Muskat und Pfeffer. Die Verwendung von Gewürzen oder würzenden Kräutern sollte nach Geschmack erfolgen. Da hilft nur Probieren. Würde dagegen Knoblauch zu den bevorzugten Würzmitteln gehören, so empfiehlt es sich die Zehe (oder auch zwei) zu hacken und bereits mit der Brotsuppe zu kochen. Nach dem Kochen und Pürieren kann ein eingerührtes Eigelb die Suppe verfeinern. Gelegentlich ist auch das hinzufügen eines Glases Weißwein der krönende Abschluss der Zubereitung.

Vollwertiges Nahrungsmittel

Brot ist nicht etwa nur die Unterlage für Wurst oder Käse, sondern ein Grundnahrungsmittel. Man unterscheidet grob, ohne die vielen Brotsorten zu berücksichtigen, zwischen Schwarz-, Misch- und Weizenbrot, je nach eingesetztem Getreide. Die ernährungswissenschaftlich wertvollen Inhaltstoffe des Getreidekorns befinden sich folglich auch im Brot. Und das in einem günstigen Verhältnis. Man kann durchaus einen ausreichenden Brotverzehr als optimale Energiebereitstellung für den Organismus bezeichnen. Gleichzeitig ist ein hoher Anteil an Ballaststoffen enthalten, die mit ihrer verdauungsfördernden Wirkung für die Gesundheit sehr wichtig sind. Zusätzlich liefert das Brot viele wertvolle Vitamine und Mineralstoffe. Eine Brotsuppe ist also ein vollwertiges und vor allem sättigendes Gericht, welches durchaus zur Mittagszeit oder dem Abendbrot gereicht werden kann. Wenn jemand gesagt haben soll, dass es so viele Kartoffelgerichte gäbe, wie Tage im Jahr, dann sei darauf hingewiesen, dass auch bei der Brotsuppe dem Ideenreichtum keine Grenze gesetzt ist. Gleichzeitig ist zu bemerken, dass diese Anregungen keine Schweinebraten oder fette Saucen beinhalten und folglich kann man bei regelmäßigem Genuss der Brotsuppe sicher auch hin und wieder beruhigter auf den Zeiger der Personenwaage schauen.

Klaus Beyer, Aufnahme und Bearbeitung v. Klaus Beyer

Klaus Beyer - Altersrentner; Beruf: Drogist Hobbys: Schrebergarten; digitale Fotografie; Rezepturen aus alter Zeit, Heil-und Glückssteine, ...

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