Browseralternativen bei einem Sicherheitsleck

Sofort den Browser wechseln muss nicht immer die beste Lösung sein

Den sicheren Browser gibt es noch nicht. Aber jeder kann für sich durch sinnvolle Einstellungen und Updates auf seinem Rechner etwas dazu beitragen.

Welchen Browser man von welchem Hersteller auch benutzt, Schwachstellen und Sicherheitslücken können bei jedem auftreten. Dass immer die gleichen Hersteller im Gespräch sind, ist nicht weiter verwunderlich. Gewisse halbseidene Elemente haben nun einmal den Drang, ein möglichst breites Publikum zu erreichen. Dies erreicht man mit einem im Verhältnis geringstem Aufwand am besten über die am meisten verbreiteten Browser. Nun bei jedem Vorfall gleich das Internetprogramm zu wechseln, ist nicht die beste Lösung. Oftmals sind die Schwachstellen nämlich übergreifend in sogenannten Add-Ons oder Zusatzprogrammen zu finden. Ein Wechsel des Browsers würde also unter Umständen gar nichts bewirken, weil ein Ersatzbrowser diese Funktionen ebenfalls verwendet. Weiterhin können auch alternative Browser Lecks aufweisen, die evtl. nur noch nicht dokumentiert wurden.

Probleme mit dem Internetzugangsprogramm

Eine naheliegende Lösung wäre, für einen jeweiligen Bedarf mehrere Browser zu installieren. Dies hat allerdings auch Nachteile. Zunächst einmal hat man eine Ansammlung von nahezu funktionsgleichen Programmen, welche bis auf eines unter Umständen nur selten genutzt werden. Weiter nützen zusätzliche Browser in Sachen Sicherheit überhaupt nichts, wenn sie nicht ebenfalls auf dem jeweils aktuellsten Stand gehalten werden. Ein erheblicher Aktualisierungsaufwand käme hier also durch jedes weitere Internetzugangsprogramm hinzu. Probleme sind neben dem Browser selbst unterstützende Applikationen wie z. B. Java-Script, ActiveX oder Flash, die über alle modernen Browser laufen können. Auch bei solchen Add-Ons muss auf Aktualisierungen geachtet werden, falls sie nicht durch die Browser und ihre Updates abgesichert sind.

Sicherheit für Browser - Updates und richtige Einstellungen

Egal welchen Browser man benutzt – das Aufspielen von Sicherheitsupdates sollte schon im eigenen Interesse eine Selbstverständlichkeit sein. Eine weitere vorbeugende Maßnahme kann das Einrichten eines Benutzerkontos mit eingeschränkten Rechten sein, über das man seinen Internetverkehr abwickelt. Schwachstellen in Browsern sind eine Sache. Mangelhafte Einstellungen, die sie vielleicht erst möglich machen, eine andere. Jedem Benutzer ist zu raten, die Sicherheitseinrichtungen seines Internetprogramms in richtigem Umfang zu nutzen und anzupassen. Eine universelle Einstellung in Bezug auf Sicherheit gibt es für keinen Browser, schon gar nicht eine für alle. Auch sollte sich jeder Nutzer fragen, ob wirklich alle vorhandenen Ad-Ons und Hilfsprogramme nötig sind, oder ob zu Gunsten von Sicherheit auf die eine oder andere Sache nicht prinzipiell verzichtet werden kann. Durch explizite Einschränkungen und Zuweisungen im Einzelfall kann mehr Sicherheit erlangt werden. Gerade Zusatzsoftware bietet immer wieder Ansätze zum Einschleusen von Schadcode.

Alternative Lösungen

Sicherheitslecks in Browsern werden meist innerhalb absehbarer Fristen von den Herstellern beseitigt. Wer innerhalb dieser Zeiträume einen anderen Browser nutzen will, aber vor einer fest installierten Alternative zurückschreckt, der kann zu mobilen Lösungen greifen. Diese gibt es z.B. von Firefox (Firefoxportable) oder Opera (OperaUSB). Solche Programme müssen nicht installiert werden, sondern können von einem beliebigen Datenträger aus verwendet werden. Bei entsprechend vorgenommenen, auf das jeweilige Problem abgestellten Sicherheitseinstellungen können sie für eine Übergangszeit eventuell einen Ersatz für einen gefährdeten Browser darstellen. Bei allen diesen Punkten sollte nicht vergessen werden, dass selbst der aktuellste, optimal eingestellte Browser nicht ohne zusätzliche Sicherheitssoftware wie Virenscanner, Firewall und spezielle Programme gegen Malware auskommt.

Norman Oelker, Norman Oelker

Norman Oelker - Von Hause aus bin ich eigentlich aus der kaufmännischen Ecke mit gelegentlichen Abstechern als IT-Trainer und Dozent. Nachdem der ...

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