Buch mit Unterwasserfotos aus heimischen Seen

Unterwasserfoto Flussbarbe - Herbert Frei
Unterwasserfoto Flussbarbe - Herbert Frei
Matthias Bergbauer hat ein Bestimmungsbuch für Taucher und Schnorchel veröffentlicht. Was lebt in unseren Seen?

Oft ist es umgekehrt. Dieses Buch bietet mehr als der Titel verspricht. „Was lebt in heimischen Seen?“ ist eine bewährte Buchreihe aus dem Stuttgarter Verlag für Naturfreunde und solche, die es werden wollen. Die fragenden Titel sind hier Programm. Deshalb ist das Buch von Matthias Bergbauer auch als Bestimmungsbuch tituliert. Eingegrenzt auf Taucher und Schnorchler. Fischer und Angler wird es eher weniger interessieren und für wissenschaftlich arbeitende Fischkundler ist mehr von ästhetischem Interesse.

Unterwasserfotos aus heimischen Gewässern

Genau hier bietet das Buch mehr als der sachliche Reihentitel versprochen hat. Natürlich sind Fische, Krebstiere, Schnecken und Muscheln der heimischen Wasserwelt in 230 Farbfotos abgebildet. Das Besondere ist: Alle Fotos sind unter Wasser aufgenommen. Und sie sind auch noch schön.

Ein solches Buch gab es bisher noch nicht. Im Meer, besonders in tropischen Korallengefilden ist es verhältnismäßig leicht, unter Wasser zu fotografieren. Dort ist das Wasser meist klar. In den Gewässern der gemäßigten Zonen sieht das anders aus. Besonders in den stehenden Gewässern, als Seen, Teichen und Tümpeln ist die Sichtweite unter Wasser oft gering. Das kann an im Wasser schwebenden Algen und anderen Kleinstorganismen liegen, am Lichteinfall oder der Eintrübung mit Schwebstoffen. Das macht den Unterwasserfotografen das Leben schwer.

Bekannte Unterwasserfotografen und Fotografinnen

Umso erstaunlicher ist es, dass hier ein ganzes Buch mit hervorragenden Unterwasserfotos bestückt wurde. Sie stammen von Herbert Frei, Christoph Giese, Wolfgang Hollhaus, Udo Kefrig, Manuela Kirschner, Martin Mildenberger und Michael Möhlenkamp. In diesem Umfang ist es eine Premiere. Schade, dass die Form nicht zu einem größeren Format als dem des Taschenbuchs gereicht hat. Die Bilder hätten es verdient.

Das Titelbild einer Flussbarbe von unten gegen die Wasseroberfläche von Herbert Frei meisterlich fotografiert, ist schon kleinformatig ein Hingucker. Was für ein Eyecatcher wäre das erst im Großformat. Das gilt für viele Fotos der gezeigten Wirbellosen, Amphibien und Reptilien und die Fische. Natürlich wäre bei einem Folianten auch der Preis höher. Und hier sind Verlag und Autor eben Realisten, was den Buchmarkt angeht.

Digitale Unterwasserfotos

So realistisch wie die zahlreichen und eindrucksvollen fotografischen Naturdokumentationen. Solche Anblicke entgehen dem Großteil aller Naturfreunde. In diesem Fall sind Bücher besser als ein Spaziergang im Freien. Sicherlich: Die Fotografie auf digitalen Medien erleichtert Naturfotografen vieles. Selbst bei wirklich guten Fotografen sind oft 95 bis 99 Prozent der gemachten Bilder Ausschuss. Das ist teuer, wenn auf Diamaterial fotografiert wird. Zudem lassen sich Bilddateien leichter nachbearbeiten als Negative oder Diapositive. Trotzdem: Das Buch ist (bisher) mit so vielen guten Fotografien einmalig.

Ästhetische Fotos, sachliche Texte und das alles erstmalig in dieser Zusammenstellung. Was will man mehr?.

Matthias Bergbauer: Was lebt in heimischen Seen? Ein Bestimmungsbuch für Taucher und Schnorchler. Franckh-Kosmos-Verlags-GmbH & Co. KG Stuttgart 2010. Paperback.. 230 Farbfotos. 223 Seiten. 22,95 Euro.

Gerhard Ott, Annegret Ott

Gerhard Ott - Ott, Gerhard Manchmal genutztes Pseudonym: Perdurus Eus *11. Febr. 1954 in Walsum am Niederrhein, Studium Erziehungswissenschaften ...

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