Buchrezension: Schere, Stein, Papier - Spieltheorie im Alltag

Schere, Stein, Papier - Spieltheorie im Alltag - Spektrum Akademischer Verlag
Schere, Stein, Papier - Spieltheorie im Alltag - Spektrum Akademischer Verlag
Spieltheorie erfasst menschliche Verhaltensstrategien mathematisch. Das nützt nicht nur Führungskräften in Unternehmen - sondern schlicht jedem im Alltag.

Der Mensch spielt, um zu lernen und zu üben. So simulieren menschliche Spiele auch die Situationen, wie sie in Wirtschaft und Zusammenarbeit, Gesellschaft und Zusammenleben auftreten. Wie ist die Spieltaktik der Mitspieler aufgebaut? Ist dem Gegner zu vertrauen? Ist es vielleicht sogar sinnvoll, mit ihm zu kooperieren? Die Spieltheorie betrachtet diese komplexen Zusammenhänge auf mathematischer Ebene. Len Fisher übersetzt diese wissenschaftliche Betrachtung in eine gut verständliche Sprache und bringt den Menschen nahe, was zwischen den Spielern bei der Entwicklung der Spieltaktik auf dem Weg zum Spielziel geschieht.

Schere, Stein, Papier - Spieltheorie im Alltag - der Inhalt

Die Spieltheorie erfasst mathematisch die die Strategien, die wir im Umgang mit anderen Menschen anwenden. Lange Zeit war dies ausschließlich interessant für Wirtschaftsforscher, die Kooperationen ergründen wollten oder Biologen, die sich für die Entwicklung der Zusammenarbeit im Zuge der Evolution interessierten. In "Schere, Stein, Papier" legt Len Fisher offen, wie sich diese Erkenntnisse im alltäglichen zwischenmenschlichen Zusammenleben anwenden lassen. Hierfür zieht er anschauliche Beispiele heran, die aus Gegenwart und Vergangenheit stammen, aus öffentlichem oder privatem Bereich. So ziehen sich seine Darstellungen durch zahlreiche Anekdoten aus der internationalen Politik über die Quantenmechanik bis hin zur schlichten Dinnerparty oder einen vollen Supermarkt.

Lesekomfort

Len Fisher bietet als Autor anspruchsvollen wie auch unterhaltsamen Inhalt und damit eine kurzweilige Lektüre. Die wissenschaftlichen Darstellungen sind leicht eingängig und in lebendiger Sprache verfasst. Dazu tragen gut ausgewählte und verständlich formulierte Beispiele genauso bei, wie die Anekdoten, die den Leser neben ernsthaften Schilderungen erheitern. Es fällt dem Leser leicht, Bezüge zum eigenen Umfeld herzustellen und mitunter seinen ganz persönlichen Nutzen daraus zu ziehen.

Über den Autor von Schere, Stein, Papier

"Len Fisher ist der Mann, der die Physik zum Sprudeln bringt", so bringt es die "Entertainment Weekly" auf den Punkt. Schon mit seinen bisherigen Buchveröffentlichungen begeisterte er viele Menschen: In der "Die Reise zum Mittelpunkt des Frühstückseis" erklärt er alltagsnah physikalische Phänomene. Mit dem "Versuch, die Seele zu wiegen" führt er auf unterhaltsame Weise durch die Geschichte der Wissenschaft. Die "Schwarmintelligenz" zeigt anschaulich die Mechanismen kollektiven Denkens.

Ursprünglich stammt Len Fisher aus Australien. Es genügte ihm nicht, Physik und Chemie zu studieren - er setzte noch einen drauf und studierte Biologie. Er ist Physiker an der Universität Bristol und ein geschätztes Mitglied der Royal Society of Chemistry. Des Weiteren ist er Kolumnist bei der "Guardian", wo er unter anderem in Zusammenarbeit mit Peter Barham die chemische und physikalische Hintergründe beim Kochen aufklärt. Die Harvard-Universität verlieh ihm den "IgNobel-Preis" für seine Anwendung naturwissenschaftlicher Grundsätze auf Nahrungsmittel und für seine Experimente zur Eintunkzeit von Keksen.

Quelle: "Schere, Stein, Papier - Spieltheorie im Alltag", Len Fisher, 2010, Spektrum Akademischer Verlag, ISBN 978-3827424679, 19,95€

Texte-Schmiede: Charlie Martos, J. Hedtke

Carlotta Martos - Meine Leidenschaft für das geschriebene Wort führte zur Gründung der Texte-Schmiede. Studiert habe ich ...

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