Was ist ein Wunder? Ist es schlicht, was wunder-schön ist? Oder sind Wunder etwas, das ist, obwohl es nicht sein kann? Wohin zielt die Frage nach dem Wunder? Wohin zielte die Zusammenarbeit zwischen Kindern, Wissenschaftlern und Künstlern, um diese Fragen zu erörtern?

Wunderforschung

Dort, wo Wissen und Verstehen ihre Grenzen finden, fangen die Wunder meist an. Das Erstaunen führt zur Frage und die Frage zur Antwort. Insbesondere die kindliche Sichtweise und das kindliche Staunen führen oft zu Fragestellungen , die, sofern sie nicht mehr beantwortet werden können, zu interessanten Forschungsprojekten führen können. "Sichtweisen von Kindern auf alltägliche Phänomene weichen nicht selten grundlegend von unsere Perspektive ab, wirken aber gleichzeitig vertraut, weil sie die eigene denkerische Vergangenheit ins Gedächtnis rufen.", so die beiden Herausgeberinnen. Erwachsene denken strukturiert und lassen sich dabei oft wenig Freiräume. Letztendlich bedeutet auch Wissen an sich eine Einschränkung der Gedankenverbindungen, die spontan erzeugt werden.

Um dies aufzubrechen, lohnt die Zusammenarbeit zwischen Erwachsenen und Kindern oder auch zwischen Forschern und Kindern.

Katja Bödeker und Carmen Hammer haben mit der "Wunderforschung" eine Dokumentation herausgegeben, in der die Leser Zeuge werden, wie sich in den Dialogen die Themen entwickeln, die von mittelalterlichen Monstern am Rande der Welt bis zu Aliens reichen, die aus dem Weltraum stammen. Trotz aller Fragen und Erörterungen - wie kann es anders sein - bleiben in diesem philosophischen Werk viele Fragen offen, die zum Weiterdenken einladen.

Lesekomfort

Insgesamt bietet sich dem Leser ein lehrreicher Lesespaß: Vor allem die Zusammenarbeit der Forscher mit den Kindern lässt das Werk erfrischend erscheinen und zu eigenen früheren Denkweisen zurückfinden. Zum Teil ist die Sprache sehr wissenschaftlich - doch wer sich im Lesefluss befindet, den stört das wenig. Dem Leser eröffnet sich die Welt, wie sie Kinder sehen. Neben ihren sachlichen Erörterungen gewinnt die Dokumentation an Unterhaltungswert durch die authentischen Zitate aus unbefangenen Kindermündern.

Über die Herausgeberinnen

Katja Bödeker hat an der freien Universität zu Berlin Psychologie und Philosophie studiert. Danach arbeitete sie als Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte im Bereich "Geschichte der Mechanik". Seit 2004 ist sie in der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters an der Charite in Berlin tätig. Carmen Hammer arbeitet seit 2008 als Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte. Katja Bödeker und Carmen Hammer veröffentlichten das Werk "Wunderforschung - Ein Experiment von Kindern, Wissenschaftlern und Künstlern", welches durch eine Kooperation des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte und des Comenius-Gartens Berlin entstehen konnte.

Quellen: "Wunderforschung. Ein Experiment von Kindern, Wissenschaftlern und Künstlern", Herausgeber: Carmen Hammer und Katja Bödeker, 2010, Nicolai Verlag, ISBN 9783894796150, 24,00€