Bücher 2011: Neues von Capus, Hustvedt und Pamuk

Auch 2011 müssen die Freunde guter Literatur nicht darben. Hanser, Rowohlt und Co. sorgen mit zahlreichen Büchern für Nachschub.

Im Bücherjahr 2011 bieten die Verlage wieder für jeden etwas: Kinderbücher, Jugendbücher, Sachbücher, Biografien, Krimis und natürlich Romane und Erzählungen für die Freunde guter Literatur. Bei Hanser erscheint im März der nun ins Deutsche übersetzte, 1982 erschienene, Debüt-Roman von Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk: Cevdet und seine Söhne handelt vom Aufstieg und Fall einer Dynastie.Wer mag, kann 2011 außerdem im neuen Roman von Alex Capus schmökern, Kathrin Schmidts Debüt als Autorin von Erzählungen verfolgen, Siri Hustvedts Der Sommer ohne Männer lesen oder auch den neuen Handke oder Roth. Es gibt genügend zu lesen im ersten Halbjahr 2011 und die folgenden Bücher sind nur eine kleine Auswahl.

Alex Capus: Léon und Louise

Léon und Louise heißt der neue Roman von Alex Capus, der im Februar 2011 erscheinen wird. Capus, 1961 in der Normandie geboren und seit langem im schweizerischen Olten lebend, veröffentlichte seinen ersten Erzählband mit dem Titel Diese verfluchte Schwerkraft 1994 Ihm folgten weitere Bücher mit Kurzgeschichten, Romanen und historischen Reportagen, darunter der Roman Eine Frage der Zeit, der von drei Männern handelt, die im Ersten Weltkrieg gegen die plötzlich zu Feinden gewordenen Briten kämpfen müssen und das Buch Himmelsstürmer. Es enthält 12 Porträts über ungewöhnliche Menschen, die an sich und ihre Fähigkeiten glaubten, so etwa das Berner Dienstmädchen Marie Grosholtz, das heute jeder als Madame Tussaud kennt. Der neue Roman Léon und Louise handelt von einem Paar, das durch den Ersten Weltkrieg getrennt wurde, sich 1928 in Paris zufällig wieder begegnet und daraufhin – sie ging mittlerweile eigene Wege, er hat geheiratet − „ein eigensinniges, manchmal unerhört komisches Doppelleben führt“, so der Verlagstext.

Kathrin Schmidt: Finito. Schwamm drüber

Mit Finito. Schwamm drüber veröffentlicht Kathrin Schmidt erstmals einen Erzählband. Die Schriftstellerin, 1958 in Gotha geboren, bekam für ihren ersten Roman Die Gunnar-Lennefsen-Expedition 1998 den Preis des Landes Kärnten beim Ingeborg Bachmann Wettbewerb Das Buch handelt von der jungen Thüringerin Josepha Schlupfburg, die 1976 ein uneheliches Kind erwartet und sich gemeinsam mit ihrer Urgroßmutter auf die „Gunnar-Lennefsen-Expedition“ macht. Diese führt nicht etwa an den Nordpol, sondern in die Familiengeschichte, in der sich viele starke Frauen mit unehelichen Kindern finden. Für ihren letzten Roman Du stirbst nicht erhielt Schmidt 2009 den Deutschen Buchpreis. Nach dem Gedichtband Blinde Bienen im vergangenen Jahr, erscheint nun im März 2011 bei Kiepenheuer und Witsch Finito. Schwamm drüber mit Geschichten die Laubers Lachen, Der Kirschgott oder Frau Ypsi und Herr Lon heißen. Sie berichten vom geteilten Deutschland genauso wie von der Gegenwart, aber auch von Familien und Singles und von starken Frauen und nicht ganz so starken Männern.

Siri Hustvedt: Der Sommer ohne Männer

Ebenfalls im März 2011 erscheint Siri Hustvedts neuer Roman Der Sommer ohne Männer im Rowohlt Verlag. Die Romanautorin, Essayistin und Übersetzerin, Jahrgang 1955, verheiratet mit Paul Auster, veröffentlichte unter anderem Die unsichtbare Frau, Die Leiden eines Amerikaners und zuletzt Die zitternde Frau. Der neue Roman Der Sommer ohne Männer handelt von der New Yorker Dichterin Mia und dem Neurowissenschaftler Boris, die eine Ehekrise haben, weil Boris ein Verhältnis mit seiner viel jüngeren Laborassistentin hat. Nach einer depressiven Zeit reist Mia nach Minnesota und beginnt, über Boris und die Männer im Allgemeinen nachzudenken und zu notieren, was ihr zum Thema Liebe, Ehe und Sex einfällt, wobei ihr nicht gerade wenig einfällt. So entdeckt sie sich und das Leben langsam neu und beginnt es zu genießen, was auch Boris merkt. Laut Rowohlt Verlag ist der neue Hustvedt „ein hinreißendes, blitzgescheites Buch über das Leben von Frauen heute“ und eine erfrischend komische Beziehungsanalyse „ganz ohne Männer!“.

Handke, Setz, Roth und Glavinic

Auch ein neuer Handke wird im Frühjahr 2011 erscheinen: Der Große Fall ist ab März zu haben und erscheint bei Suhrkamp, wo im gleichen Monat auch Clemens J. Setz‘ Erzählband Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes erscheinen wird. Für seinen Roman Die Frequenzen erhielt der 1982 geborene Grazer 2010 den Literaturpreis der Stadt Bremen, nachdem das Buch bereits 2009 für den Deutschen Buchpreis nominiert worden war. Neues gibt es auch von Philip Roth: Im Februar erscheint im Hanser Verlag der Roman Nemesis, die Geschichte eines jungen New Yorkers, der einen aussichtslosen Kampf gegen eine Polioepidemie führt, außerdem ab Februar bei Hanser: Thomas Glavinics Roman Lisa. Lektüre wird also auch im ersten Halbjahr 2011 genügend vorhanden sein und wem die genannten Werke nicht ausreichen, der kann sich trösten: Es handelt sich schließlich nur um eine Auswahl.

Angela Fehr - Geboren und aufgewachsen im "Ländle", zog ich später nach München, wo ich eine schöne Zeit verbrachte und an der LMU ...

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