Bücher im Internet veröffentlichen ohne Verlag

Eine neue Autorengeneration ist nicht mehr auf Verlage angewiesen

Heute publizieren Autoren ihre Romane oder Gedichte selber - in den vielen Blogs, auf verschiedenen Webseiten - und den gnädigen Verleger brauchen sie sicher nicht mehr.

Redakteure, Autoren, Journalisten, ambitionierte Schreiber, Autobiografen: sie alle kennen das Problem. Da hat man nun mit viel Engagement und Ausdauer geschrieben: Gedichte, einen Roman, eine Autobiografie - man denkt, man hat es geschafft und dann geht die eigentliche Arbeit erst richtig los. Ein Verlag muss her, Lektoren müssen überzeugt werden, eine Finanzierung wird gesucht. Lektoren zu überzeugen ist das kleinere Problem, dass ist meist leichter zu schaffen, als den Verleger dazu zu bringen, das Buch nun auch finanziell zu fördern. Das Risiko ist den meisten Verlagen zu groß und bei unbekannten Autoren werden recht hohe Preise verlangt. Trotz Empfehlung durch die Lektoren der Verlage werden nun schnell Summen zwischen 1000 und 5000 Euro fällig, das ist keine Seltenheit - und wer kann und will schon soviel zahlen. Doch heute ist das alles nicht mehr unbedingt nötig.

Viele heutige Autoren und Autorinnen veröffentlichen ihre Bücher im Internet selber

Viele Autoren veröffentlichen nun ihre Produkte selber im Internet. Sie treten somit ein in das Gespräch mit dem Leser und umgehen die mühsame Findung eines wohlwollenden Verlages. Verschiedene Webseiten machen dies möglich und die sollen hier nun einmal vorgestellt werden. Einige von ihnen erlauben sogar kostenloses herunterladen von Dokumenten. Lesen kann man die Texte dann auf dem Computer im eigenen Arbeitszimmer, aber auch auf E-Readern, oder auf den Smartphones. Den Preis für das Buch können hier die Autoren festlegen. Viele sind jedoch mehr auf die Öffentlichkeit aus als auf den Verdienst: sie verschenken ihre Produkte, nur um am Markt zu sein.

„Du solltest niemanden fragen müssen um zu schreiben und Dein eigenes Buch zu veröffentlichen!“

“You shouldn’t have to ask anyone’s permission to write and publish your own book!” wirbt zum Beispiel die Seite FastPencil. Hier kann man auch gleich eine ISBN bestellen und damit sicherstellen, dass man in den Buchläden oder zum Beispiel bei Amazon gefunden wird. Werbung machen müssen hier allerdings die Autoren selber: das geht aber inzwischen relativ leicht über die gängigen sozialen Netzwerke wie Twitter, Facebook, MySpace und andere. Aber auch Blogger, die die Werke rezensieren, können für die Werbung sorgen. Kostenlose PR-Dienste wie zum Beispiel www.newsmax.de, www.openbroadcast.de oder www.openpr.de können ebenso für eine breite Öffentlichkeit sorgen.

Der Zeitgeist kommt zu Hilfe: die elektronischen Lesegeräte boomen

Tatkräftige Hilfe bekommen die Neuautoren vom aktuellen Zeitgeist: die elektronischen Lesegeräte, die E-Reader, helfen ihnen dabei enorm. Amazon zum Beispiel machte in der letzten Weihnachtszeit mächtigen Wirbel um seinen „Kindle“. Mehr als zehn Millionen solcher Geräte sollen bis zum Ende dieses Jahres alleine in den USA verkauft werden. In Europa sind die Käufer noch etwas zögerlicher, aber auch das kann sich bald ändern. Je häufiger man Menschen mit diesen Lesegeräten in der Öffentlichkeit sieht, desto leichter wird auch das elektronische Buch akzeptiert werden. Und die Autoren und Autorinnen können somit endlich ihre neu gewonnene Freiheit nutzen und veröffentlichen, was und wo sie wollen.

Einige Anbieter der elektronischen Belletristik

www.fastpencil.com nimmt 20 US-Dollar für eine Veröffentlichung, für 100 Dollar gibt es zusätzlich eine ISBN. Die Autoren können hier mit anderen Nutzern über ihre Texte diskutieren. Auch einige Fotografen oder auch Illustratoren sind hier zu finden, die die Werke bebildern können.

www.smashwords.com ist eine eBook-Seite, auf der verschiedene gängige Formate angeboten werden. Die passen dann auf die gängigen Lesegeräte wie Kindle oder iPhone. Wer hier lesen will, zahlt ein paar Dollar, die dann zum Teil an den Autor gehen.

www.XinXii.com ist eine deutsche Seite. „XinXii“ ist chinesisch und heißt „Information“. Jeder, der hier liest, kann das Werk rezensieren und Kommentare abgeben. 30 Prozent des durch die Autoren festgelegten Verkaufspreises behält der GD-Verlag ein, der die Seite betreibt.

www.bookrix.de bietet ausschließlich kostenlose Bücher an. Die Leser können hier unter 20 000 Büchern auswählen. Auch hier kann bewertet und kommentiert werden. Die Autoren können sich hier auch persönlich vorstellen und ein eigenes Profil anlegen.

www.Scribid.com bietet Millionen von Büchern und verschiedensten Texten. Der Autor bestimmt hier den Preis. Viele Hobbyautoren stellen hier aber auch ihre Bücher kostenlos ein, um eine öffentliche Plattform zu haben. Auch einige Verlage bieten hier ihre eBooks an.

www.iUniverse.de Wem die vorgestellten Seiten nun doch zu populär sind, der kann vielleicht hier sein Buch veröffentlichen. Allerdings kosten die Dienste dann schon zwischen 499 und 4200 US-Dollar. Aber man bekommt hier auch einen besseren Service: persönliche Beratung gehört ebenso zum Paket wie gebundene Exemplare und Hilfe bei der Vermarktung. Der Shop bietet dann die Bücher entweder als eBook an oder aber auch in gebundener Form.

Gabriele Schreib M.A. - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - frischer Wind vom Hohen Norden Politologin, Redakteurin, Autorin Schreiben, Erlebtes und ...

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