Buffy 1: Die Rückkehr der Jägerin

Die nie gedrehte achte Staffel der Serie als Comic

Buffy 1: Die Rückkehr der Jägerin - Panini Comics
Buffy 1: Die Rückkehr der Jägerin - Panini Comics
Der erste Teil der Buffy-Comicfortsetzung ist gelungen. Für Serienneulinge, die die Vampirjägerin kaum kennen, ist diese Erweiterung allerdings weniger zu empfehlen.

Nach sieben Staffeln und insgesamt 144 Folgen war Schluss. Von Selbstmorden gibt es zwar keine Informationen, aber die Trauer in den üblichen Fankreisen muss groß gewesen sein, als am 20. Mai 2003 die letzte Folge der Serie „Buffy – the Vampire Slayer“ im US-amerikanischen Fernsehen lief. In Deutschland dauerte es zwar noch eine Weile, aber auch hier hieß es für „Buffy – Im Bann der Dämonen“ Ende August 2003: Lichter aus für die Vampirjägerin. Buffy (Sarah Michelle Gellar), die von 1997-2003 mehrmals die Welt vor dem Untergang retten musste, verließ das kalifornische Örtchen Sunnydale bei Sonnenaufgang.

Die Jägerin kehrt zurück

Dann wurde es erst mal eine Weile still um „Buffy“. Gerüchte über eine achte Staffel gab es zuhauf – realisiert wurde sie indessen nie. Angeblich hatte Buffy-Erfinder Joss Whedon den Plot für eine achte Staffel aber bereits im Kopf. Trotzdem dauerte es etwa vier Jahre, bis es im März 2007 zu einer Fortsetzung kam – und zwar ausschließlich als Comic. Anfang 2008 erschien in Deutschland der erste Teil dieser Comic-Staffel, unter dem zugegebenermaßen etwas sperrigen Titel „Buffy the Vampire Slayer, 8. Staffel, Band 1: Die Rückkehr der Jägerin“.

Konsequente Fortsetzung der TV-Serie

Der Comic reiht sich konsequent in die Chronologie der Serie ein und spielt einige Jahre nach der letzten TV-Episode. Dank Willows Zauber ist aus der einen Auserwählten eine ganze Armada von Jägerinnen geworden. Genauer handelt es sich um 1800, die sich in einer Organisation zusammengeschlossen haben, deren Vorsitz der altbekannte Xander Harris innehat. Es ist ihre Aufgabe – wen wundert’s – Dämonen und Vampire aller Art zu bekämpfen und die Menschheit zu beschützen. Dabei stehen ihnen nicht mehr nur Pflock und allerlei Zauberei zur Verfügung, sondern auch ein hochtechnisiertes Operationszentrum in Schottland. Woher das Geld dafür kommt, bleibt vorerst offen. Das übliche Spiel Gut gegen Böse nimmt also seinen mehr oder minder gewohnten Weg.

Aus einer mach’ 1800 Jägerinnen

Und das gar nicht mal schlecht. Buffy-Puristen werden zwar sicherlich Kritikpunkte finden, aber Stil und Humor der TV-Serie wirken auch im Comic überzeugend. Die Zeichnungen sind ebenfalls gelungen, wenn auch nicht revolutionär. Aber das Rad wird ja auch nicht täglich neu erfunden. Fans der Serie werden darüber erfreut sein, dass alle bekannten Charaktere auch in der Comic-Fortsetzung peu á peu wieder ihren Auftritt haben. Alle paar Seiten macht es Ah und Oh ob des freudigen Wiedersehens.

Ahh und Ohh oder Ernüchterung?

Damit ist allerdings auch der Rahmen für Serienneulinge festgesteckt. Wer sich im Buffy-Universum nicht auskennt, wird an diesen Comics wenig Freude haben. Zu viel Wissen wird vorausgesetzt, da scheint die Ernüchterung vorprogrammiert. Zwar hat Steffen Volkmer von Panini Comics freundlicherweise eine prägnante und gute Zusammenfassung der sieben TV-Staffeln geschrieben und an den Anfang des ersten Bandes gestellt. Ob das reicht, um neue Leser zu begeistern, dürfte einstweilen fraglich sein. Wer mit dem Begriff „Initiative“ keine politische Partei und mit dem Wort „Höllenschlund“ nicht den nächsten Zahnarztbesuch assoziiert, sondern an Vampirjagd und Zauberei denkt, könnte durchaus seine Freude an „Buffy: Die Rückkehr der Jägerin“ haben.

Buffy the Vampire Slayer, 8. Staffel, Band 1: Die Rückkehr Der Jägerin. Zeichnungen: Georges Jeanty, Paul Lee. Text: Joss Whedon. Panini Comics / Dark Horse 2008. Softcover, farbig, 128 Seiten. Euro 14,95.

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Martin Höche, Martin Höche

Martin Höche - Martin Höche hat als Journalist für das Interviewportal Planet-Interview gearbeitet und Beiträge in verschiedenen deutschen ...

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