Bundesfreiwilligendienst löst Zivildienst ab

Zivildienst - Bundesamt für den Zivildienst
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Der Bundesfreiwilligendienst löst den Zivildienst ab. Hier gibt es Antworten auf viele offene Fragen.

Der zurückgetretene Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg hinterlässt seinem Nachfolger Lothar de Maizière eine angeschobene Reform. Die Wehrpflicht wurde abgeschafft und als dessen Folgeerscheinung auch der für soziale Einrichtungen so wichtige Zivildienst.

Freiwilliges Engagement ist gefragt

Die Bundesregierung verlässt sich also auf die freiwilligen Dienstleister. Das Konzept steht. Der Bundesfreiwilligendienst löst den Zivildienst ab und soll ab Sommer 2011 die rund 90.000 momentanen Zivildienstleistenden ersetzen. Doch was bietet der Bundesfreiwilligendienst und ist die Gesellschaft in Deutschland zu so vielem sozialen Engagement bereit. Eines ist klar, wenn sie es nicht ist, wird die Reform zu einer sozialen Katastrophe und zu enormem Personalmangel in Krankenhäusern, Altersheimen, Behindertenwerkstätten führen.

Was bietet der Bundesfreiwilligendienst?

Flexible Arbeitszeiten, geringerer Verdienst, gleiche Arbeit und keine Unterhaltssicherung. Vergleicht man die beiden Dienste, so ist die Bilanz keinesfalls ausgeglichen. Rund 500 € sind als monatliches Gehalt für einen Freiwilligen vorgesehen. Dieses Gehalt beinhaltet Verpflegungsgeld, Kleidergeld und ein kleines Taschengeld. Dem gegenüber steht der Sold des Zivildienstleistenden (570 € bis 675 € ) je nach Sold Gruppe. Zusätzlich bekommen Zivis: Weihnachtsgeld (rund 170 €) und Entlassungsgeld (rund 650 €). Des weiteren übernimmt die Unterhaltsicherungsbehörde bei Personen, die nicht mehr zu Hause bei den Eltern wohnen wollen 70 Prozent der Mietkosten. Hier muss angeglichen werden. Der Staat muss Zivildienst ähnliche Konditionen schaffen und sich die Unterhaltssicherungsbehörde mit ins Boot nehmen. Nur so wird der Bundesfreiwilligendienst schmackhaft für Personen, die gerne von zu Hause unabhängig sein wollen und sich trotzdem ein relativ solides Einkommen nebenbei erhalten wollen.

Flexible Arbeitszeiten

Die Dauer des Bundesfreiwilligendienst ist variabel und kann mit der Trägerstelle vorher abgesprochen werden. Im Normalfall soll die Dauer ein Jahr betragen. Sechs Monatsverträge sind aber auch möglich. Wer den Freiwilligendienst zur Überbrückung von Wartesemestern nutzen will, muss eine bestimmte Mindestdauer einhalten. Leider ist das Gesetz dazu noch nicht raus und muss erst verfasst werden. Wer also Informationen zu diesem Thema erhalten möchte, muss sich noch etwas gedulden.

Gleiche Arbeit

Das Aufgabenfeld eines Bundesfreiwilligendiensleisters ist identisch mit dem eines Zivildienstleistenden. Leichtere Tätigkeiten aufgrund von geringerem Gehalt sind nicht vorgesehen. Die Stundenzahl in der Woche wurde von dem zuständigen Ministerium noch nicht bekannt gegeben. Die Annahme liegt aber nahe, dass sie sich ebenfalls auf 40 Stunden pro Woche beläuft.

Alt ersetzt Jung

Familienministerin Schröder setzt auf die Senioren und Rentner in unserem Lande. Berufstätige sollen, wenn es nach ihr geht, ebenfalls angeworben werden und in ihrer Freizeit sozial jobben. Senioren leisten bald Unterstützung in Seniorenheimen. Der junge agile Bursche, der gerade von der Schule abgegangen ist, wird also nicht mehr zur Aufmunterung der älteren und kranken Menschen eingesetzt werden können. Tristesse pur also in unseren Kranken- und Seniorenhäusern.

Attraktivität muss steigen

Das ist also noch zu tun, damit die soziale Kälte in Deutschland nicht völligen Einzug erhält. Gehälter angleichen, Mietbeihilfe schaffen und Appellation an die jungen Menschen in Deutschland. Sie bringen frischen Wind in soziale Einrichtungen und verhelfen den Menschen zu ein wenig mehr Freude zwischen Tabletten-Wochenplan und Katheterlegen. Nun sind die Politiker gefragt. Klar ist, dass wenn es nicht genügend besetzte Stellen gibt, eine soziale Katastrophe Deutschland bevorsteht.

Weitere Informationen

Antworten auf viele offene Fragen findet man auf der Website des Bundesfreiwilligendienstes.

Quellen: www.bundes-freiwilligendienst.de; Zeitschrift "Zivi aktuell".

Christopher Sindt im Feuermelder, ©Hendrik Apfelhöfer

Christopher Sindt - Wohne in Berlin und strebe ein Journalismus-Studium an. Zur Zeit arbeite ich als freier Autor für verschiedene Portale. ...

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