Bundesstadt Bonn – Film- und Fernsehstadt

Kulisse Rathaus - Bonn
Kulisse Rathaus - Bonn
Vom Münsteraner "Tatort" bis zur Komödie "Hotel Lux": Bonn versteht sich inzwischen als "Zentrum lebendiger Medienkunst".

Manchmal sind es nur ganz kurze Sentenzen, und dann kommt der Kameraschwenk. Beispielsweise: Da rennt ein Mann mit wehender Krawatte und fliegenden Rockschößen am Flussufer entlang, und in der Ferne wölbt sich eine lang gestreckte Brücke über das Wasser. Schnitt. Oder: Eine liebreizende Schöne mit langem Haar und Sonnenbrille lehnt an einem reich verzierten, vergoldeten Treppengeländer und schaut in eine unbestimmte Ferne. Wiederum Schnitt, neue Szene. Und auch dem kundigen Film- oder Fernsehzuschauer fällt dann manchmal erst mit einiger Verzögerung auf und ein: „Das war doch eben….?“. Das war eben einmal das Rheinufer und in der Ferne die Silhouette der Bonner Südbrücke, und in der anderen Szene das reich verzierte, vergoldete eiserne Geländer der Treppe zum historischen Bonner Rathaus. Kulisse Bonn insgesamt. Die Bundesstadt hat sich in 2010 als Drehort für Film und Fernsehen etabliert.

Passendes Umfeld auch für „Ladykracher“

Im abgelaufenen Jahr hat sich der positive Trend der Vorjahre verstetigt. Insgesamt wurde Bonn für 72 Produktionen in den Kamerafokus genommen. Dabei kamen knapp 150 verschiedene Drehmotive in den Kasten. So wurden beispielsweise Szenen für vier Kinofilme in der Stadt am Rhein gedreht; darunter für die Produktion „Resturlaub“ des Kölner Autors Tommy Jaud und für die Komödie „Hotel Lux“ mit Michael Bully Herbig und Jürgen Vogel in den Hauptrollen. Außerdem wurden 20mal Szenen für deutsche Serien in Bonn aufgenommen; allein je viermal für „Verbotene Liebe“ und die Actionserie „Alarm für Cobra 11“. Auch Anke Engelkes Show „Ladykracher“ fand hier das passende Umfeld. Last but not least: Die Beethovenstadt lieferte knapp 20mal die Szenerie für Werbe- und Imagefilme beispielsweise der Telekom, der Sparkasse und der Stadt Bonn selbst.

Dieter Wedel: "Eine traumhafte Kulisse"

Dies alles hat seine innere Logik. Die hat der Regisseur Dieter Wedel auf den Punkt gebracht mit dem Satz: „Bonn bietet eine traumhafte Kulisse und ganz viele unverbrauchte Eindrücke“. Kein Wunder also, dass Wedel den ZDF-Zweiteiler „Papa und Mama“ an zahlreichen Bonner Schauplätzen realisierte. Das war ein Highlight in der Bonner Film- und Fernsehgeschichte des Jahres 2010. Aber es war Wedel nicht allein. Für den Fernsehfilm „Freilaufende Männer“ mit Wotan Wilke Möhring, Fritz Kann und Felix Waschke in den Hauptrollen wurde im August 2010 im Forschungsmuseum Alexander König gedreht, und die autobiografische Literaturverfilmung des Sängers Udo Jürgens unter dem Titel „Der Mann mit dem Fagott“ führte das Produktionsteam unter anderem nach Bonn an das Rheinufer nahe der Villa Vliegen. Und weiter: Das Kameha Grand Hotel am Bonner Bogen und die Rheinaue bildeten im vergangenen Juni den Hintergrund für den Fernsehkrimi „Marie Brand und das Bauernopfer“ mit Mariele Millowitsch. Und dass der beliebte Münsteraner “Tatort“ sehr häufig in Bonner Kulisse zu Hause ist, das ist inzwischen weidlich bekannt.

Die Stadtverwaltung gibt Hilfestellung

So versteht sich die Bundesstadt Bonn inzwischen als „Zentrum lebendiger Medienkunst“. Zur Hilfestellung für Produktionsfirmen, die hier drehen wollen, gibt es im Rathaus eine eigene „Stabsstelle Veranstaltungskoordination“ als zentrale Servicestelle für Dreharbeiten.

Klaus J. Schwehn, Klaus J. Schwehn

Klaus J. Schwehn - Daß ich Journalist geworden bin, verdanke ich dem Umstand, daß mir meine Eltern kein Studium finanzieren konnten. (Ich ...

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