Bunte Saugbarben der Gattung Garra aus Asien

Maul einer Saugbarbe der Gattung Garra - Gerhard Ott
Maul einer Saugbarbe der Gattung Garra - Gerhard Ott
Saugbarben werden meist als Algenfresser im Zoohandel angeboten. Damit unterschätzt man die Fische in der Aquaristik.

Den Vertretern der Gattung Garra aus der großen Familie der Karpfenfische wird nachgesagt, dass sie nicht besonders farbenprächtig sind. Meist ist der Grund für aquaristische Pflege auch ein anderer: Sie werden als „Algenfresser“ im Handel verkauft und von Kunden verkonsumiert. Das wird weder einem Algenproblem im Aquarium noch den Fischen gerecht. Auch der Vorwurf fehlender Buntheit innerhalb dieser Gattung ist nicht haltbar.

Eine hübsche Saugbarbe aus Burma

Im Jahre 2004 wurde Garra flavatra entdeckt. Diese Art stammt aus Birma, aus der Provinz Rakhine. Es handelt sich um eine verhältnismäßig kleine Art von etwa acht Zentimeter Länge. Sie unterscheidet sich von den meisten bisher bekannten Vertretern der Gattung Garra durch Zeichnungsmuster und Färbung. Deshalb haben der schwedische Fischkundler Sven Kullander und seine chinesische Frau Fang Fang den wissenschaftlichen Artnamen flavatra gewählt: flavus = gelb und ater = schwarz, also so viel wie gelbschwarze Garra. Schon bald war diese attraktive Art auch in den Listen der Importeure und im Handel zu finden.

Lebensweise von Garra flavatra

Garra flavatra lebt in langsam fließenden kleinen Flüssen und Bächen. Diese sind bis etwa drei Meter breit und gerade mal einen Meter tief. Das Wasser ist klar und farblos. Pflanzen, die unter Wasser wachsen, gibt es dort keine. Die Ufer sind von niedrigen Bäumen und Buschwerk gesäumt. Der Boden besteht aus Kies, Kieseln und Felsen.

Saugbarben (Garra) als Aquarienfische

Im Aquarium bietet sich an, Garra mit robusten Devario oder Danio zu vergesellschaften. Die meisten Saugbarben sind nicht aggressiv, wenn auch manchmal etwas zänkisch. Sie können sehr ruhige Fische durch ihre Ernährungsweise belästigen. Garra sind Aufwuchsfresser, die ständig an irgendetwas herumraspeln und das – zumindest im Aquarium – auch an anderen Fischen tun. Ruhige Fische mit großer Körperoberfläche wie Segelflosser oder Diskusbuntbarsche werden von Saubarben als Weidegrund missbraucht. Das behagt ihnen nicht. Deshalb gehören solche Arten nicht in ein Aquarium. Zur sachgerechten Pflege von Garra gehört eine abwechslungsreiche Fütterung. Als „Algenfresser“ sollte keine Fischart verkommen. Denn in der Natur ernähren sie sich keineswegs nur von Algen, sondern auch von Kleinstlebewesen, die zahlreich in den Algenpolstern vorkommen. Ein ausgewogen komponiertes Fischfutter gehört zu ihrer Ernährung.

Ein ebenfalls farblich attraktiver Vertreter aus der Gattung ist Garra barramiae. Die streng geschützte Art hat nur ein begrenztes Vorkommen. Es gibt auch eine Höhlenform. Beide dürften in der breiten Publikumsaquaristik kaum verbreitet sein, obschon sie sich im Aquarium bereits vermehrt haben.

Kangal-Barbe kann Schuppenflechte heilen

Ein ganz spezieller Raspler ist Garra rufa aus Vorderasien. Die Art ist als Kangal-Barbe bekannt und wird zur humanmedizinischen Therapie der Hautkrankheit Psoriasis eingesetzt. Sie ist bei sach- und fachgerechter Pflege hübscher, als die meisten denken. Sie wird für diese Zwecke von einigen Fischzüchtern regelmäßig vermehrt.

Es besteht also durchaus die Möglichkeit, auch andere Garra-Arten im Aquarium zu vermehren. Das gehört nämlich noch nicht zur aquaristischen Standardpraxis. Hier sind noch Lorbeeren zu verdienen.

Gerhard Ott, Annegret Ott

Gerhard Ott - Ott, Gerhard Manchmal genutztes Pseudonym: Perdurus Eus *11. Febr. 1954 in Walsum am Niederrhein, Studium Erziehungswissenschaften ...

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