
- Runder Turm der Burg Greiffenberg - Harald Rossa
Am Rande von Greiffenberg in der brandenburgischen Uckermark steht auf einer Anhöhe in der Niederung der Welse die Ruine der Burg Greiffenberg. Sie ist ein Ziel an der Märkischen Eiszeitstraße.
Im 13. Jahrhundert war die Niederung der Welse noch eine heftig umkämpfte Region. Es führten nur wenige Wege durch die sumpfige Niederung. Ein Knüppeldamm im Grenzland zwischen Pommern und Brandenburg entwickelte sich zu einem Zolldamm. Zu dessen Schutz entstand wahrscheinlich im 13. Jahrhundert die Burganlage.
Die Burg Greiffenberg
Die noch vorhandenen Reste der Burg lassen die einstige Struktur der Anlage noch deutlich erkennen. Eine Ringmauer umschloss eine rechteckige Fläche von 30 mal 25 Meter. Die nordöstliche Ecke wurde von einem runden Turm, der die östliche und die nördliche Mauer schützte, gebildet. Im Südosten des Burghofes und an der nördlichen Mauer sind Fundamente von unterkellerten Gebäuden zu erkennen.
Die Hänge des Burgbergs wurden zusätzlich steiler gestaltet. Im Norden und Osten zog sich ein Graben mit außen liegendem Wall um die Anlage. , Im Westen ist der Graben vor dem Torturm im Verlauf des 18. Jahrhunderts zugeschüttet worden.
Die Wohn- und Wirtschaftsgebäude lehnten sich innen an die Ringmauer an. In dem gepflasterten Burghof gab es einen rund 15 Meter tiefen Brunnen. An die südliche Ringmauer lehnte sich ein dreigeschossiges Gebäude mit Gewölbekeller. Das stand noch 1712. An die nördliche Ringmauer war ebenfalls ein Gebäude angelehnt. Dessen Kellerwände sind noch sichtbar. In diesem Gebäude werden die Hofstube und die Kapelle vermutet. Darüber wurde 1654 festgehalten, dass sie eingefallen seien.
Ungewöhnlich ist das Burgtor mit seinem mächtigen fünfgeschossigen Torturm. Der wurde im 15. Jahrhundert nachträglich in die westliche Ringmauer eingebaut und springt 9 Meter vor die Mauer. Vom Turm war das Gelände vor der westlichen Burgmauer leicht zu beherrschen. Die Vorder- und Rückwände dieses Torturms sind noch bis zum ersten Obergeschosses erkennbar.
Die Geschichte der Burg Greiffenberg
Die vergleichsweise kleine kastellartige Höhenburg soll ein Ritter Grif 1124 begründet haben. Um 1250 kam das Gebiet zu Brandenburg. 1261 wurde sie als „civitas Grifenberg“ mit einem Hospital als Stammsitz der Familie von Greiffenberg erwähnt, die eine herausragende Stellung im Adel der Uckermark hatte.
1319 nutzten die Pommernherzöge das Machtvakuum nach dem Tod des brandenburgischen Markgrafen Waldemar und besetzten u. a. 1320 auch Greiffenberg. 1349 erlaubte Herzog Barnim von Stettin denen von Greiffenberg die Errichtung und Befestigung einer Stadt.
1354 eroberten die Wittelsbacher Markgrafen Burg und Stadt zurück. 1426 wurde sie vom Herzog von Stettin erobert. 1427 schlossen Kurfürst Friedrich I. von Brandenburg aus dem Geschlecht der Hohenzollern und die Pommernherzöge Otto und Kasimir einen Frieden. Brandenburg erhielt danach Angermünde und die Pommern dafür Burg und Stadt Greiffenberg.
1445 ließ Kurfürst Friedrich II., genannt „der Eiserne", Greiffenberg wieder erobern. Er belehnte die Greiffenbergs erneut mit Schloss und Stadt Greiffenberg. Dabei befahl er die weitere Befestigung der Burg. So entstand der große Torturm mit seinen spätgotischen Bauschmuck des 15. Jahrhunderts.
1447 wurden die Greiffenbergs zum letzten Mal als Besitzer der Burg genannt. Etwa 1470 kam die Burg Greiffenberg als Lehen an die Familie von Sparr.
Im Verlauf des 30jährigen Kriegs soll die Burg fast völlig zerstört worden sein. 1674 quartierten sich schwedische Truppen in der Stadt ein. Sie sorgten für die endgültige Zerstörung der Burg. Daher gab die Familie von Sparr am Ende des 17. Jahrhunderts die Burg auf und wohnte nun auf dem Gut am Fuße des Burgberges.
Anschrift: Burgstraße, D-16278 Angermünde OT Greiffenberg
Hinweis: Für den Aufstieg auf den Burgberg ist festes Schuhwerk zu empfehlen.
Literatur
- Jo Lüdemann: Burgenführer Brandenburg. Holde Frauen, finstere Ritter, verwunschene Schätze. Trescher Berlin 2001, ISBN 3-89794-006-X
Quellen
- Christiane Chantre und Julia Rathgeber: Die Burgruine Greiffenberg in Brandenburg
- Stadt Angermünde
- Ortsverein Greiffenberg e.V.
- Deutsches Historisches Museum: Burgen in Berlin und Brandenburg
- Märkische Eiszeitstraße: Greiffenberg
