Auf einem steil aufragenden Felsen an der Zschopau steht die Burg Kriebstein. Sie wird vom Schlösserland Sachsen als die schönste Burg in Sachsen beworben. Den zweiten Superlativ liefert die Straße zur Burg. Eine steilere Straße soll es in Sachsen nicht geben.

Ausflugsziel Burg Kriebstein

Das Museum Burg Kriebstein stellt die Geschichte der Burg und Herrschaft Kriebstein dar. Höhepunkte sind die Besichtigung des monumentalen Wohnturmes vom tiefsten Keller bis zu den mittelalterlichen Dachgeschossen, die Burgkapelle mit wertvollen Malereien aus der Zeit um 1410, das Kriebsteinzimmer, die möblierten Räume der Familie von Arnim sowie der Burgbrunnen.

Auf der Burg kriebstein gibt es Festsäle für Trauungen, Familien- und Firmenfeiern sowie für Veranstaltungen aller Art. Die Burgschänke „Zum Hungerturm“ sorgt für das leibliche Wohl. .

Die Burg

Zwischen dem Felsen, auf dem die Burg steht, und dem Hinterland gibt es einen angelegten Halsgraben. Die Burg Kriebstein gibt ein Beispiel für die Kombination einer Turmburg mit einer Ringburg auf ovalem Grundriss. Das Bild wird von dem auf der höchsten Klippe errichteten Wohnturm mit seinen spätmittelalterlichen Erkertürmchen und dem Dachreiter geprägt. Der misst an seiner Basis 22 mal 12 Meter und ragt 45 Meter auf. Um den Turm stehen das turmartige Torhaus, die Ringmauer mit dem Wirtschaftsflügel, der spätgotische Küchenbau, der Kapellenflügel und weiteren Bauten. Östlich an den Kapellenflügel stehen die gotische Halle und das hintere Schloss. Diese Bauten stehen direkt über dem Steilhang der Zschopau.

Geschichte der Burg Kriebstein

Die Burg Kriebstein wurde als Wohn- und Herrschaftssitz der Herren von Beerwalde errichtet. Zu deren Besitz gehörten die Städte Waldheim und Hartha. 1384 verpflichtete sich Dietrich von Beerwalde zum Bau der Burg. Es entstanden unter Dietrich 1399 der Wohnturm, die Kapelle und die Ringmauer mit dem Torhaus. Vom Vorgängerbau seines Vaters haben sich nur geringe Reste erhalten.

Dietrich starb 1408. Die Herrschaft Kriebstein erbte seine Witwe Elisabeth und nach deren Tod die Tochter Klara. 1465 erwarb Hugold III. von Schleinitz Burg und Herrschaft Kriebstein. Schleinitz betraute 1471 den Baumeister Arnold von Westfalen, den Schöpfer der Albrechtsburg zu Meißen, mit Um- und Erweiterungsbauten. Es entstand der erneuerte Wirtschaftsflügels mit dem „neuen Tanzsaal“ und der Brunnenstube, das „hinteren Schlosses“ und ein neues Küchenhauses. Damit hatte die Burg Kriebstein ihre heutige Größe erreicht.

Nach dem Tod des Hugold von Schleinitz im Jahre 1490 wechselten die Besitzer von Kriebstein häufig. Im späten 17. Jahrhundert kam es unter der Herrschaft deren von Schönberg noch einmal zum Umbauten. Die sich an den Wohnturm anschließenden Bauten und das Torhaus wurden aufgestockt.

1825 erwarb Hanscarl von Arnim die Burg Kriebstein. Unter der Leitung des Hofbaumeisters Karl Moritz Haenel wurde die Burg in den Jahren von 1866 bis 1868 in neugotischen Formen den Anforderungen der Nutzer angepasst. So wurde die Raumaufteilung verändert und ein Gebäude des Wirtschaftsflügels um zwei Stockwerke reduziert. Die nördliche Wehrmauer verlor den hölzernen Wehrgang und wurde stufenförmig abgetragen. Ein Stück der Ringmauer wurde durch Strebepfeiler gesichert. Das Küchenhaus aus Fachwerk wurde durch einen massiven Bau ersetzt.

Seit 1930 stehen Teile der Burg Kriebstein zur Besichtigung offen. Im September 1945 wurde die Burg Kriebstein Volkseigentum. Zunächst wurden sie zu Wohnzwecken und von der Forstverwaltung genutzt. Das Museum auf der Burg wurde im August 1949 wieder eröffnet.

1986 wurde in einem nicht mehr genutzten Kamin im Wohnturm der Schatz von Kriebstein gefunden. Dies war ein Teil des von Heinrich Graf von Lehndorff aus Ostpreußen nach Kriebstein geretteten Besitzes. Der Graf von Lehndorf war am Attentat vom 20. Juli 1944 beteiligt und wurde er am 4. September 1944 hingerichtet. Der größte Teil seines Besitzes wurde 145 in die Sowjetunion gebracht. Der Teil aus dem Kamin wurde wohl nicht entdeckt. 2010 einigten sich das Land Sachsen und die Lehndorff-Erbengemeinschaft auf die Rückgabe von 423 Kunstgegenständen an die Erben.

Die Burg Kriebstein mit ihrem Museum wird seit 1993 von dem Staatsbetrieb „Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen“ verwaltet.

Lage und Anreise

Die Burg Kriebstein ist rund 4 Kilometer südlich der Stadt Waldheim gelegen.

Anschrift: Burg Kriebstein, D-09648 Kriebstein, Fon +49 (034327 952-0, Mail kriebstein@schloesserland-sachsen.de

Literatur

  • Matthias Barth: Romanik und Gotik in Sachsen. Bergstadtverlag Wilhelm Gottlieb Korn Würzburg 2011, ISBN: 978-3-87057-311-9
  • Bernd Wippert und Gabriele Wippert: Burg Kriebstein. 2. Auflage, Deutscher Kunstverlag München und Berlin 2009, ISBN 978-3-4220-2202-7
  • Peter Petersen, Bernd Wippert und Gabriele Wippert: Burg Kriebstein. Ein Architekturführer. Edition Leipzig 2004, ISBN 3-361-00560-4

Quellen

  1. Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen: Burg Kriebstein
  2. Stadt Waldheim: Burg Kriebstein
  3. Zweckverband Kriebsteintalsperre: Burg Kriebstein
  4. Freundeskreis Burg Kriebstein