Burg Rabeneck in der Fränkischen Schweiz

Tal der Wiesent in der Fränkischen Schweiz - Tourismuszentrale Fränkische Schweiz
Tal der Wiesent in der Fränkischen Schweiz - Tourismuszentrale Fränkische Schweiz
Die Burg Rabeneck über der Wiesent ist nicht nur ihrer Lage wegen ein beliebter Ausflugsort und Fotomotiv, sie hat auch eine wechselvolle Geschichte.

Schon den romantischen Maler Ludwig Richter hatte die Burg Rabeneck zu einem Stahlstich inspiriert, zu verführerisch war ihre Lage, thronend auf einem Felsen über der Wiesent, dabei die Schloßkapelle kühn auf einen Vorsprung über dem Tal gesetzt. Unterhalb des Burgbergs, nicht minder reizvoll, treibt das Wasser des kleinen Flusses die Rabenecker Mühle an.

Dunkle Ursprünge und eine unglückliche Fehde

Die Ursprünge der Burg liegen im Dunkel, wohl war sie eine Gründung der Familie Rabenstein – den Eigentümern einer gleichnamigen Nachbarburg – doch ging sie irgendwann an die in dieser Gegend einflußreichen Schlüsselberger über. Dieses berühmte Geschlecht endete jedoch nach einer Fehde gegen die übermächtigen Gegner der beiden Fürstbischöfe von Bamberg und Würzburg sowie den Nürnberger Burggrafen. Der reichliche Besitz der Verlierer wurde aufgeteilt, 1348 ging die Rabeneck an den Bamberger Bischof.

Wechselnde Besitzer der Burg Rabeneck

In dessen Besitz blieb sie jedoch nicht allzu lange, fortan wechselten sich die Herren der Burg ab, auf die Stiebar und Künßberg folgten wieder die von Rabenstein, doch irgendwann war es auch mit dieser Familie zu Ende, fortan – ab Mitte des 18. Jahrhunderts – durften die Grafen zu Schönborn die Rabeneck ihr Eigen nennen und so ist es auch lange geblieben. Ihnen gehörte inzwischen auch die Stammburg Rabenstein, doch zeigten sie an beiden Bauten eher wenig Interesse.

Wenig Krieg und viel Verfall

Die Burg wurde seltener zerstört als so manch andere in der Gegend, nur eine Demolierung im Bauernkrieg 1525 ist gesichert, ansonsten schien sie von Raubzügen, Fehden und den kleinen und großen lokalen Kriegszügen verschont geblieben zu sein. Trotzdem befand sie sich des öfteren in einem baulich eher bedauernswerten Zustand. Immer wieder werden Teile als ruinös bezeichnet, erst der letzte derer von Rabenstein führte eine nachhaltigere Renovierung durch.

Der heutige Zustand der Burg

Trotzdem ist in unseren Tagen nur noch die Hauptburg gut erhalten, viele andere Gebäude und Wehranlagen sind verschwunden oder liegen in Ruinen. Was noch steht, entstammt hauptsächlich der Zeit nach 1500 und bleibt beeindruckend genug, es lohnt den Besuch allemal. Die etwas unterhalb auf einem Felsvorsprung gelegene katholische Burgkapelle wurde in der Barockzeit errichtet und ist dem heiligen Bartholomäus geweiht.

Die Umgebung: Höhlen, Burgen, Brauereien

In der landschaftlich einmaligen Umgebung finden sich wie überall in der Fränkischen Schweiz noch zahlreiche andere Burgen, neben der genannten Rabenstein auch die bekannteren in Betzenstein, Waischenfeld und Pottenstein oder die Ruinen Leienfels und Bärnfels. Dazu laden noch Höhlen, Mühlen und die beliebten Biergärten der zahlreichen Kleinbrauereien zu Besuchen ein.

Literatur:

Albrecht Graf von und zu Egloffstein: Schlösser und Burgen in Oberfranken. Frankfurt/Main: 1972.

Werner Dettelbacher: Burgen in Franken. Würzburg 1981.

G.Voit/W.Rüfer: Eine Burgenreise durch die Fränkische Schweiz. Erlangen: 1984.

Herbert Schiller: Wanderführer Fränkische Schweiz, Frankenalb Nord. Stuttgart: 1989.

Bild: Tourismuszentrale Fränkische Schweiz

Benedikt Grimmler, B.Grimmler

Benedikt Grimmler - Jahrgang 1980, Kulturwissenschaftler. Geboren im Frankenwald, seit Jahren am Bodensee. Freut sich über Anregungen und ...

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