
- Burg Steinsberg - Marco C.A. Montalbano
Inmitten von Weinreben liegt die Burganlage malerisch auf der höchsten Erhebung im Kraichgau, einem Bergkegel aus Basaltgestein ganze 333 Meter über dem Meeresspiegel. Ein besonderer Bergfried gibt ihr etwas Einzigartiges, aber ein Besuch rentiert sich nicht nur wegen diesem, sondern lohnt sich auch, da man hier einen der schönsten Ausblicke der Gegend genießen kann.
Die Burg Steinsberg
Sie liegt auf dem Gemeindegebiet der Großen Kreisstadt Sinsheim nahe dem Stadtteil Weiler. Besonders sehenswert ist der schöne, achteckige, über 30 Meter hohe Bergfried. Zwischen 1225 und 1250 unter den Grafen von Oettingen erbaut, stellt er durch seine Bauweise und die an vielen Stellen sichtbaren Steinmetzzeichen eine Seltenheit diesseits der Alpen dar. Der Besucher mag sich dabei zu Recht an Stauferburgen in Italien, wie das berühmte Castel del Monte, erinnert fühlen.
Eine Zwingmauer aus dem Spätmittelalter umgibt die gesamte Anlage. Um in den Kern der Burg Steinsberg zu gelangen, müssen vier Tore auf dem sich ins Zentrum windenden Weg durchschritten werden. Eine zur Abwehr von Unheil über dem vorletzten Tor angebrachte Spottfratze verdient Beachtung.
Im kompakten aber wildromantischen Innenhof befindet sich der Palas, Wohngebäude neueren Datums, der beeindruckende Bergfried und ein Brunnen. Der Bergfried sollte bestiegen werden, um den, besonders bei klarem Wetter, weitreichenden Rundblick über die sanften Hügel der Kraichgaulandschaft schweifen zu lassen.Von diesem höchstgelegenen Punkt der Gegend aus kann man so bei guten Sichtverhältnissen in nördliche Richtung den Königstuhl bei Heidelberg und den odenwälder Katzenbuckel sehen, in westlich und südlich die Pfalz und den Stromberg. Die Burg Steinsberg wird daher auch als „Kompass des Kraichgaus“ bezeichnet und ist zu Recht ein beliebter Ausflugsort.
Das Burgrestaurant mit gutbürgerlicher Küche in den Wohngebäuden ist sowohl passend als auch stilvoll mittelalterlich gestaltet und bietet in den Sommermonaten eine Außenbewirtung an,
Geschichte
Die erste Erwähnung der Burg erfolgte im Jahre 1109 im Hirsauer Codex, in dem ein Geschlecht erwähnt wird, das seinen Namen von der Burg Steinsberg ableitet. Nach einem weiteren Besitzerwechsel ging sie im Jahre 1307 an die rheinischen Pfalzgrafen, bis sie im Jahre 1517 von Hans Hippolyt und Ludwig von Venningen gekauft wurde. 1525 im Bauernkrieg vom Kraigauer Haufen niedergebrannt, wurde sie 1527 mit von den Bauern gezahlten Strafgeldern wieder aufgebaut. Ein Blitzschlag veranlasste 1777 die Herren von Venningen, die Burganlage aufzugeben, wonach sie zunehmend verfiel. 1792 wurde ein ebenerdiger Eingang zum Bergfried geöffnet, aber erst 1973 ist damit begonnen worden, den Verfall zu stoppen, als die Stadt Sinsheim die Burg Steinsberg erwarb und anfing, dringend notwendig Restaurierungs- und Wiederaufbaumaßnahmen einzuleiten.
Veranstaltungen
Zahlreiche Kulturveranstaltungen finden vor allem in den Sommermonaten auf der Burg Steinsberg statt. Neben Theateraufführungen finden u.a. jährlich auch ein Mittelalterfest und das mehrtägige Steinsbergfestival statt, bei dem Bands und Gruppen unterschiedlicher Stilrichtungen auftreten.
Quellen
www.burg-steinsberg.de
www.sinsheim.de
