Burghart Klaußner: Marigold

Ein Stück mit Songs der Beatles

Mit "Marigold" bringt der Schauspieler und Regisseur Burghart Klaußner sein erstes selbst geschriebenes Stück auf die Bühne.

Das Schauspielhaus Bochum hat eine neue Attraktion. Seit dem 17. Januar 2009 wird dort die Uraufführung von “Marigold” gespielt. Bereits die ersten Aufführungen dieser neuen Inszenierung waren ein voller Erfolg.

Wer bei “Marigold” einen Musikabend erwartet, der sich um das Leben der Beatles dreht, der wird vielleicht enttäuscht, denn “Marigold” ist viel mehr: Es ist eine neue Geschichte, die die bekannten und unbekannteren Songs der Beatles miteinbezieht. Alle Songs werden von einer Live-Band gespielt und auf der Bühne live gesungen.

Der Schauspieler Burghart Klaußner erstmals als Autor

Erstmals hat sich der aus vielen Theater- und Fernsehrollen bekannte Schauspieler Burghart Klaußner als Autor betätigt und mit “Marigold” etwas völlig Neues geschaffen. “Marigold” ist für Klaußner eine Herzensangelegenheit, ist er doch selbst ein großer Beatles-Fan. Im Theaterprogramm zu diesem neuen Stück erzählt er von einer Begegnung mit John Lennon auf einem Beatles-Konzert: “In einer der raren Fernsehaufnahmen vom Konzert der Beatles in München 1966 sieht man, wie John Lennon sich zur Seite wendet, vor Unverständnis die Schultern hebt, den Kopf schüttelt und einem brüllenden Zuschauer so sein Unverständnis signalisiert. Dieser brüllende Zuschauer war ich. Mein Schreien der gelungene Versuch einer Kontaktaufnahme.”

1966 war Klaußner 17 Jahre alt. Vier Jahre nach seiner Begegnung mit John Lennon lösten sich die Beatles auf. “Sie waren endgültig virtuelle Wesen geworden. Einmal hatte es jedoch diesen dreisekündigen, stummen Dialog gegeben. Ihm wollte ich nach Jahrzehnten ein paar Worte hinzufügen”, so Klaußner weiter im Theaterprogramm. Aus diesen paar Worten ist nun ein zweistündiges Theaterstück geworden.

Worum geht es in “Marigold”?

“Marigold” erzählt die Geschichte eines jungen Mannes namens Chris (Christoph Pütthoff), der nach drei Jahren nach Moskau zurückkehrt. Damals hatte er in einem Krankenhaus gearbeitet und für die Krankenschwester Jana (Veronika Nickl) eine Geschichte geschrieben. Diese Geschichte möchte er nun zurück haben und sucht Jana. Doch bevor er diese findet, begegnet er Iwan (Henning Hartmann), Pawel (Martin Bretschneider) und Katarina (Katja Uffelmann), die von einer Karriere als Schauspielerin in Hollywood träumt. Als Katarina Chris trifft, verliebt sie sich in ihn.

Chris findet Jana, die mittlerweile mit dem russischen Geschäftsmann Semjon (Felix Vörtler) verheiratet ist. Zufälligerweise steigt Semjon gerade ins amerikanische Filmgeschäft ein und verhilft Katarina zu ihrer erträumten Karriere in Hollywood. Über die Rückkehr von Chris nach Moskau ist Semjon allerdings gar nicht erfreut. Welcher Grund steckt dahinter? Was wird aus Chris und Katarina und wo hat Jana die Geschichte, die Chris damals geschrieben hat, aufbewahrt?

Ausgefallene Bühnenbilder und herausragende Schauspieler

“Marigold” ist zwei Stunden Unterhaltung pur auf einer Reise zwischen Moskau, Hollywood und Berlin. Die Schauspieler des Bochumer Ensembles werden von Schülern der Folkwang Hochschule Essen unterstützt und präsentieren sich auf der Bühne als zusammengewachsene Einheit. Zwischen ausgefallenen Bühnenbildern singen und tanzen sie auf einer Bühne, die sich schneller wandelt, als man gucken kann.

Besonders einprägsam bei der Darstellung ist Felix Vörtler, der in der Rolle des Semjon unter Einfluss von LSD zwischen wankenden Wellen “I Am The Walrus” singt. Doch auch die schauspielerische Leistung von Henning Hartmann, Christoph Pütthoff und Katja Uffelmann ist absolut herausragend. Auffällig bei der Inszenierung sind die von Klaußner, der gleichzeitig auch als Regisseur fungiert, liebevoll eingebauten Gags, die in enormen Maße zum Unterhaltungswert des Stückes beitragen.

Mit “Marigold” ist Burghart Klaußners Debüt als Theaterautor gelungen. Er hat nicht nur ein sehenswertes Theaterstück geschaffen, sondern konnte darin auch seine Liebe zu den Beatles verewigen.

Christine Konkel, Christine Konkel

Christine Konkel - Christine Konkel ist seit 2007 neben ihrem Studium der Germanistik und Soziologie an der Ruhr-Universität Bochum journalistisch ...

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